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Zum Tod von Matt Fleischman, Gründer des Neurofeedback Advocacy Project

09. Februar 2026

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Matt Fleischman, dem Gründer des Neurofeedback Advocacy Project (NAP), erfahren.
Matt war nicht nur der Initiator des Neurofeedback Advocacy Project, das er mit großer Klarheit, Beharrlichkeit und persönlicher Überzeugung geprägt hat. Er war auch ein außergewöhnlicher Mensch. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die für uns nicht nur fachlich, sondern vor allem menschlich schmerzlich spürbar ist.

Matt Fleischman arbeitete als lizenzierter und promovierter Psychologe in Eugene, Oregon. Im Laufe seines Berufslebens bewegte er sich an der Schnittstelle von Verhaltenstherapie, Neurofeedback und Versorgungsstrukturen. Als Principal Investigator war er unter anderem an einem vom National Institute of Mental Health geförderten Projekt beteiligt, in dem familienbasierte Behandlungsprogramme in sozialen Einrichtungen umgesetzt wurden.

Bereits Ende der 1980er Jahre kam Matt erstmals mit Neurofeedback in Kontakt. In den folgenden Jahrzehnten setzte er sich intensiv mit unterschiedlichen Neurofeedback-Ansätzen und deren Einbindung in therapeutische Konzepte auseinander. Er lehrte und referierte in den USA sowie international und engagierte sich kontinuierlich für einen praxisnahen und verantwortungsvollen Einsatz neurofeedbackbasierter Verfahren.

Zu seinem Andenken möchten wir von dem Projekt erzählen, das ihm besonders am Herzen lag.

Die Gründung des Neurofeedback Advocacy Project
Matt gründete das Neurofeedback Advocacy Project 2018, nachdem er sich aus seiner aktiven Praxistätigkeit zurückgezogen hatte. Sein Ziel war klar: Neurofeedback sollte dort zum Einsatz kommen, wo der Bedarf besonders groß ist – in sozialen Einrichtungen.
Ihm ging es nicht um kurzfristige Effekte, sondern um tragfähige Strukturen und eine belastbare Grundlage für Entscheidungen in der praktischen Versorgung sozialer Einrichtungen. Um den Nutzen von Neurofeedback nachvollziehbar und belegbar zu machen, setzte er von Beginn an auf die systematische Erfassung von Daten aus der praktischen Anwendung.

Zu diesem Zweck entwickelte Matt das Results Tracking System. Es unterstützt Therapeutinnen und Therapeuten dabei, relevante Verlaufs- und Ergebnisinformationen strukturiert zu dokumentieren. Diese Datengrundlage war für ihn zentral, um Erfahrungen aus der Praxis sichtbar zu machen und die Wirkung von Neurofeedback in sozialen Einrichtungen fundiert einzuordnen.

Zusammenarbeit mit BEE Medic
Seit Dezember 2020 arbeiteten BEE Medic und das Neurofeedback Advocacy Project eng zusammen, insbesondere in den Bereichen Datenauswertung und Projektentwicklung. Matt brachte das Projekt mit Ausdauer, Klarheit und großem persönlichem Einsatz voran.
Der regelmäßige Austausch war von Respekt, Offenheit und dem gemeinsamen Anspruch geprägt, sinnvolle und verantwortungsvolle Lösungen zu entwickeln. Aus der Zusammenarbeit entstand über die Jahre nicht nur eine professionelle Verbindung, sondern auch eine persönliche Verbundenheit.

Ergebnisse und Wirkung des Projekts
Die öffentlich zugänglichen Auswertungen des Results Tracking Systems des Neurofeedback Advocacy Project zeigen deutliche Veränderungen in mehreren Bereichen, die für soziale Einrichtungen besonders relevant sind. Die Daten beruhen auf systematisch erfassten Selbsteinschätzungen und Verlaufsdokumentationen der beteiligten Einrichtungen.

Berichtet werden unter anderem geringere Schwere benannter Problembereiche sowie Verbesserungen im emotionalen Erleben und im Verhalten. Zudem zeigen sich Veränderungen in Bereichen wie schulischem Verhalten, Substanzrückfällen, Notfallbehandlungen und Hospitalisierungen.
Diese Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial neurofeedbackbasierter Interventionen im Umgang mit komplexen Belastungen wie Trauma, chronischem Stress und mehrfachen psychosozialen Risikofaktoren. Die systematische Datenerhebung ermöglicht es, den Einsatz von Neurofeedback in sozialen Kontexten fachlich einzuordnen und weiterzuentwickeln.

Fortführung des Projekts
Das Neurofeedback Advocacy Project wird weitergeführt. Im Herbst wurde Colette Melancon zur Executive Director berufen. Wir freuen uns sehr, dass sie diese Rolle übernommen hat und die Arbeit des Projekts fortsetzt.

Abschied
Mit Matt Fleischman verlieren wir den Gründer des Neurofeedback Advocacy Project und einen Menschen, der viele durch seine Haltung, seine Energie und seine Menschlichkeit geprägt hat. Sein Engagement und sein Ansatz wirken in dem Projekt weiter, das er aufgebaut hat.

Weitere Informationen:
https://www.neurofeedbackadvocacyproject.com/