Direkt zum Inhalt

Was der Tatort „Murot und der Elefant im Raum“ über Neurofeedback erzählt und warum das so nicht stimmt

28. Januar 2026

In der Tatort-Folge Murot und der Elefant im Raum taucht Neurofeedback nicht als Therapieform, sondern als erzählerisches Mittel auf.
Neurofeedback dient im Film als Etikett. Der Begriff verleiht einer frei erfundenen Technik den Anschein medizinischer Seriosität, obwohl deren dargestellte Wirkung mit der realen Methode nichts zu tun hat.


Die Handlung
Kommissar Felix Murot ist psychisch stark belastet und befindet sich parallel zu seiner Ermittlungsarbeit in therapeutischer Behandlung. Dabei kommt eine technisch wirkende Apparatur zum Einsatz, die im Film als eine Weiterentwicklung von Neurofeedback bezeichnet wird, mit der man den eigenen inneren psychischen Raum betreten und in das Unterbewusstsein vordringen könne.
Gleichzeitig ermittelt Murot in einem Vermisstenfall. Eine Frau hat ihren kleinen Sohn entführt und sich mit ihm in eine abgelegene Waldhütte zurückgezogen. Nach einem Unfall fällt sie ins Koma. Der Aufenthaltsort des Kindes ist unbekannt und klassische Ermittlungsansätze liefern zunächst keine entscheidenden Hinweise.

Der Film verknüpft diese beiden Ebenen. Murot nutzt die Apparatur zur Auseinandersetzung mit seiner eigenen Psyche und später, um in das Bewusstsein der komatösen Mutter einzutreten, indem beide Elektrodenkappen tragen. Die Idee, zwei Menschen miteinander zu verbinden, um in das Unterbewusstsein einer Person einzudringen, wird als neue, bislang nicht erprobte Erweiterung dargestellt. Diese innere Welt wird als surrealer, begehbarer Raum inszeniert. So stößt Murot auf Hinweise, die letztlich zur Rettung des Kindes beitragen. Parallel verzeichnen auch konventionelle Ermittlungen Erfolge. Das Kind wird lebend gefunden.

Warum die Darstellung von Neurofeedback nicht der Realität entspricht
Der Begriff “Neurofeedback” ordnet die gezeigte Technik sprachlich dem medizinisch-therapeutischen Kontext zu, ohne ihre Funktionsweise zu erläutern. Während der Anwendung zuckt Murot krampfartig, wirkt nach dem Aufenthalt im inneren psychischen Raum der komatösen Frau desorientiert, zeigt halluzinatorische Symptome und verursacht im weiteren Verlauf beinahe einen Verkehrsunfall. Die Inszenierung erinnert an neurologische Notfälle, Überstimulation und Kontrollverlust. Neurofeedback wird dabei nicht ausdrücklich als gefährlich bezeichnet, aber visuell mit körperlicher Entgleisung und Risiko verknüpft.

Für Fachleute ist diese Darstellung als Fiktion erkennbar, für ein Laienpublikum kann sie jedoch zu einem falschen Verständnis eines realen therapeutischen Verfahrens führen. Tatsächlich wird beim Neurofeedback die Gehirnaktivität erfasst und in ein Feedback übersetzt, das Regulationsprozesse unterstützt. Krampfanfälle, Desorientierung oder halluzinatorische Zustände sind medizinische Notfälle, kein therapeutischer Effekt. Es ist auch nicht möglich, die Gedanken einer anderen Person zu lesen oder in ihr Unterbewusstsein einzudringen. Die im Film gezeigte Darstellung ist daher keine vereinfachte Version der Realität, sondern eine grundlegend andere Konstruktion, bei der einem realen Verfahren Eigenschaften zugeschrieben werden, die es nicht hat.

Fazit
Der Begriff “Neurofeedback” wird verwendet, um einer fiktiven Technik Glaubwürdigkeit zu verleihen. Genau deshalb lohnt es sich, diese Darstellung einzuordnen und klar zu benennen, was sie ist: Fiktion mit realem Vokabular, nicht die Abbildung eines therapeutischen Verfahrens.

Zum Tod von Matt Fleischman, Gründer des Neurofeedback Advocacy Project

09. Februar 2026

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Matt Fleischman, dem Gründer des Neurofeedback Advocacy Project (NAP), erfahren.
Matt war nicht nur der Initiator des Neurofeedback Advocacy Project, das er mit großer Klarheit, Beharrlichkeit und persönlicher Überzeugung geprägt hat. Er war auch ein außergewöhnlicher Mensch. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die für uns nicht nur fachlich, sondern vor allem menschlich schmerzlich spürbar ist.

Matt Fleischman arbeitete als lizenzierter und promovierter Psychologe in Eugene, Oregon. Im Laufe seines Berufslebens bewegte er sich an der Schnittstelle von Verhaltenstherapie, Neurofeedback und Versorgungsstrukturen. Als Principal Investigator war er unter anderem an einem vom National Institute of Mental Health geförderten Projekt beteiligt, in dem familienbasierte Behandlungsprogramme in sozialen Einrichtungen umgesetzt wurden.

Bereits Ende der 1980er Jahre kam Matt erstmals mit Neurofeedback in Kontakt. In den folgenden Jahrzehnten setzte er sich intensiv mit unterschiedlichen Neurofeedback-Ansätzen und deren Einbindung in therapeutische Konzepte auseinander. Er lehrte und referierte in den USA sowie international und engagierte sich kontinuierlich für einen praxisnahen und verantwortungsvollen Einsatz neurofeedbackbasierter Verfahren.

Zu seinem Andenken möchten wir von dem Projekt erzählen, das ihm besonders am Herzen lag.

Die Gründung des Neurofeedback Advocacy Project
Matt gründete das Neurofeedback Advocacy Project 2018, nachdem er sich aus seiner aktiven Praxistätigkeit zurückgezogen hatte. Sein Ziel war klar: Neurofeedback sollte dort zum Einsatz kommen, wo der Bedarf besonders groß ist – in sozialen Einrichtungen.
Ihm ging es nicht um kurzfristige Effekte, sondern um tragfähige Strukturen und eine belastbare Grundlage für Entscheidungen in der praktischen Versorgung sozialer Einrichtungen. Um den Nutzen von Neurofeedback nachvollziehbar und belegbar zu machen, setzte er von Beginn an auf die systematische Erfassung von Daten aus der praktischen Anwendung.

Zu diesem Zweck entwickelte Matt das Results Tracking System. Es unterstützt Therapeutinnen und Therapeuten dabei, relevante Verlaufs- und Ergebnisinformationen strukturiert zu dokumentieren. Diese Datengrundlage war für ihn zentral, um Erfahrungen aus der Praxis sichtbar zu machen und die Wirkung von Neurofeedback in sozialen Einrichtungen fundiert einzuordnen.

Zusammenarbeit mit BEE Medic
Seit Dezember 2020 arbeiteten BEE Medic und das Neurofeedback Advocacy Project eng zusammen, insbesondere in den Bereichen Datenauswertung und Projektentwicklung. Matt brachte das Projekt mit Ausdauer, Klarheit und großem persönlichem Einsatz voran.
Der regelmäßige Austausch war von Respekt, Offenheit und dem gemeinsamen Anspruch geprägt, sinnvolle und verantwortungsvolle Lösungen zu entwickeln. Aus der Zusammenarbeit entstand über die Jahre nicht nur eine professionelle Verbindung, sondern auch eine persönliche Verbundenheit.

Ergebnisse und Wirkung des Projekts
Die öffentlich zugänglichen Auswertungen des Results Tracking Systems des Neurofeedback Advocacy Project zeigen deutliche Veränderungen in mehreren Bereichen, die für soziale Einrichtungen besonders relevant sind. Die Daten beruhen auf systematisch erfassten Selbsteinschätzungen und Verlaufsdokumentationen der beteiligten Einrichtungen.

Berichtet werden unter anderem geringere Schwere benannter Problembereiche sowie Verbesserungen im emotionalen Erleben und im Verhalten. Zudem zeigen sich Veränderungen in Bereichen wie schulischem Verhalten, Substanzrückfällen, Notfallbehandlungen und Hospitalisierungen.
Diese Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial neurofeedbackbasierter Interventionen im Umgang mit komplexen Belastungen wie Trauma, chronischem Stress und mehrfachen psychosozialen Risikofaktoren. Die systematische Datenerhebung ermöglicht es, den Einsatz von Neurofeedback in sozialen Kontexten fachlich einzuordnen und weiterzuentwickeln.

Fortführung des Projekts
Das Neurofeedback Advocacy Project wird weitergeführt. Im Herbst wurde Colette Melancon zur Executive Director berufen. Wir freuen uns sehr, dass sie diese Rolle übernommen hat und die Arbeit des Projekts fortsetzt.

Abschied
Mit Matt Fleischman verlieren wir den Gründer des Neurofeedback Advocacy Project und einen Menschen, der viele durch seine Haltung, seine Energie und seine Menschlichkeit geprägt hat. Sein Engagement und sein Ansatz wirken in dem Projekt weiter, das er aufgebaut hat.

Weitere Informationen:
https://www.neurofeedbackadvocacyproject.com/
 

Neurofeedback in der Physiotherapie - eine Leseempfehlung

01. Oktober 2025

Charlotte Wolf ist Physiotherapeutin und Heilpraktikerin. Seit 2017 arbeitet sie mit Neurofeedback. In ihrer eigenen Praxis setzt sie das ILF-Neurofeedback nach Othmer sowohl als eigenständige Methode als auch in Kombination mit ihren bisherigen Therapieverfahren ein.

In einem Interview mit der pt-Zeitschrift gibt sie spannende Einblicke in ihre Arbeit mit Neurofeedback. Sie erläutert, für welche Patientinnen und Patienten sie diese Methode einsetzt, wie die Behandlung angenommen wird und wie sie Neurofeedback konkret in ihren Praxisalltag integriert.

Das vollständige Interview finden Sie in der September-Ausgabe der pt-Zeitschrift.

 

 

Entdecken Sie die Zukunft des Neurofeedbacks: ACAN 2025 auf Teneriffa

07. Oktober 2024

Tolle Neuigkeiten für Fachleute im Bereich angewandte Neurofeedback: Die Annual Conference for Applied Neurofeedback (ACAN) 2025 findet am 30. und 31. Mai 2025 auf Teneriffa statt und bringt Expertise sowie Innovation aus der ganzen Welt zusammen. In Zusammenarbeit von NeuroVitalia und BEE Medic bietet ACAN 2025 eine hervorragende Gelegenheit, Ihr Netzwerk zu erweitern, wertvolle Einblicke in Workshops zu gewinnen und von führenden Fachleuten zu lernen. Egal ob Sie bereits erfahren in der Anwendung von Neurofeedback oder Neuling auf diesem Gebiet sind: Diese Konferenz sollten Sie auf keinen Fall verpassen!

 

Tickets erhalten Sie unter acan.beemedic.com. Verpassen Sie nicht unser Sonderangebot: Early Bird Tickets sind bis zum 11. Dezember erhältlich!

ACAN 2025

Wenn Sie in der Forschung tätig sind oder spannende Erkenntnisse zu teilen haben, verpassen Sie nicht die Chance, Ihre Arbeit vorzustellen! Reichen Sie Ihr Abstract bis zum 1. November ein und gestalten Sie die Zukunft des Neurofeedbacks mit.

 

Neurofeedback von Zuhause - eine sinnvolle Option?

26. März 2025

Neurofeedback ist eine effektive und evidenzbasierte Therapiemethode in der Behandlung verschiedener mentaler Erkrankungen. Vermehrt finden sich auch Neurofeedbackgeräte für den Heimgebrauch auf dem Markt. Und auch uns erreichen immer wieder Anfragen von  Privatpersonen.


Neurofeedback mit Geräten zum Heimgebrauch
BEE Medic ist ein führender Hersteller von Neurofeedbackgeräten, welche speziell für den Einsatz in klinischen und therapeutischen Umgebungen entwickelt werden. Unsere Geräte sind nach strengen medizinischen Standards zertifiziert und durchlaufen umfangreiche Qualitätssicherungsprozesse, um höchste Genauigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.

Geräte, welche für den Heimgebrauch von Privatpersonen verkäuflich sind, erreichen jedoch häufig nicht die diagnostische und therapeutische Präzision professioneller Systeme. Zudem sind sie häufig nicht nach medizinischen Standards zertifiziert. Für ein effektives und sicheres Neurofeedback raten wir daher von nicht zertifizierten Heimgeräten ab.

Eigenanwendung von Neurofeedback
Darüber hinaus sollte die Anwendung von Neurofeedback in den Händen von medizinischem Fachpersonal liegen - einem Arzt oder Therapeuten, der eine entsprechende Ausbildung absolviert hat. Neurofeedback ist eine Behandlung, die eine komplexe klinische Entscheidungsfindung und exzellente klinische Fähigkeiten erfordert, um wirksam zu sein, und es ist daher unerlässlich, dass Neurofeedback nur von Fachleuten für psychische Gesundheit durchgeführt wird. Es erfordert ein umfassendes Trainingsprogramm, um sicherzustellen, dass Anwenderinnen und Anwender darauf vorbereitet sind, Neurofeedback-Dienstleistungen anzubieten.

Neurofeedback ist eine weitgehend nebenwirkungsfreie Behandlung. In seltenen Fällen können jedoch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen auftreten. Diese werden als unangemessene Anpassung bezeichnet. Die Effekte sind in der Regel von sehr kurzer Dauer und werden durch die Therapie kontrolliert – es sei denn, das falsche Training wird über einen längeren Zeitraum fortgesetzt. Falsches Training kann die Symptome eher verschlimmern als verbessern. Daher sollte die Behandlung nur von entsprechend geschulten Neurofeedback-Fachleuten durchgeführt werden, die im Falle von Nebenwirkungen die Trainingsprotokolle anpassen können.

Unser Ansatz: Professionelle Neurofeedback-Geräte mit therapeutischer Begleitung
Um eine sichere und effektive Neurofeedback-Behandlung sicherzustellen, raten wir daher deutlich von einer Anwendung ohne Ausbildung mit Geräten für den Heimgebrauch ab und empfehlen eine Therapie bei einer bzw. einem geschulten Anbieterin oder Anbieter.

Sind Sie Patientin oder Patient und würden gerne eine Neurofeedback-Therapie erhalten?
Auf der Seite des Neurofeedback-Netzwerkes finden Sie weitere Informationen sowie eine Therapeuten-Suche, in der Sie Neurofeedback-Anbieter in Ihrer Nähe finden können.

ACAN 2025 - Werde Teil der Neurofeedback Community

04. März 2025

Die 3. Annual Conference for Applied Neurofeedback (ACAN 2025) findet am 30. und 31. Mai 2025 auf Teneriffa, Spanien, statt. Diese Veranstaltung ist ein exzellentes Forum für Fachleute und Forschende, um Wissen auszutauschen, innovative Forschungsergebnisse zu präsentieren und wertvolle Kontakte innerhalb der Neurofeedback-Community zu knüpfen.

Das Programm umfasst eine Vielzahl inspirierender Vorträge von international anerkannten Expertinnen und Experten. Die Konferenz richtet sich sowohl an erfahrene Anwenderinnen und Anwender als auch an Neueinsteiger im Bereich des Neurofeedbacks und vermittelt einen umfassenden Überblick über aktuelle Forschung und klinische Praxis.

Zu den renommierten Referentinnen und Referenten von ACAN 2025 gehören unter anderem Dr. Siegfried Othmer, Sebern Fisher, Roxana Sasu und Meike Wiedemann. Diese Expertinnen und Experten teilen ihre neuesten Erkenntnisse und bieten wertvolle Einblicke in ein breites Spektrum klinischer Anwendungen, Fallstudien und praktischer Methoden.
 

Networking in einem internationalen Umfeld
Neben dem Wissensaustausch und der Erweiterung Ihrer Fachkenntnisse verfolgt ACAN ein weiteres zentrales Ziel: die Neurofeedback-Gemeinschaft zusammenzubringen. Die Konferenz bietet eine einzigartige Gelegenheit, sich mit Expertinnen und Experten, Forschenden und Anwenderinnen und Anwender aus der ganzen Welt zu vernetzen. Die Teilnehmenden können in einer offenen und inspirierenden Atmosphäre Erfahrungen austauschen, Best Practices diskutieren und gemeinsam an zukünftigen Projekten arbeiten.

Zusätzlich zu den Networking-Möglichkeiten während der Sessions gibt es zahlreiche informelle Gelegenheiten, um Kontakte zu knüpfen, wie gemeinsame Abenderanstaltungen und eine Exkursion zum Teide am zweiten Konferenztag. Ob Sie Ihr Fachwissen vertiefen oder potenzielle Kooperationspartner finden möchten – ACAN 2025 ist der ideale Rahmen, um Ihr professionelles Netzwerk auszubauen und Teil einer internationalen Neurofeedback-Bewegung zu werden.
 

ACAN 2024
ACAN 2024
ACAN 2024
ACAN 2024

Teneriffa entdecken
Neben der Konferenz haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Teneriffa, die größte der Kanarischen Inseln, zu erkunden. Die Insel ist bekannt für ihr warmes Klima, ihre vulkanischen Sandstrände und ihr pulsierendes Nachtleben. Vom beeindruckenden Teide-Vulkan – dem höchsten Gipfel Spaniens – bis hin zu Wäldern und malerischen Küstenstädten bietet Teneriffa eine beeindruckende landschaftliche Vielfalt.


Anmeldedetails
ACAN 2025 verspricht ein inspirierendes und bereicherndes Erlebnis mit wertvollen Einblicken in angewandtes Neurofeedback und zahlreichen Gelegenheiten, sich mit Fachleuten aus aller Welt zu vernetzen.
Tickets können über die offizielle ACAN-Website erworben werden. Um sich anzumelden, füllen Sie bitte das Anmeldeformular aus. Die Zahlungsdetails werden Ihnen per E-Mail zugesandt, sobald das Formular ausgefüllt wurde.

 

 

Männer und mentale Gesundheit: Ein Tabu, das es zu brechen gilt

20. November 2024

Obwohl mentale Gesundheit immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, wird ein Aspekt oft vernachlässigt: die mentale Gesundheit von Männern. Die traditionelle Vorstellung, Männer müssen „hart im Nehmen“ sein und dürften keine Schwäche zeigen, führen oft dazu, dass Männer psychische Probleme ignorieren und seltener Hilfe suchen (Krumm et al., 2017). Die Auswirkungen können sich bei Männern in Form von Depressionen, Substanzmissbrauch und einer alarmierend hohen Suizidrate zeigen. (Canetto & Sakinofsky, 1998).

Warum Männer oft keine Hilfe suchen
Gesellschaftliche Erwartungen und kulturelle Normen beeinflussen das Verhalten von Männern enorm, insbesondere wenn es um das Eingestehen von Schwächen geht. Männer erleben einen starken gesellschaftlichen Druck, Eigenschaften zu entsprechen, die als männlich gelten. Diese Vorstellungen halten viele Männer davon ab, ihre Gefühle zu teilen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich zeigt die Forschung, dass Männer im Vergleich zu Frauen seltener psychologische Unterstützung aufsuchen, was zu unbehandelten, oft zu schwerwiegenden Problemen führen kann  (Addis & Mahalik, 2003; Krumm et al., 2017).


Ablenkung statt Bewältigung
Um mit psychischen Belastungen umzugehen, greifen viele Männer auf verschiedene Strategien zurück, die meist nur bedingt zielführend sind (Mahalik et al., 2003; Levant & Wimer, 2014). Einige Männer versuchen, sich auf Lösungen zu konzentrieren, anstatt sich mit ihren Gefühlen zu beschäftigen und das Problem am Ursprung anzugehen. Andere nutzen Ablenkungen wie Sport oder Arbeit, um dem emotionalen Schmerz zu entkommen. Leider kann das auch negative Seiten haben: Verdrängung und der Missbrauch von Substanzen sind ebenfalls gängige Mechanismen, die den Zustand oft verschlimmern  (Levant & Wimer, 2014).

November wird zu Movember
Zusätzlich zum Men's Health Awareness Month im Juni steht der November ganz im Zeichen der männlichen mentalen Gesundheit. Der sogenannte “Movember” ist eine globale Initiative, die Aufmerksamkeit auf Themen der Männergesundheit wie Mental Health oder Prostatakrebs. Der Schnauzbart (engl. Moustache) ist hierbei das Symbol für diese Bewegung, welche zum Gesprächsthema werden und zum Nachdenken anregen soll. Die Botschaft dahinter ist klar: Männer sind nicht alleine mit ihren Problemen und Gesundheit darf kein Tabuthema sein.


Wie Neurofeedback helfen kann
Neurofeedback ist ein nicht-invasiver therapeutischer Ansatz, bei dem die Gehirnwellenaktivität gemessen wird, um Patienten ein Echtzeit-Feedback zu geben. Neurofeedback wird in der Therapie hauptsächlich zur Verbesserung der Selbstregulierungsfähigkeit eingesetzt. Durch diesen Ansatz kann  Neurofeedback bei vielen verschiedenen mentalen Erkrankungen als Therapiebaustein eingesetzt werden. So beispielsweise auch bei Depressionen oder Sucht. Erfahrungen zeigen, dass Neurofeedback außerdem eine attraktive Therapiemethode für Personen sein kann, welche Probleme haben sich zu öffnen und über ihre Gefühle zu sprechen. Neurofeedback bringt eine gewisse Leichtigkeit in die Therapie, bei der Patientinnen und Patienten keine aktive Leistung erbringen müssen, sondern entspannt einer Animation oder einem Videospiel folgen können. 


Neurofeedback ist immer im Kontext einer Gesamtbehandlungsstrategie zu sehen. Es stellt einen Therapiebaustein neben bspw.Verhaltenstherapie oder Medikamenten dar.
Wichtig ist, dass Symptome sowie die Neurofeedback-Behandlung mit einem Arzt oder Therapeuten besprochen werden.

Quellen:

Addis, M. E., & Mahalik, J. R. (2003). Men, masculinity, and the contexts of help-seeking. American psychologist

Canetto, S. S., & Sakinofsky, I. (1998). The gender paradox in suicide. Suicide and Life‐Threatening Behavior

Krumm, S., Checchia, C., Koesters, M., Kilian, R., & Becker, T. (2017). Men's views on depression: a systematic review and meta-synthesis of qualitative research. Psychopathology

Levant, R. F., & Wimer, D. J. (2014). Masculinity constructs as protective buffers and risk factors for men’s health. American journal of men's health
 

Welttag der seelischen Gesundheit im Blickpunkt: Lebenswandel durch Neurofeedback

10. Oktober 2024

Zum heutigen Welttag der psychischen Gesundheit freuen wir uns, eine besondere Erfolgsgeschichte zu teilen, die die lebensverändernde Wirkung der Neurofeedback-Therapie zeigt. Dieser Tag soll uns daran erinnern, wie wichtig mentale Gesundheit ist und wie innovative Ansätze wie Neurofeedback das Leben vieler Menschen weltweit positiv beeinflussen. Lesen Sie hier die inspirierende Geschichte von Adam McCord.

Adam
Adam Collage
Adam 2
Adam 3

Adam, 31 Jahre alt, hatte sein Leben lang mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen. Phasenweise war er so stark betroffen, dass er sich kaum mit seiner Umgebung auseinandersetzen konnte und oft wochenlang ans Bett gefesselt war. Trotz zahlreicher Arztbesuche und verschiedener Therapieversuche blieb die erhoffte Besserung aus – bis er auf Neurofeedback stieß.

Dank des Engagements von Adams Vater, Lone McCord, und der Anleitung und Unterstützung der Neurofeedback-Spezialistin Kim Antonell begann Adam 2019 mit einer Neurofeedback-Therapie mit BEE Medic-Geräten. Sie folgen der Othmer-Methode und verwenden ILF (Infra-Low Frequency) und Synchrony-Protokolle. Adams primäre Behandlungsorte waren T3-T4 und T4-P4, mit jüngsten Erfolgen bei O1-O2 und C3-C4. Das Team hat auch mit zusätzlichen Stellen wie T4-Fp2 und T3-Fp1 experimentiert, um seine Therapie weiter zu optimieren. Die jüngste Anwendung von Pz - Fpz in drei Sitzungen hat ihn wirklich beruhigt. 

Ein wichtiger Teil von Adams Neurofeedback-Erfahrung ist seine Interaktion mit den Animationen während der Sitzungen. Besonders angetan hat es ihm die „Dark City“-Animation in Dreamscapes. „Ich weiß nicht, warum, aber er besteht immer darauf, diese zu machen“, berichtet Lone. Durch den Einsatz des Controllers während dieser Animation konnte Adam seine Konzentration deutlich steigern, was für den Erfolg seiner Therapie entscheidend war. Neben Dreamscapes genießt Adam auch Sitzungen mit dem Media Player, InnerTube und Particle World. Um sein Interesse aufrechtzuerhalten, erkunden sie zudem neue Optionen wie Arcade- und Rennspiele.

Als die Pandemie ausbrach, konnte Adams Familie die Neurofeedback-Therapie dank Kims großzügiger Bereitstellung der Geräte zu Hause fortsetzen. Diese Möglichkeit erwies sich als entscheidend, da Adam so kontinuierlich behandelt werden konnte, ohne das Haus verlassen zu müssen. Mit der Zeit gelang es ihm, seine Medikamente abzusetzen, und seine Lebensqualität verbesserte sich stetig. „Es ist einfach ein unglaubliches System, das BEE Medic ständig weiterentwickelt und verbessert“, sagt Lone. Adams Fortschritte sind beeindruckend: Anfangs benötigte er Stunden, um in die Klinik zu kommen, doch schon nach wenigen Sitzungen zeigte sich eine deutliche Veränderung in seinem Verhalten und Umgang mit der Welt. Mit fortschreitender Therapie verbesserte sich sein Wohlbefinden so stark, dass er einen Großteil seiner Unabhängigkeit zurückgewann. Besonders bemerkenswert ist, dass nach nur 10 Sitzungen sein lebenslanges Sabbern vollständig aufhörte – ein bedeutender Meilenstein auf seinem Weg.

In diesem Jahr, nach einer kurzen Pause von der Neurofeedback-Therapie, kehrten einige von Adams früheren Problemen zurück, darunter emotionale Spannungen, die er nur schwer verarbeiten konnte. Doch nach der Wiederaufnahme der Behandlung mit niedrigeren Frequenzen machte er erneut beeindruckende Fortschritte. „Ein Ergebnis war eine unglaubliche Sanftheit in seinen Händen. Er konnte seine Gefühle ausdrücken“, berichtet Lone. „Sein Schlaf war ebenfalls sehr unregelmäßig geworden, doch in den letzten 10 Sitzungen haben wir es geschafft, seinen Schlaf zu stabilisieren. Seine Kommunikation ist klarer, er stellt wieder Blickkontakt her, und sein Engagement mit seiner Umgebung hat sich spürbar verbessert."

 

Neurofeedback hat nicht nur Adams Leben grundlegend verändert, sondern auch das seines Vaters, Lone McCord, nachhaltig beeinflusst. „Durch Neurofeedback und eine Ernährungsumstellung konnte ich mich neu sortieren und eine erfolgreiche Karriere aufbauen“, erzählt Lone. Er berichtet, dass ihm Neurofeedback geholfen hat, ein schweres Trauma und seine lähmende ADHS zu überwinden. „Ich habe mich von einer extrem eingeschränkten Funktionsfähigkeit, die bei etwa 20 % lag, zu einer sehr guten in 90 % der Zeit entwickelt,“ fügt er hinzu. Neurofeedback hat ihm die Werkzeuge an die Hand gegeben, sowohl persönlich als auch beruflich erfolgreich zu sein, was die gesamte Familie positiv beeinflusst hat.

Am Welttag der psychischen Gesundheit erinnert uns Adams Geschichte eindringlich daran, dass psychische Probleme mit der richtigen Unterstützung und innovativen Ansätzen bewältigt werden können. Neurofeedback bietet Menschen wie Adam, die mit schweren psychischen Belastungen zu kämpfen haben, neue Hoffnung und eine Chance auf Besserung, wenn traditionelle Methoden nicht ausreichen. Bei BEE Medic engagieren wir uns dafür, die Neurofeedback-Technologie weiterzuentwickeln, damit mehr Menschen die Kontrolle über ihr mentales Wohlbefinden erlangen können. Adams Reise zeigt, wie lebensverändernd Neurofeedback sein kann. An diesem wichtigen Tag möchten wir alle dazu ermutigen, sich weiterhin für die psychische Gesundheit einzusetzen und neue, innovative Lösungen zu erkunden, die das Leben vieler Menschen weltweit verbessern können.

­

Integrative Mind and Body liefert lebensverändernde Ergebnisse für einen weiteren zufriedenen Kunden

09. Juli 2024

BEE Medic Kunde in den Nachrichten!

Integrative Mind and Body Services (IMBS) ist eine neue gemeinnützige Organisation mit Sitz in Scranton, Pennsylvania. Sie wurde von Alyse Kerr gegründet, welche auch als Präsidentin und CEO von Integrative Counseling Services (ICS) tätig ist.

Alyse gründete die gemeinnützige Organisation aufgrund der fehlenden Versicherungsdeckung für diese Dienste. IMBS, das auf die Genehmigung als 501c3-Unternehmen wartet, plant, seine Dienste entweder kostenlos oder zu einem reduzierten Preis anzubieten, unterstützt wir es dabei durch Zuschüsse und Spenden.

Letzte Woche wurde über Integrative Mind & Body Services (IMBS) in einem lokalen PBS-Sender berichtet! Dort wurde die unglaubliche Kraft von Neurofeedback vorgestellt, und die Ergebnisse sind schlichtweg erstaunlich. Ein begeisterter Klient sagte sogar: "Das war lebensverändernd". 

In the news

Im Bild: Ein glücklicher Kunde spielt Dual Drive Xtreme

Vollständigen Artikel lesen & Video ansehen

In Gedenken an Barry Sterman

01. Februar 2024

Dr. Barry Sterman war einer der Pioniere des Neurofeedbacks und bekannt für seine wegweisenden Arbeiten zur Erforschung der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. 

Nach seiner Promotion 1963 in Psychologie und Neurowissenschaften an der University of California Los Angeles begann Barry Sterman mit seiner Forschung. Unter anderem untersuchte er im Auftrag der NASA die Wirkung einer Substanz aus Raketentreibstoff an Katzen. Fast alle Katzen erlitten epileptische Anfälle, außer denjenigen, deren Gehirne zuvor darauf trainiert worden waren, mehr SMR-Rhythmen zu produzieren. Eine Mitarbeiterin Stermans, die ebenfalls an Epilepsie litt, ließ sich auf das Experiment ein, ihr Gehirn mit belohnendem Feedback auf die gewünschte EEG-Aktivität zu trainieren, und konnte so ihre Anfälle reduzieren. Dieser Selbstversuch wurde 1972 publiziert und gilt als die Geburtsstunde des klinischen Neurofeedbacks.
 

Barry Sterman

Barry Sterman ebnete mit dieser Entdeckung den Weg für das Neurofeedback in seiner heutigen Form. Seine Entdeckungen und seine unermüdliche Arbeit haben nicht nur unser Verständnis des Gehirns erweitert, sondern auch zahlreiche Anwendungen in der Medizin ermöglicht.

Barry verstarb im Dezember letzten Jahres im Alter von 87 Jahren. Wir gedenken ihm und seinem Vermächtnis mit größter Anerkennung und Wertschätzung.

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: LinkedIn

Aktuelles abonnieren