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Infra-Low-Frequency-Neurofeedback und Peak Performance: Ein neurophysiologischer Ansatz für Stabilität, Regulation und menschliches Potenzial

07. April 2026

Ein Beitrag von Kasia McCartney

Abstract
Höchstleistung in unterschiedlichen Bereichen – vom Spitzensport bis hin zu anspruchsvollen Führungspositionen – hängt nicht nur von erlernten Fähigkeiten und mentalem Training ab, sondern ganz wesentlich von der Stabilität und Anpassungsfähigkeit der zugrunde liegenden neurophysiologischen Systeme. Infra-Low-Frequency (ILF) Neurofeedback ist ein vergleichsweise neuer Ansatz, der gezielt die Selbstregulation auf Ebene der Gehirnnetzwerke unterstützt.
Dieser Artikel beleuchtet den Einsatz von ILF-Neurofeedback bei leistungsorientierten Zielgruppen und verbindet dabei Erkenntnisse aus Neuropsychologie, Leistungspsychologie und Sportmedizin. Klinische Erfahrungen zeigen, dass ILF-Training unter anderem die Aufmerksamkeitssteuerung, die sensomotorische Integration, die Emotionsregulation sowie Erholungsprozesse verbessern kann – und damit sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Belastbarkeit unter Druck stärkt.

Einleitung
Der Weg zur Höchstleistung wurde lange vor allem über körperliches Training, den Erwerb technischer Fertigkeiten und psychologische Strategien wie Visualisierung oder kognitive Umstrukturierung definiert. Diese Faktoren sind nach wie vor zentral. Gleichzeitig rückt zunehmend ein weiterer Aspekt in den Fokus: die neurophysiologische Regulation als Grundlage für stabile und anpassungsfähige Leistung.
Menschen, die auf hohem Niveau performen – ob im Sport oder in Führungspositionen – bewegen sich in Umfeldern mit konstant hohen Anforderungen, großem Druck und wiederkehrendem Stress. Häufig wird Leistung dabei über erhöhte Aktivierungszustände aufrechterhalten, etwa durch Anspannung, Nervosität oder adrenalingetriebene Energie. Kurzfristig kann das hilfreich sein, langfristig geht es jedoch oft mit eingeschränkter Erholung, schlechteren Entscheidungen unter Druck und einem erhöhten Risiko für Erschöpfung oder Burnout einher.
ILF-Neurofeedback setzt genau hier an: Es ermöglicht, direkt auf die Selbstregulationsmechanismen des Gehirns einzuwirken – insbesondere im Hinblick auf die Stabilität großer neuronaler Netzwerke und das Gleichgewicht im autonomen Nervensystem.

Die neurophysiologischen Grundlagen von ILF-Neurofeedback
ILF-Neurofeedback arbeitet mit extrem langsamen Gehirnaktivitäten unterhalb von 0,1 Hz. Diese stehen in engem Zusammenhang mit sogenannten langsamen kortikalen Potenzialen sowie mit der Regulation großräumiger Netzwerke im Gehirn – etwa thalamokortikaler Systeme und dem Default Mode Network.

Diese langsamen Rhythmen spielen vermutlich eine zentrale Rolle dabei, die Erregbarkeit der Großhirnrinde zu steuern, neuronale Prozesse zeitlich zu koordinieren und die Stabilität des Gesamtsystems aufrechtzuerhalten.
Kommt es hier zu Störungen – wie sie im Modell der thalamokortikalen Dysrhythmie beschrieben werden – kann die Informationsverarbeitung ineffizient werden und es entsteht eine Art „neuronales Rauschen“. Bei leistungsorientierten Menschen zeigt sich das häufig in Form von gedanklicher Überaktivität, inkonsistenten Bewegungen, emotionaler Reizbarkeit oder Schwierigkeiten, in erholsame Zustände wie Schlaf zu finden.
Das Ziel von ILF-Neurofeedback ist es, diese grundlegende Stabilität wiederherzustellen, ohne dabei die notwendige Flexibilität einzuschränken. Dadurch werden fließendere Übergänge zwischen Aktivierung und Erholung möglich. Es geht also nicht um einzelne Symptome, sondern um die Regulation des gesamten Systems, das Leistung überhaupt erst ermöglicht.

Anwendung im sportlichen Kontext
Sportliche Leistung basiert wesentlich auf dem Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung. Studien zeigen, dass Neurofeedback die Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit und Wahrnehmungsgenauigkeit verbessern kann – Hinweise auf eine optimierte sensomotorische Integration.
In der Praxis berichten viele Athletinnen und Athleten nach ILF-Training von präziseren Bewegungsabläufen und besserem Timing – besonders in Sportarten, in denen Feinmotorik entscheidend ist.
Ein weiterer Schlüssel zur Leistung ist die Fähigkeit, unter Druck fokussiert zu bleiben. Neurofeedback kann dazu beitragen, die Aufmerksamkeit zu stabilisieren und Schwankungen zu reduzieren. Häufig verschwindet das Gefühl des „Blockierens“ oder Überdenkens in entscheidenden Momenten. Stattdessen beschreiben viele ein erleichtertes, automatisches Handeln – ein Zeichen dafür, dass kognitive Steuerung und motorische Abläufe besser zusammenspielen.

Auch mentale Techniken wie Visualisierung profitieren offenbar davon: Viele berichten, dass innere Bilder klarer, stabiler und leichter kontrollierbar werden. Das macht mentales Training effektiver und deutet auf eine bessere Vernetzung der beteiligten Gehirnareale hin.
Nicht zuletzt spielt Regeneration eine zentrale Rolle – insbesondere Schlaf. Schlechter Schlaf beeinträchtigt nachweislich Reaktionszeit, kognitive Leistung und erhöht das Verletzungsrisiko. ILF-Neurofeedback wird häufig mit verbessertem Einschlafen, stabilerem Schlaf und insgesamt höherer Schlafqualität in Verbindung gebracht. Das unterstützt sowohl die körperliche Erholung als auch die mentale Widerstandskraft.

Anwendung im Führungskontext (Executive Performance)
Im beruflichen Kontext äußern sich hohe Anforderungen oft als mentale Überlastung: Gedanken springen, die Aufmerksamkeit ist zersplittert und Informationen werden weniger effizient verarbeitet. Viele beschreiben das Gefühl, nicht mehr „abschalten“ zu können.
Neurofeedback kann hier helfen, indem es Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilität stärkt. Das führt häufig zu klareren, strukturierteren Denkprozessen.
In der Praxis berichten viele von besserer Entscheidungsfähigkeit und einer größeren Leichtigkeit, Aufgaben zu beginnen und abzuschließen. Dahinter steht nicht nur mehr „mentale Kapazität“, sondern vor allem eine bessere Regulation der zugrunde liegenden neuronalen Prozesse.
Auch die Emotionsregulation spielt eine wichtige Rolle – besonders in Führungspositionen. ILF-Neurofeedback kann dazu beitragen, dass emotionale Reaktionen stabiler werden, ohne an Anpassungsfähigkeit zu verlieren. Das zeigt sich in gelassenerem Verhalten, weniger Impulsivität und konsistenterem Auftreten.
Dauerstress ist in vielen Arbeitsumfeldern zur Normalität geworden. Obwohl er oft als notwendig angesehen wird, führt eine dauerhafte Aktivierung des Stresssystems langfristig zu Belastung und Erschöpfung. ILF-Training unterstützt ein ausgewogeneres Zusammenspiel im autonomen Nervensystem – und damit Erholung, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.

Klinische Überlegungen bei Menschen in Hochleistungsrollen
Ein wichtiger Punkt in der Arbeit mit High-Performern ist ihr Umgang mit Aktivierung. Viele sind es gewohnt, auf einem hohen Spannungsniveau zu funktionieren und sehen genau darin die Grundlage ihres Erfolgs.
Deshalb kann sich mehr Ruhe oder Stabilität zunächst ungewohnt anfühlen – manchmal sogar wie ein Leistungsabfall.
Hier ist Aufklärung entscheidend: Es gilt, den Unterschied zwischen ineffizienter, stressgetriebener Aktivierung und einem optimal regulierten Zustand zu verstehen. Letzterer ermöglicht fokussierte, nachhaltige Leistung.
Phasen mit mehr Ruhebedarf, längerem Schlaf oder vorübergehender Müdigkeit sind dabei oft kein Rückschritt, sondern ein Zeichen dafür, dass sich das Nervensystem neu organisiert.

Reflexion
Der Einsatz von ILF-Neurofeedback im Leistungskontext steht für einen grundlegenden Perspektivwechsel: weg von isolierten Maßnahmen, hin zu einem ganzheitlichen Verständnis von Leistung.
Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Fähigkeiten, sondern die Systeme, die diese überhaupt ermöglichen. Höchstleistung bedeutet in diesem Sinne nicht nur Output, sondern die Fähigkeit, stabil und gleichzeitig flexibel zu bleiben – auch unter Druck, und ohne dauerhaft auf Stress als Antrieb angewiesen zu sein.
ILF-Neurofeedback passt damit gut zu modernen Ansätzen, die Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Erholung als zentrale Faktoren nachhaltiger Leistungsfähigkeit verstehen.
Als Methode, die direkt an den Selbstregulationsprozessen des Gehirns ansetzt, bietet ILF-Neurofeedback großes Potenzial – sowohl zur Leistungssteigerung als auch für das langfristige Wohlbefinden von Menschen in anspruchsvollen Rollen.

 

 

 

 

Quellen:
Aladjalova, N. A. (1957). Infra-slow rhythmic oscillations of the steady potential of the cerebral cortex. Nature, 179, 957–959.
Enriquez-Geppert, S., Huster, R. J., & Herrmann, C. S. (2017). EEG-neurofeedback as a tool to modulate cognition and behavior: A review tutorial. Frontiers in Human Neuroscience, 11, 51.
Fullagar, H. H. K., et al. (2015). Sleep and athletic performance: The effects of sleep loss on exercise performance. Sports Medicine, 45(2), 161–186.
Gruzelier, J. H. (2014). EEG-neurofeedback for optimising performance. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 44, 124–141.
He, B. J., & Raichle, M. E. (2009). The fMRI signal, slow cortical potentials and consciousness. Trends in Cognitive Sciences, 13(7), 302–309.
Llinás, R. R., Ribary, U., Jeanmonod, D., Kronberg, E., & Mitra, P. P. (1999). Thalamocortical dysrhythmia. Proceedings of the National Academy of Sciences, 96(26), 15222–15227.
McEwen, B. S. (2007). Physiology and neurobiology of stress and adaptation. Physiological Reviews, 87(3), 873–904.
Othmer, S., Othmer, S. F., & Kaiser, D. A. (2013). Endogenous neuromodulation at infra-low frequencies. Seminars in Pediatric Neurology, 20(4), 246–257.
Schack, T., Essig, K., Frank, C., & Koester, D. (2014). Mental representation and motor imagery training. Frontiers in Human Neuroscience, 8, 328.
Thayer, J. F., & Lane, R. D. (2000). A model of neurovisceral integration. Biological Psychology, 74(2), 201–232.
Thompson, M., & Thompson, L. (2003). The neurofeedback book. Association for Applied Psychophysiology and Biofeedback.
Vernon, D. J., et al. (2003). Neurofeedback training and cognitive performance. International Journal of Psychophysiology, 47(1), 75–85.
 

Neurofeedback in der Physiotherapie – wenn Körper und Gehirn gemeinsam lernen

09. November 2025

Hightech fürs Köpfchen: Neurofeedback in der Physiotherapie
Im September 2025 erschien in der Fachzeitschrift pt – Zeitschrift für Physiotherapeuten ein Interview mit Charlotte Wolf, Physiotherapeutin, Heilpraktikerin und Anwenderin des ILF-Neurofeedbacks mit Geräten von BEE Medic. Darin spricht sie darüber, wie sich Neurofeedback sinnvoll in die physiotherapeutische Arbeit integrieren lässt – und welche Chancen sich dadurch für Patientinnen und Patienten sowie Therapeutinnen und Therapeuten ergeben. In diesem Blogbeitrag fassen wir die wichtigsten Inhalte zusammen.


Was ist Neurofeedback?
Neurofeedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Training für das Gehirn. Über Elektroden wird die Gehirnaktivität gemessen und in Echtzeit zurückgemeldet. Diese Rückmeldung erfolgt durch subtile visuelle und auditive Veränderungen in einem laufenden Film, Spiel oder einer Animation. Das Gehirn beginnt mit dem System zu interagieren und kann durch diese Rückmeldungen lernen, seine Aktivität selbst zu regulieren. So verbessert sich die Fähigkeit zur Selbststeuerung, was sich positiv auf Konzentration, Stressverarbeitung, Schlaf, Schmerzempfinden und viele weitere Bereiche auswirken kann.


Wenn klassische Physiotherapie an Grenzen stößt
Manchmal reichen manuelle oder körperzentrierte Therapien allein nicht aus, um Schmerzen, Verspannungen oder neurologische Symptome nachhaltig zu beeinflussen. Die Ursache liegt häufig tiefer – im Gehirn selbst. Genau hier setzt Neurofeedback an: Es trainiert die Sebstregulierungsfähigkeit des Gehirns und unterstützt damit die körperliche Arbeit der Physiotherapie.


Warum Neurofeedback und Physiotherapie sich ideal ergänzen
Charlotte Wolf beobachtet in ihrer Praxis: „Ich setze Neurofeedback unterstützend ein, wenn ich den Eindruck habe, dass eine Fehlregulation des Gehirns den Therapieverlauf behindert oder zur Symptomatik beiträgt.“

Gerade bei Spannungsproblemen, Migräne, chronischen Schmerzen oder neurologischen Erkrankungen wie Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Parkinson, Morbus Sudeck oder Fibromyalgie kann das Zusammenspiel aus Neurofeedback und Physiotherapie entscheidend sein. Während die Physiotherapie direkt am Körper arbeitet, unterstützt Neurofeedback das zentrale Nervensystem darin, sich selbst zu regulieren und flexibel sowie situationsgemäß zu reagieren – die Grundlage dafür, dass körperliche Veränderungen auch langfristig wirksam bleiben.


 

 

Neurofeedback session

So sieht die Kombination in der Praxis aus
Charlotte Wolf integriert Neurofeedback auf zwei Arten in ihren Therapiealltag:
- Getrennt innerhalb einer Woche: Eine Sitzung Physiotherapie, eine Sitzung Neurofeedback.
- Kombiniert in einer Einheit: Zuerst körpertherapeutische Arbeit, danach Neurofeedback (oder umgekehrt). Gesamtzeit ca. 1,5 Stunden.

Patientinnen und Patienten profitieren häufig von besserer Entspannungsfähigkeit, reduzierten Schmerzen und einer besseren Körperwahrnehmung.


Peak Performance: auch über die Therapie hinaus
Neben der Arbeit mit Patientinnen und Patienten kann Neurofeedback auch im Peak-Performance-Bereich eingesetzt werden. Hier steht nicht die Behandlung einer Störung im Vordergrund, sondern die Optimierung von Leistungsfähigkeit, Konzentration und Stressresilienz. 


Geduld und Training statt Wundermittel
Wolf betont, dass Neurofeedback kein Ersatz für andere Therapieformen ist, sondern ein Training, das Zeit und Regelmäßigkeit braucht. Das Gehirn lässt sich nicht „umprogrammieren“. Es lernt, sich selbst zu regulieren. „Unser Gehirn ist keine Maschine, an der man nur eine Schraube festzieht. Aber durch wiederholtes Training kann es zurück in die Balance finden.“


Fazit
Neurofeedback eröffnet der Physiotherapie eine neue Dimension: Es erweitert die körperliche Arbeit um die neuronale Ebene. Besonders bei chronischen oder stressbedingten Beschwerdebildern – aber auch im Bereich Leistungsoptimierung und Prävention – kann diese Kombination entscheidend sein, um den Weg zu mehr Wohlbefinden, Funktionsfähigkeit und mentaler Stärke zu ebnen.

 

Psychische Gesundheit von Frauen: Die Herausforderungen verstehen und neue Lösungen finden

12. Juni 2025

Frauen erleben psychische Gesundheit anders als Männer. Zwar können beide mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, aber die Gründe für das Leiden von Frauen sind oft in einer Mischung aus biologischen, sozialen und systemischen Faktoren zu suchen, die ein eigenes Eingehen erfordern. Von hormonellen Veränderungen und erhöhtem Stress bis hin zu Fehldiagnosen und chronischer emotionaler Belastung - Frauen stehen vor besonderen Hürden, die gezielte Aufmerksamkeit und wirksame Unterstützung verdienen.
In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf fünf Schlüsselbereiche, die die psychische Gesundheit von Frauen beeinflussen: die höhere Prävalenz von Depressionen und Angstzuständen, hormonelle Einflüsse wie die Wechseljahre, die Auswirkungen von psychischer Belastung und chronischem Stress, geschlechtsspezifische Ungleichheiten bei der Diagnose und das Potenzial von Neurofeedback als unterstützende Therapie.

Erhöhte Häufigkeit von Depressionen und Angstzuständen
Statistisch gesehen sind Frauen fast doppelt so häufig von Angstzuständen und Depressionen betroffen wie Männer. Nach Angaben des Nationalen Zentrums für Gesundheitsstatistiken (National Center for Health Statistics) berichten mehr als 10 Prozent der Frauen über Symptome von Depressionen in einem Zeitraum von zwei Wochen, verglichen mit etwas mehr als 5 Prozent der Männer (Anxiety and Depression Association of America, n.d.). Bei mehr als einer von drei Frauen wurde irgendwann in ihrem Leben eine Depression diagnostiziert (Mental Health America, o.J.).
Diese Zahlen verdeutlichen ein deutliches geschlechtsspezifisches Gefälle, das nicht ignoriert werden darf. Für viele Frauen sind Stimmungsstörungen keine einmaligen Erlebnisse, sondern lang anhaltende Herausforderungen, die durch komplexe Lebenszusammenhänge geprägt sind (Albert, 2015).

Hormonelle Veränderungen in allen Lebensabschnitten
Hormonelle Schwankungen können eine wichtige Rolle für die psychische Gesundheit spielen. Ob im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft, den Veränderungen nach der Geburt oder der Menopause - diese Veränderungen beeinflussen die Gehirnchemie und das emotionale Gleichgewicht (Verywell Mind, 2023).
Nehmen wir zum Beispiel die Menopause. Viele Frauen berichten über Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Müdigkeit und Schlafprobleme während dieser Zeit. Diese Symptome sind zwar weit verbreitet, werden aber nicht immer als Teil eines umfassenderen Bildes der psychischen Gesundheit erkannt. Dies kann dazu führen, dass Frauen sich verwirrt oder abgewiesen fühlen, anstatt Unterstützung zu erhalten (Zender & Olshansky, 2009). Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren Artikeln über die Menopause und die emotionale Gesundheit.

Mentale Belastung und chronischer Stress
Mentale Belastung bezieht sich auf die unsichtbare kognitive Arbeit, die viele Frauen jeden Tag leisten. Dazu gehört es, sich an Termine zu erinnern, den Haushalt zu führen, sich um andere zu kümmern und oft die Bedürfnisse anderer über die eigenen zu stellen. Dieser ständige mentale Spagat kann zu chronischem Stress und Burnout führen (Mental Health America, n.d.).
Mit der Zeit kann diese Art von Stress sowohl die Stimmung als auch die körperliche Gesundheit beeinträchtigen. Besonders schwierig ist, dass dies oft unbemerkt oder unausgesprochen bleibt, so dass die Frauen im Stillen damit umgehen müssen.

Geschlechtsspezifische Voreingenommenheit bei der Diagnose
Eine weitere Herausforderung für viele Frauen ist, dass sie falsch oder gar nicht diagnostiziert werden. Ein Großteil der medizinischen Forschung und der Diagnosekriterien im Bereich der psychischen Gesundheit hat sich in der Vergangenheit auf männliche Patienten konzentriert. Infolgedessen werden die Symptome bei Frauen manchmal als emotionale Empfindlichkeit oder Stress interpretiert und nicht als Anzeichen für tiefere Probleme (Zender & Olshansky, 2009).
Erkrankungen wie ADHS oder sogar Herzkrankheiten können sich bei Frauen anders darstellen, was zu Verzögerungen bei der Behandlung oder zu einer Behandlung führt, die nicht vollständig auf die Ursache des Problems eingeht. Das Erkennen dieser Vorurteile ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung unserer Herangehensweise an die psychische Gesundheit von Frauen.

Wie Neurofeedback die Genesung unterstützen kann
Es ist wichtig, die spezifischen Herausforderungen von Frauen zu erkennen und ganzheitliche Ansätze zu erforschen. Ein Hilfsmittel, das bei diesem Ansatz eine Rolle spielen kann, ist Neurofeedback. Neurofeedback ist eine nicht-invasive Technik, die die Gehirnwellenaktivität misst und ein Echtzeit-Feedback liefert, das den Betroffenen hilft, ihr Gehirn so zu trainieren, dass es ausgeglichener und stabiler funktioniert (BEE Medic GmbH, n.d.).
Die Forschung zeigt, dass Neurofeedback die Symptome von Depressionen, Angstzuständen und ADHS verringern kann. Es hat sich auch als vielversprechend für Frauen erwiesen, die hormonelle Umstellungen wie die Menopause durchlaufen und bietet Unterstützung bei Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Reizbarkeit (Verywell Mind, 2023).
Im Gegensatz zu Medikamenten ist Neurofeedback arzneimittelfrei und darauf ausgelegt, dieFähigkeit des Gehirns zur Selbstregulierung zu unterstützen. Es kann einen sanften, aber effektiven Weg zu mehr Klarheit und emotionalem Gleichgewicht bieten.
Um die verschiedenen komplexen Herausforderungen zu bewältigen, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, zu dem Neurofeedback beitragen kann.

 

 

Quellen

Die Rolle von Neurofeedback in der Behandlung von Menopause

12. Mai 2025

Die Menopause rückt zunehmend in den Fokus der Gesellschaft. Im Durchschnittsalter von etwa 50 Jahren erleben die meisten Frauen erste Symptome der Menopause. Diese können je nach kulturellem, familiärem und sozialem Hintergrund variieren, ebenso wie in Abhängigkeit vom allgemeinen Gesundheitszustand und Wohlbefinden (Parazzini, 2006; Hu et al., 1999). Laut dem National Institute on Aging dauern die Symptome der Menopause im Durchschnitt zwischen 2 und 8 Jahren an. Die Ausprägung kann stark variieren und hängt sowohl von genetischen als auch von äußeren Faktoren wie Ethnie, Kultur, Lebensstil und Umwelt ab (National Institute on Aging, 2024).

Die Symptome sind vielfältig und umfassen Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, vaginale Trockenheit, Schlafstörungen, Depressionen, Angstzustände, Gedächtnisverlust, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Gewichtszunahme (Makara-Studzińśka et al., 2014). Jährlich kommen weltweit etwa 50 Millionen Frauen in die Menopause, was die hohe Verbreitung dieses Zustands verdeutlicht (Massart et al., 2001). Eine gängige Behandlung zur Linderung der Symptome ist die Hormonersatztherapie (Patel & Dhillo, 2021), aber auch Medikamente zur Linderung von Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen werden häufig eingesetzt. Diese können jedoch Nebenwirkungen verursachen, weshalb alternative Methoden ohne unerwünschte Wirkungen gefragt sind.

Eine der Hauptursachen für menopausale Symptome ist der Rückgang des Östrogenspiegels im weiblichen Körper. Die Freisetzung von Östrogen wird im Gehirn reguliert, und das Gehirn steht auch in Wechselwirkung mit diesem Hormon. Es wurde gezeigt, dass mehrere Gehirnregionen auf Östrogen reagieren – darunter der Hypothalamus, der Neokortex, aber auch der Hippocampus und der Hirnstamm. Eine Veränderung des Östrogenspiegels beeinflusst somit auch die Gehirnfunktionen (Morrison et al., 2006), was zu zahlreichen neurologisch bedingten Symptomen führt.

Daher erscheint der Einsatz von Neurofeedback, das die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns verbessern kann, als vielversprechender Ansatz. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Neurofeedback bei verschiedenen der oben genannten Symptome helfen kann. In einer Veröffentlichung mit drei Fallstudien wurde gezeigt, dass ILF-Neurofeedback (Infra-Low Frequency) zur Linderung von depressiven Symptomen beitragen kann (Grin-Yatsenko et al., 2018). Zudem wurde Virtual-Reality-gestütztes ILF-Neurofeedback erfolgreich zur Behandlung von zentralisiertem Schmerz in Verbindung mit Schlaflosigkeit eingesetzt (Orakpo et al., 2022). Eine multizentrische Studie mit 196 Patientientinnen und Patienten in ambulanter Behandlung führte über etwa 30 Sitzungen pro Teilnehmenden ILF-Neurofeedback durch; kontinuierliche Leistungstests zeigten eine Verbesserung der Aufmerksamkeit (Schneider et al., 2021). Auch bei Angststörungen, die ein breites Spektrum an Symptomen umfassen, wurde Neurofeedback untersucht. Ein Überblick über Angst und Depression hob den positiven Einfluss von Neurofeedback auf diese Erkrankungen hervor (Hammond, 2005). Müdigkeit – häufig bei (post-)onkologischen Patient:innen und zunehmend auch als Bestandteil des Post-Covid-Syndroms anerkannt – war ebenfalls Gegenstand aktueller Forschung. Eine Pilotstudie mit 16 Teilnehmenden ergab, dass Neurofeedback helfen kann, mit Müdigkeit verbundenen Symptomen entgegenzuwirken.

Diese Studien zeigen, dass Neurofeedback eine effektive Therapieoption für verschiedene Erkrankungen sein kann. Da viele dieser Beschwerden – wie Depressionen, Angst, Schlaflosigkeit und Müdigkeit – auch typische Symptome während der Menopause sind, bietet Neurofeedback auch für Frauen in den Wechseljahren eine vielversprechende unterstützende Behandlungsmöglichkeit. Besonders ILF-Neurofeedback erscheint als geeignete Methode, da es symptomorientiert arbeitet.

Interesse an weiteren Einblicken?
Dr. Dawn Harris, Gründerin und CEO der Kedras Clinics, arbeitet seit Jahren erfolgreich mit Neurofeedback. In einem Artikel teilt sie ihre Erfahrungen, wie Neurofeedback auch zur Bewältigung von Menopausen-Symptomen eingesetzt werden kann.

 

 

 

group of women laughing

 

Quellen:

Grin-Yatsenko, V., Othmer, S., Ponomarev, V., Evdokimov, S., Konoplev, Y., & Kropotov, J. (2018). Infra-Low Frequency Neurofeedback in Depression: Three case studies. NeuroRegulation, 5(1), 30–42. https://doi.org/10.15540/nr.5.1.30

Hammond, D. C. (2005). Neurofeedback treatment of depression and anxiety. Journal of Adult Development, 12(2–3), 131–137. https://doi.org/10.1007/s10804-005-7029-5

Hu, F. B., Grodstein, F., Hennekens, C. H., Colditz, G. A., Johnson, M., Manson, J. E., Rosner, B., & Stampfer, M. J. (1999). Age at natural menopause and risk of cardiovascular disease. Archives of Internal Medicine, 159(10), 1061. https://doi.org/10.1001/archinte.159.10.1061

Makara-Studzińśka, M. T., Kryś-Noszczyk, K. M., & Jakiel, G. (2014). Epidemiology of the symptoms of menopause – an intercontinental review. Menopausal Review, 3, 203–211. https://doi.org/10.5114/pm.2014.43827

Massart, F., Reginster, J. Y., & Brandi, M. L. (2001). Genetics of menopause-associated diseases. Maturitas, 40(2), 103–116. https://doi.org/10.1016/s0378-5122(01)00283-3

Morrison, J. H., Brinton, R. D., Schmidt, P. J., & Gore, A. C. (2006). Estrogen, menopause, and the aging brain: How basic neuroscience can inform hormone therapy in women. Journal of Neuroscience, 26(41), 10332–10348. https://doi.org/10.1523/jneurosci.3369-06.2006

National Institute on Aging (2024).  What is Menopause. https://www.nia.nih.gov/health/menopause/what-menopause#:~:text=Symptoms%20related%20to%20menopause%20can,culture%2C%20lifestyle%2C%20and%20environment.

Orakpo, N., Yuan, C., Olukitibi, O., Burdette, J., & Arrington, K. (2022). Does virtual reality feedback at Infra-Low frequency improve centralized pain with comorbid insomnia while mitigating risks for sedative use disorder?: a case report. Frontiers in Human Neuroscience, 16. https://doi.org/10.3389/fnhum.2022.915376

Parazzini, F. (2006). Determinants of age at menopause in women attending menopause clinics in Italy. Maturitas, 56(3), 280–287. https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2006.09.003

Patel, B., & Dhillo, W. S. (2021). Menopause review: Emerging treatments for menopausal symptoms. Best Practice & Research Clinical Obstetrics & Gynaecology, 81, 134–144. https://doi.org/10.1016/j.bpobgyn.2021.10.010

Schneider, H., Riederle, J., & Seuss, S. (2021). Therapeutic Effect of Infra-Low-Frequency Neurofeedback Training on Children and Adolescents with ADHD. In Artificial intelligence. https://doi.org/10.5772/intechopen.97938

 

 

“Neurofeedback: wie eine spielerisch leichte Therapie dem Gehirn hilft Probleme zu lösen” - jetzt auf Englisch verfügbar

03. Dezember 2024

Das erfolgreiche Buch „Neurofeedback: Wie eine spielerisch leichte Therapie dem Gehirn hilft, Probleme zu lösen“ ist nun endlich auch auf Englisch verfügbar! Unter dem Titel „Neurofeedback: A Gentle Therapy to Help the Brain Help Itself“ können nun noch mehr Menschen die spannenden Einblicke von Meike Wiedemann und Kirsten Segler in diese wirkungsvolle Methode entdecken.  
Anschaulich und leicht verständlich erklärt das Buch, wie Neurofeedback funktioniert und das Gehirn dabei unterstützt, sich selbst besser zu regulieren. Ob ADHS, Migräne, Angststörungen oder Depressionen – anhand vieler Fallbeispiele zeigen die Autorinnen, wie Neurofeedback das Leben nachhaltig verbessern kann.

Book

Das Buch eignet sich sowohl für Personen, die Neurofeedback für sich in Erwägung ziehen und genauer wissen wollen, wie es funktioniert, was man sich davon erwarten kann und wo es eingesetzt wird. Gleichermaßen finden auch Fachleute, die in Betracht ziehen, Neurofeedback in Ihre Praxis zu integrieren, wertvolle Einblicke in die Arbeit mit Neurofeedback.

Die englische Ausgabe ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich und bietet eine ideale Gelegenheit, sich mit dieser effektiven Behandlungsmethode vertraut zu machen. Jetzt bestellen und die faszinierende Welt des Neurofeedbacks kennenlernen! 


Hier kommt ihr zum Buch!
 

“DIESES GEFÜHL, BEI SICH ZU SEIN, GEERDET ZU SEIN, GELASSEN ZU SEIN, [...] DAS KÖNNEN WIR ALLE GEBRAUCHEN.” ÜBER DIE ANWENDUNG UND DEN EINSATZ VON SYNCHRONIE-TRAINING - EIN INTERVIEW MIT MEIKE WIEDEMANN

12. Juli 2024

Gemeinsam mit Neurobiologin und Neurofeedback-Expertin Meike Wiedemann haben wir ein Interview zum Thema Synchronie-Training geführt. Sie erklärt, was Synchronie-Training eigentlich ist, warum es eine Methode der Selbstfürsorge darstellt und wie es mit Alpha-Theta-Training kombiniert werden kann.

 

BEE Medic: Hallo Meike, vielen Dank, dass du dir Zeit für ein weiteres Interview mit uns genommen hast. Wir möchten heute über Synchronie Training sprechen. Was genau ist denn das Synchronie-Training?

Meike
: Wir arbeiten seit 2014 mit dem Synchronie-Training. Bei dieser Form des Neurofeedbacks werden, genau wie beim Alpha-Theta-Training, synchrone Zustände trainiert. Seit es uns zur Verfügung steht, wenden wir es häufig, aber nicht nur,  zur Vorbereitung für das Alpha-Theta-Training an. Im Rahmen des Synchronie-Trainings haben wir verschiedene Trainings-Möglichkeiten. Es ist möglich, im oberen ILF-Bereich mit 0,05 Hertz ein Synchronie-Training zu machen, wir können mit 10 Hertz oder 40 Hertz ein Synchronie-Training durchführen. Diese Variationen haben alle verschiedene Trainingseffekte und sprechen verschiedene Netzwerke im Gehirn an. Das 0,05 Hz Synchronie Training an der Mittellinie führt zu einer tiefen Beruhigung, Erdung und spricht Netzwerke an, die mit der Regulation des eigenen Selbst zu tun haben und hat daher großen Einfluss auf die Beziehung zu sich selbst und damit auch der Beziehung zu anderen Menschen. Das Alpha-Synchronie-Training (10 Hz)  trainiert man ähnlich wie das Alpha-Theta-Training, in den hinteren Bereichen des Gehirns für mehr Beruhigung und einen entspannten Fokus. Dann haben wir noch das Gamma-Training (40 Hz), mit dem wir in den vorderen Bereichen des Gehirns vor allem die mentale Klarheit und Fokus trainieren können. Der/Die Therapeut:in hat die Option, aus den verschiedenen Trainings jenes auszuwählen, welches auf den/die Patient:in zugeschnitten am effektivsten ist. 

Der Unterschied zum Alpha-Theta-Training besteht darin, dass das Synchronie-Training sitzend und mit geöffneten Augen durchgeführt werden kann, also eher wie ein Achtsamkeitstraining. Wenn aber eine Person die Augen zumachen möchte, dann kann sie natürlich auch gern die Augen schließen. Alle erforderlichen Rückmeldungen sind im Audio-Feedback enthalten. Deshalb ist es eigentlich ein super Übergang, bei Patient:innen die nicht so einfach die Augen schließen wollen. Die Patient: innen sind es gewohnt die Augen geöffnet zu halten, sie reden mit uns und schauen sich die Animationen an. Und dann sollen sie während des Alpha-Theta-Trainings die Augen schließen? Das ist für einige Personen etwas sehr, sehr intimes. Das Synchronie-Training vertieft quasi die notwendige Vertrauensbasis für das Alpha-Theta-Training.

Es kann allerdings auch sein, dass synchrone Zustände, wie das Synchronie- oder Alpha-Theta-Training, nicht von allen Personen vertragen werden. Bei Personen, die größere Instabilitäten haben, was sich im Neurofeedback als anfallsartige Symptome zeigt, wie z.B. Migräne, Epilepsie, Panikattacken oder bipolare Störungen, können  mit Synchronie solche Instabilitäten durch getriggert werden, weswegen man mit solchen Patient: innen vorsichtig sein muss. Das Schöne am Synchronie-Training ist unter anderem die Möglichkeit es für kurze Zeiteinheiten durchzuführen, wodurch die Verträglichkeit des Trainings der Patient:innen  in fünf- oder zehnminütigen Einheiten getestet werden kann. Eventuell auftretende Instabilitäten können im Nachhinein durch das ILF-Wachtraining aufgefangen werden. Wenn die Patient: innen das Synchronie-Training gut vertragen, kann es auf bis zu  20 Minuten verlängert  werden. Für viele reichen 10 Minuten vollkommen aus. 
 

 

woman outside

BEE Medic: Muss für das Synchronie-Training auch vorher ILF Neurofeedback gemacht werden? 

Meike
: Das ILF-Training stellt immer die Basis dar, das Synchronie-Training baut darauf auf. Wenn die Personen einen tollen Effekt haben, dann behält man das entsprechenden Synchronie Training natürlich bei und entscheidet danach evlt.  ‘Okay, jetzt möchte ich doch noch tiefer in diese ganze Psychodynamik eingreifen und noch mehr Dinge auch verarbeiten’. Dann kann im Anschluss daran auch noch das Alpha-Theta-Training  durchgeführt werden. Das ist natürlich wie immer sehr individuell. Einige Patient:innen kommen super damit zurecht und haben das Gefühl geerdet und bei sich zu sein, was bei vielen Patient:innen komplett verloren gegangen ist. Wenn wir das mit dem Training erreichen, dann ist das fantastisch und dann muss man auch nicht unbedingt zum Alpha-Theta-Training übergehen. Manche Patient:innen sprechen beispielsweise sehr gut auf das Synchronie-Training an, wohingegen sie beim Alpha-Theta sagen:”War schön entspannt, aber mehr ist nicht passiert” - bei wieder anderen Patient:innen kann es natürlich auch andersrum sein. Der/die Therapeut:in darf dann zusammen mit den Patient:innen austesten, welches Training jeweils am Besten geeignet ist.


BEE Medic: Du hast synchrone Zustände erwähnt. Was versteht man darunter?

Meike
: Synchron bedeutet im Prinzip, dass sich an verschiedenen Orten im Gehirn, also rechts und links oder vorne und hinten, die Erregungsmuster ähneln. Ich will jetzt nicht sagen, dass sie genau die gleichen Erregungsmuster haben, aber wenn wir in einem Trainingsband bspw. Alpha trainieren, dann sind die Amplituden des Feedbacks umso höher, je mehr auf beiden Seiten zur gleichen Zeit das Gleiche gemacht wird - also wirklich gleichzeitig in einem regelmäßigen Muster schwingen. Das heißt, wenn bei einer Abeleitstelle  die Amplitude hochgeht, geht sie an der anderen Stelle auch hoch und wenn sie an der einen Stelle  runter geht, geht sie auch an der anderen Stelle wieder runter. Das kann man sich wie zwei Sinuskurven vorstellen, die genau in Phase sind,  so sagt man auch dazu. Und desynchron würde heißen, sie sind aus der Phase raus oder im Extremfall auch gegenphasig. Mit dem ILF-Wachtraining fördern wir die Gegenphasigkeit, während wir mit dem Synchronie- und dem Alpha-Theta-Training die In-Phase-Aktivität fördern, da in den beiden letztgenannten mehr Ruhe-Rhythmen sind.


BEE Medic: Mit welchen Patient:innen machst Du das Synchronie-Training?

Meike
: Ähnlich wie beim Alpha-Theta-Training kann jede Person davon profitieren, die es verträgt. Dieses Gefühl, bei sich zu sein, geerdet zu sein, gelassen zu sein, sich wohlzufühlen, mit sich selbst im Reinen zu sein und sich im Umgang mit anderen Menschen wohlzufühlen, das können wir alle brauchen. Das 40 Hertz Training beispielsweise, welches mehr präfrontal stattfindet, geht eher in meditative Bereiche. Für manche Personen ist es wirklich eine Methode den Kopf leer zu kriegen, sodass da wirklich gar keine Gedanken sind.
Also ziemlich ähnlich zu dem, was wir auch bei manchen Zuständen von Meditation erleben können. Und wie gesagt, alle Patient:innen, mit denen ich im späteren Verlauf ins Alpha-Theta-Training gehen möchte, würden als Vorbereitung darauf das Synchronie-Training machen. Personen, die das Training nicht vertragen, könnten jene sein, die noch sehr instabil sind. Auch hier braucht man wieder die Vorbereitung mit dem ILF-Training, um zu vermeiden, dass Zustände getriggert werden, die für die Patient:innen unangenehm sind. Das kann passieren, wenn zu wenig ILF-HD-Training gemacht wird, weil das Gehirn dann in den synchronen Zuständen in eine Art Ressonanz-Katastrophe geht und das dann zu Instabilitäten, wie zum Beispiel Migräneanfälle,  Panikattacken oder Dissoziation triggern. Personen, die noch nicht richtig loslassen und die Kontrolle abgeben können, profitieren dann nicht so vom Synchronie-Training, weil sie sich innerlich dagegen wehren und sich noch nicht darauf einlassen können.


BEE Medic: Synchronie-Training oder Alpha-Theta-Training setzt man nicht bei speziellen Erkrankungen ein, sondern man entscheidet von Person zu Person, ob man noch diese Entspannungs- und Meditationsphasen machen möchte, oder nicht?

Meike
: Im Prinzip machen wir nach der ausführlichen Anamnese und dem Symptom-Tracking einen Behandlungsplan, anhand der Symptomatik, der Entwicklungsgeschichte, hier vor allem auch anhand der Probleme, die die Personen beschreiben oder Ziele, welche die Personen erreichen möchten. Mit  Behandlungsplan planen wir welche Art von Training sinnvoll sein kann, zum Beispiel mit welchen Trainings Positionen wir die Symptome und Ziele angehen möchten Und dann haben wir aber schon auch von vornherein die Idee, da könnte Synchronie gut sein, oder da könnte Alpha-Theta gut sein. Ob es dann im Verlauf des Trainings wirklich noch notwendig ist, oder ob die Personen schon glücklich mit dem ILF-HD Wachtraining sind, das kann man erst später im Verlauf des Trainingsprozesses entscheiden. Es kommt auch immer darauf an, was der Mensch will.  Meiner Meinung nach ist man nie fertig mit der Persönlichkeitsentwicklung oder mit der Arbeit an sich selbst. Aber letztendlich entscheidet die Person und sagt: “‘Ja, das Problem ist weg, ich bin sehr zufrieden. Danke!” Und dann kann man gemeinsam beschließen, ob man an dieser Stelle Schluss macht oder nicht. Man kann es also den Personen anbieten als weiteren Schritt. Und das ist individuell unterschiedlich und ist nicht die Aufgabe der Therapeut:innen, sondern das entscheiden die Personen. Manche sagen: “So ich bin  jetzt zufrieden, so habe ich mir vorgestellt und hier machen wir Schluss”, andere sagen: “Nö, jetzt fange erst richtig an, ich will jetzt wissen, was noch möglich ist”. 
 

BEE Medic: Welches Training wendest du auch gerne bei dir selbst an?

Meike
: Ich mache jetzt schon seit ca. 25 Jahren Neurofeedback und habe auch ganz früh mit dem Alpha-Theta-Training begonnen. Je nachdem, was wir für neue Entwicklungen haben, habe ich immer ein Lieblings-Training. Jahrelang war Alpha-Theta mein Lieblings-Training, bis wir dann das Synchronie-Training entwickelt haben. Eine Zeit lang habe ich auch sehr gerne mit dem 40-Hertz-Training gearbeitet, weil es für mich immer wie ein super meditativer Zustand war, in welchem der Kopf total klar und frei ist und ich den Körper gar nicht mehr wahrnehme, das Gefühl der Präsenz in dem Moment ist super angenehm. Dann gibt es noch das 0,05-Hertz-Training, welches ich kennengelernt habe, als ich zu Besuch bei den Othmers in den USA war. 
Und seitdem war das mein Lieblings-Training, weil es mir eigentlich all das gebracht hat, was ich früher schon immer gelesen habe, was das Alpha-Training anscheinend so machen soll. Also wenn ich jetzt nur vom Neurofeedback spreche, wechselt das zwischen Alpha-Theta, dem Synchronie Midline und 40 Hertz. Das sind so meine 3 Favoriten. 
 

BEE Medic: Gibt es irgendwas, was du abschließend zu Alpha Theta oder Synchronie noch sagen möchtest?

Meike: Was ich immer gerne zum Schluss mitgebe und das merke ich auch in den Kursen, die wir machen, ist, dass sich die Neurofeedback Therapeut:innen leider viel zu wenig um sich selbst sorgen. Im Großen und Ganzen wäre es nicht nur für die Therapeuten selber, sondern auch für ihre Umwelt und ihre Patient:innen gut. Zum Abschluss würde ich den Therapeut:innen nahelegen wollen: Es ist so einfach und es ist so gewinnbringend, wenn ich die Methoden zur Verfügung habe. Und klar, was ich immer höre: “Erst kommen alle anderen und dann komme ich” und dann sage ich mal: “Bitte, bitte, kümmert euch auch um euch selbst und macht es für euch selbst." Das Synchronie- und Alpha-Theta-Training bringen einen dann auch wirklich in der Persönlichkeitsentwicklung ein Stück weiter, da sie wirklich auf ganz tiefer Ebene entspannen, beruhigen und die Gelassenheit fördern, was uns als Therapeut:innen sowohl im Alltag als auch im Umgang mit unseren Patient:innen gut tut.

BEE Medic: Vielen Dank Meike für deine Zeit und diesen wertvollen Input!


Ein Interview mit Meike zum Thema Alpha-Theta Training finden Sie hier.
 

 

Was ist eigentlich Neurofeedback? Was versteht man unter Biofeedback? Und wie läuft eine Neurofeedback Sitzung eigentlich ab? - Ein Überblick über die wichtigsten Begriffe im Neurofeedback

13. Oktober 2023

Neurofeedback wird immer bekannter und viele Begriffe werden immer geläufiger. Aber was bedeuten diese eigentlich? Wir möchten euch die wichtigsten dieser Begriffe in diesem Blogbeitrag erklären. 


Was ist Neurofeedback?
Neurofeedback ist ein computergestütztes Therapieverfahren für den klinischen Einsatz, bei welchem ausgewählte Parameter der eigenen Gehirnaktivität wahrnehmbar gemacht werden. Dazu werden an der Kopfoberfläche Gehirnströme in Echtzeit gemessen (Neuro), die eine audiovisuelle Animation, oft einem Computerspiel ähnlich beeinflussen (Feedback). Neurofeedback ist wie eine Art Spiegel für das Gehirn. Das direkte Feedback auf Basis erprobter Behandlungsprotokolle und Elektrodenpositionen zielt darauf ab,  die Selbstregulierungsfähigkeit des Gehirns zu verbessern. Auf diese Weise können Symptome von Erkrankungen gelindert werden.
 

Was ist Biofeedback?
Beim Biofeedback werden periphere physiologische Parameter gemessen und als Feedback auf den Bildschirm zurückgemeldet. Die Parameter können beispielsweise die Atmung, die Herzratenvariabilität oder der Hautleitwert sein. Durch das Feedback können Rückschlüsse auf das aktuelle Stresslevel des Patienten gezogen werden. Biofeedback kann in der Therapie von psychischen und physischen Krankheiten, als auch im Leistungs- und Konzentrationstraining eingesetzt werden. Vor allem beim symptombasierten ILF - Neurofeedback, kann Biofeedback eine gute Ergänzung darstellen. Vor allem für Patienten, welche die Veränderung ihres Stress- oder Entspannungszustand nicht gut wahrnehmen oder verbalisieren können, stellt Biofeedback eine Möglichkeit dar, die Veränderungen besser wahrzunehmen und zu erleben. Auch für Therapeuten kann dies Vorteile bringen. So kann skeptischen Patienten der Zusammenhang zwischen Psyche und Physiologie sichtbar gemacht werden. Außerdem können Therapeuten Anzeichen für Stress und Entspannung ableiten und die Therapie entsprechend optimieren.

Wie funktioniert die Selbstregulierung im Neurofeedback?
Beim Neurofeedback wird die Selbstregulierungsfähigkeit des Gehirns trainiert. Dazu werden an der Kopfoberfläche EEG-Signale abgeleitet. Auf Basis einer gründlichen Erhebung der Symptome der zu behandelnden Person, werden bestimmte Frequenzbereiche der Gehirnaktivität gemessen und ausgewertet, um in Echtzeit das Feedback in Form einer Animation auf einem Bildschirm zu steuern. Das Gehirn „erkennt“, dass es die Animation beeinflussen kann und das Bild zum Beispiel klarer und schärfer wird oder die Musik lauter und leiser. Durch diesen kontinuierlichen Prozess können die behandelten Personen lernen ihre Selbstregulationsfähigkeit zu verbessern. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen können so oftmals damit verbundene begleitende Stresssymptome, Schlafstörungen oder Störungen des Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspektrums deutlich verbessert werden. Wichtig zu wissen ist, dass es keine optimale Frequenz gibt, die für jede Person gleich ist. Stattdessen ist die optimale Frequenz sehr individuell und hängt sowohl von der Person als auch von der gegebenen Situation ab. Durch die Selbstregulierung lernt das Gehirn, die für sich optimale Erregungsfrequenz zu finden, um Über- und Untererregung, sowie damit einhergehende Symptome zu vermeiden.
 

Herzrate und Herzratenvariabilität im Biofeedback
Der Puls ist ein biologischer Parameter, der sich je nach äußerlichen und inneren Anforderungen verändert. Nicht nur ein gleichmäßiger Puls, sondern auch die Anpassungsfähigkeit der Herzrate an verschiedene Anforderungen - die sogenannten Herzratenvariabilität (HRV) -  ist ein zentraler Parameter im Biofeedback. 
Als Herzratenvariabilität wird die Variation des zeitlichen Abstands zweier Herzschläge bezeichnet (auch: beat to beat intervall). Diese ist in Zeiten der Entspannung länger als bei körperlichen oder emotionalen Stress. Eine hohe Herzratenvariabilität spricht für eine gute (periphere) Selbstregulation, denn sie indiziert, dass der Organismus die Herzrate je nach Anforderungen anpassen kann und die optimale Frequenz für die jeweilige Situation findet. Eine niedrige Herzratenvariabilität hängt oft mit einem Problemen im Umgang mit stressvollen Situationen, Erinnerungen oder Stress im Allgemeinen zusammen. 
Gerade bei Patienten mit Angststörungen, Depressionen oder chronischen Schmerzen kann ein Biofeedback mit dem Training der Herzratenvariabilität hilfreich sein. Oft ist diesen Patienten die Verbindung zwischen ihren emotionalen Belastungen und den körperlichen Reaktionen nicht bewusst und die Wahrnehmung des eigenen Körpers funktioniert nicht gut, da sie dauerhaft einen sehr hohen Stresslevel haben. Hier zu trainieren, zentrale Parameter wie Herzschlag und Atmung wahrzunehmen, zu beeinflussen, zu synchronisieren und so das allgemeine Stressniveau zu senken, kann in der Therapie ein Schlüsselerlebnis darstellen und den Patienten vor Augen führen, dass sie durchaus Kontrolle über ihren körperlichen und psychischen Zustand haben.


Die Atmung im Biofeedback
Sie kennen sicher den Tipp, den Laien-Literatur und Großmütter gerne immer dann geben, wenn jemand gestresst ist: Dreimal tief durchatmen. Hilft das wirklich? Ein kleines Experiment: Legen Sie Ihre Hand auf den Bauch. Atmen Sie tief in Ihren Bauch ein, spüren Sie, wie die Hand sich hebt, wie sich ihr Bauch wölbt, halten Sie, wenn der Bauch maximal gewölbt ist, kurz die Luft an und atmen Sie dann langsam und gleichmäßig wieder aus. Spüren Sie, wie die Luft erst aus dem Bauch und dann aus den Spitzen der Lungen, über die beiden Lungenflügel und die Atemwege nach draußen strömt. Wiederholen Sie dies dreimal. Was fällt Ihnen auf? Wie führen Sie sich? Wie hat sich ihr Herzschlag verändert? 
Der Herzschlag?! Genau - Atmung und Herzschlag hängen physiologisch eng miteinander zusammen. In einem entspannten Zustand korrelieren Herz- und Atemrate, dies nennen wir auch “respiratorische Sinusarrhythmie”. Beim Einatmen wird die Herzrate dabei höher, das sympathische Nervensystem wird aktiviert und beim Ausatmen wird die Herzrate niedriger, das parasympathische Nervensystem wird aktiviert. In Stresssituationen dreimal tief ein und aus zu atmen kann so dabei helfen, nicht nur bessere Bewusstsein und Kontrolle über die eigene Atmung zu erlangen, sondern in der Folge auch die Korrelation von Atmung und Herzschlag zu synchronisieren. 
 

Was ist eigentlich der Hautleitwert?
Die Haut auf unserer Handfläche ist durch besonders viele Schweißdrüsen gekennzeichnet. Bei hohem Stress steigt auch die Drüsenaktivität schnell an. Da es sich bei Schweiß um eine salzhaltige Flüssigkeit handelt, steigt der Hautleitwert dadurch an. Gemessen wird dies durch zwei Elektroden an den Fingern. Bei gesunden Menschen ist der Hautleitwert im Ruhezustand konstant und niedrig. Wenn der Hautleitwert durch die Präsentation eines Stressors ansteigt, erreicht dieser gewöhnlich nach 1 - 2 Minuten wieder seinen Ausgangswert. Bleibt der Wert lange auf hohem Niveau, deutet dies auf Probleme mit der emotionalen Regulierung hin. Schwankungen ohne ersichtlichen Grund können ein Hinweis darauf sein, dass selbst eigentlich neutrale Reize stressig empfunden werden. Da der Hautleitwert schnell auf stressvolle Reize anspringt und einfach zu messen ist, eignet er sich in der Therapie besonders gut als psychophysiologischer Spiegel - und gibt den Wechsel von An- und Entspannung wieder. Er kann aber auch als Unterstützung im Entspannungstraining oder beim Erlernen verschiedener Entspannungstechniken eingesetzt werden.

Die Körpertemperatur im Biofeedback
Die Temperatur wird in der Regel über einen Sensor am Finger gemessen. In einem entspannten Zustand entspannt sich in der Regel auch die glatte Muskulatur in den Wänden der Blutgefäße, was dazu führt, dass mehr Blut in die Extremitäten fließt - wir erkennen das häufig daran, dass sich ein Wärmegefühl in den Händen einstellt. Eine einsetzende Entspannung geht also mit einer Erhöhung der Temperatur in den Extremitäten einher. Unter Stress oder Anspannung zieht sich die Muskulatur in den Gefäßwänden zusammen, die Gefäße werden enger und weniger Blut gelangt in die Extremitäten und es kommt oft zu einem Absinken der Körpertemperatur. Die Körpertemperatur reagiert dabei meistens etwas verzögert, von Beginn der Stressreaktion bis zu einem Absinken der Körpertemperatur in den Extremitäten können durchaus 1-2 Minuten vergehen. Die Körpertemperatur Hautleitwert kann in der Therapie beispielsweise eingesetzt werden, um den Einfluss von Gedanken und Vorstellungen auf die Physiologie zu demonstrieren, manchen Patienten gelingt es nämlich durch die Vorstellung von Wärme/Kälte eine Veränderung der Temperatur zu erreichen, und auch im Entspannungstraining kann die Körpertemperatur eine Rolle spielen. 

Die Kombination von Bio- und Neurofeedback
Beim symptombasierten Infra Low Frequency (ILF) Neurofeedback sind die Symptome und die Zustandsänderungen des Patienten die zentralen Komponenten. Viele dieser Symptome beziehen sich ebenfalls auf Korrelate von Stress und Entspannung. Die Hinzunahme von Biofeedback Parametern kann entsprechend eine sinnvolle Ergänzung für ILF Neurofeedback darstellen. So wird es für Patient und Therapeut möglich, auch die physiologischen Korrelate der Zustandsänderungen in die Therapie einzubeziehen. Patienten, die Veränderungen in ihrem Stress - und Entspannungszustand nicht gut wahrnehmen oder verbalisieren können, erhalten darüber eine weitere Möglichkeit, Veränderungen durch das Neurofeedback nachzuvollziehen und zu erleben. Auch Veränderungen, die teilweise unter der Wahrnehmungsschwelle liegen, können durch die Messung peripherer Signale sichtbar gemacht werden und Eingang in die Therapie finden. Bei skeptischen oder angespannten Patienten kann der Einbezug der Biofeedback Parameter im Sinne der Psychoedukation auch dabei helfen, die Verbindung von Psyche und Physiologie sicht- und erlebbar zu machen, den Patienten das Setting mit Elektroden näher zu bringen und die mögliche Angst vor Veränderungen durch die Therapie schrittweise zu nehmen, um de Patienten so sanft an Neurofeedback heranzuführen. Der Therapeut kann in den physiologischen Parametern Anzeichen für Stress und Entspannung ableiten und entsprechend die Therapie optimieren, beispielsweise durch eine Frequenzänderung.

Was ist Alpha-Theta Neurofeedback/ Synchronie-Training?
Bei Alpha-Theta Neurofeedback und Synchronie-Training handelt es sich um zwei spezielle Arten des Neurofeedbacks. Beim Alpha-Theta Neurofeedback geht es vor allem darum, kortikale Aktivität zu beruhigen und physisch wie psychisch besser “runterfahren” zu können. Das Synchronie-Training bezeichnen wir gerne als “Achtsamkeitstraining” geleitet von der eigenen Gehirnaktivität. Beide Verfahren ergänzen ideal das ILF Neurofeedback und kommen vor allem bei Posttraumatischen Belastungsstörungen, Angst- und Schlafstörungen aber auch im Peak Performance zum Einsatz.

 

Der Einsatz von Neurofeedback im Umgang mit Menopause

22. August 2023

Dr. Dawn Harris, Gründerin und CEO der Kedras Kliniken, arbeitet seit Jahren erfolgreich mit Neurofeedback. In einem Artikel berichtet sie, wie Neurofeedback auch im Umgang mit Symptomen der Menopause eingesetzt werden kann. Der Artikel ist in der britischen Zeitschrift Menopause im Juni 2023 erschienen. 

 

Die mit der Menopause einhergehenden hormonellen Veränderungen können für einige Frauen eine nicht unerhebliche Belastung darstellen, welche mit einer Reihe an Herausforderungen für die betroffenen Frauen verbunden sein können. Dr. Dawn Harris erklärt, wie Neurofeedback den Patientinnen wieder mehr Lebensqualität zurückgeben kann.


Die perimenopausalen Veränderungen im Körper einer Frau setzen durchschnittlich im Alter von 47 Jahren ein und dauern etwa vier bis fünf Jahre (Krug 2022:93). Diese hormonelle Umprogrammierung kann mit einer Reihe von physischen, neurologischen sowie psychischen Veränderungen einhergehen. Diese Veränderungen können sich insbesondere in Hitzewallungen, Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Stimmungsschwankungen, Veränderungen des Gewichts, Entwicklung von Ängsten, Hautveränderungen, Beziehungsproblemen zeigen, um nur einige der möglichen Symptome anzuführen. Da sich sowohl die Intensität der perimenopausalen Symptome als auch die damit einhergehenden Copingstrategien unterscheiden, kann es einige Frauen vor die Herausforderung stellen eine für sie passende Therapie zu finden, die mit möglichst wenigen unerwünschten Begleiterscheinungen einhergeht.

Einer Studie aus dem Jahr 2021 zufolge verursacht die Menopause dynamische neurologische Transformationen, welche sich maßgeblich auf die Struktur des Gehirns auswirken. Vor diesem Hintergrund sei es naheliegend, Therapiebausteine einzusetzen, welche diese neurologischen Dysregulationen adressieren. An dieser Stelle setzt Neurofeedback an - mit Hilfe der nicht-invasiven und zugleich sicheren und schnellen Technologie können das Gehirn und der Körper lernen, sich von den neurologischen Veränderungen zu regenerieren.

 

Welchen Nutzen kann Neurofeedback im Rahmen einer symptomatischen Menopause haben?

Das Neurofeedback kann an der Regulierung der subkortikalen Areale des Gehirns arbeiten, zu denen u.a. die Amygdala, das Kontrollzentrum der Emotionen, zählt. Darüber hinaus kann Neurofeedback ebenfalls an einer Regulierung des Hypothalamus arbeiten, wodurch an der Körpertemperatur der Patientinnen angesetzt werden kann. Der Hippocampus, welcher in erster Linie mit dem Gedächtnis assoziiert wird, kann durch Neurofeedback ebenfalls trainiert werden. Neben den bereits angeführten Hirnarealen fokussiert das Neurofeedback-Training ebenfalls die Regulierung des präfrontalen Kortex, sodass bspw. die Konzentrationsfähigkeit trainiert werden kann. Neurofeedback kann somit bei vielen der mit den Wechseljahren verbundenen Symptome ansetzen, indem es auf diese Teile des Gehirns einwirkt.


Den ganzen Artikel lesen Sie in der Juniausgabe der Zeitschrift Menopause Life.
https://menopauseexperts.com/product/menopause-life-june-2023/


Auch wir möchten die Erkenntnisse in diesem Gebiet weiter voranbringen. Wir suchen daher interessierte Therapeut:innen, welche Teil einer Studie sein möchten, die Fallstudien zu diesem Thema untersucht. Wenn Sie Interesse daran haben, teilen Sie uns dies gerne hier mit:
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScoACLdNJnqX8g4We7BVTKfHoVrzD8ix-g4oj7WYlpT_p3RAw/viewform?usp=sf_link


Weitere Quellen:

Krug, M. (2022): Menopause - ein Organ verabschiedet sich. EHK; 71: 89-96. a-1718-1360.pdf (thieme-connect.com)
 

“Die Idee hinter dem Alpha-Theta-Training ist es, einen Zugang zwischen der bewussten und der unbewussten Ebene zu schaffen.” Über den Einsatz von Alpha-Theta-Training in der Therapie und als Methode der Selbstfürsorge - ein Interview mit Meike Wiedemann

13. Juli 2023

Gemeinsam mit Neurobiologin und Neurofeedback-Expertin Meike Wiedemann haben wir ein Interview zum Thema Alpha-Theta-Training geführt. Sie erklärt, was Alpha-Theta-Training eigentlich ist, wie sie es in ihrem Praxisalltag einsetzt und warum es eine Methode der Selbstfürsorge darstellt.

 

BEE Medic: Liebe Meike, vielen herzlichen Dank, dass du dir heute Zeit für uns nimmst. Kannst du zu Beginn beschreiben, was das Alpha-Theta-Training überhaupt ist? 
Meike:
Das Alpha-Theta-Training ist ein Bestandteil der sogenannten Othmer-Methode. Beim Alpha-Theta greifen wir im Prinzip auf das Frequenzbandtraining zurück. Im Gegensatz zum Wachtraining sprechen wir beim Alpha-Theta-Training auch vom Tiefenzustandstraining, weil der Zustand, den man damit erreichen möchte, eine Art Trancezustand ist. Bei dem Alpha-Theta-Training sitzen die Patient:innen mit geschlossenen Augen auf einem bequemen Sessel. Ihre Augen sollen Patient:innen während des ganzen Prozesses geschlossen halten, um in diesen Tiefenzustandsbereichen einen besseren Zugriff auf die Verarbeitung psychologischer Themen zu haben. Das ILF-Wachtraining wird hauptsächlich zur physiologischen Regulation eingesetzt. Das Alpha-Theta-Training geht eine Schicht tiefer, um die psychodynamischen Prozesse anzusprechen und auch Zugriff auf unbewusste Verarbeitungen zu haben. Die Idee hinter dem Alpha-Theta-Training ist es, einen Zugang zwischen der bewussten und der unbewussten Ebene zu schaffen. Das Alpha-Theta-Training zielt daher mehr auf die Psychodynamik ab und weniger auf eine körperliche Regulation. Wobei man sagen muss, dass innerseelische Vorgänge, die unser Verhalten prägen, auch eng mit körperlichem Empfinden verbunden sind und umgekehrt. Man öffnet im Alpha-Theta-Training die Pipeline, so dass die bewussten und unbewussten Systeme “verbunden werden können" und so auch die Ressourcen im Unbewussten genutzt werden können.

BEE Medic: Wofür steht eigentlich Alpha und für was Theta?
Meike:
Das sind die klassischen Frequenzbänder. Alpha ist ein Frequenzband um die zehn Hertz und Theta liegt tiefer, zwischen vier und sieben Hertz. Der Zustand im Alpha ist eine leichte Entspannung, man kann von einem entspannten Fokus sprechen. Im Vergleich dazu liegt Theta noch tiefer. Wenn wir vom ganzen Spektrum von Wachzuständen sprechen, dann gibt es diesen entspannten Fokus und wenn man dann mehr und mehr “nach innen geht” und in sich zurückzieht, dann befinden wir uns  eher in dem Theta-Bereich und den unterbewussten Zuständen.

BEE Medic: Wie setzt du das Alpha-Theta-Training in deiner Praxis ein?
Meike: Das Alpha-Theta-Training ist immer ein Zusatz zum ILF-Training, zum sogenannten Wachtraining. Mit dem ILF-Neurofeedback wird erstmal über mehrere Sitzungen eine Basis geschaffen, da gibt es keine feste Anzahl. Das heißt, man hat zunächst viele Sitzungen Wachtraining, um Symptome zu reduzieren und die zu behandelnde Person zu stabilisieren. Dann kann man für Themen,  bei welchen es um psychodynamische Prozesse geht, damit arbeiten. Beispielsweise die Veränderung von Glaubenssätzen, alte Gewohnheiten loszulassen oder auch bei der Verarbeitung von traumatischen Inhalten. Im nächsten Schritt geht es darum, eine Schicht tiefer zu tauchen, um Dinge auch aufzulösen. Im weiteren Verlauf einer Alpha-Theta-Sitzung fördert man durch das Neurofeedback sowohl Alpha- als auch Theta-Wellen. Am Anfang empfinden Patient:innen eine leichte Entspannung im Alpha-Bereich. Nach fünf bis zehn Minuten gehen die Patient:innen meistens noch einen Schritt tiefer in diese tranceähnlichen Zustände. In der Regel wechseln sie dann zwischen Alpha und Theta, oder haben auch mal längere Zustände im Theta. Das ist dann der Bereich, in dem man Zugriff auf die unbewussten Bereiche hat. Die Anwendung von Alpha-Theta-Training unterscheidet sich zwischen Patient:innen. Bei manchen bietet es sich an in jeder zweiten Sitzung Alpha-Theta-Training zu machen, bei anderen mag es sein, dass man alle drei, vier, fünf Sitzungen erst damit arbeitet, um die im Wachtraining erreichte Symptomreduktion beizubehalten und keine Rückschritte hervorzurufen. Was die Patient:innen aber im Alpha-Theta-Training erleben, das sind traumähnliche Zustände. Dinge verknüpfen sich und sie finden Lösungen, auf die sie mit bewusstem Denken nie gekommen wären. Es ist aber nicht so, dass das immer ganz bewusst ist, dass es “klick” macht. Sondern das passiert oft auf unbewusster Ebene.

BEE Medic: Warum ist es so wichtig, sich mit ILF-Neurofeedback auf das Alpha-Theta-Training vorzubereiten?
Meike: Man möchte, dass die Patient:innen das Alpha-Theta-Training  von einer sicheren Position aus erleben, und das braucht zunächst die Vorbereitung und die physiologische Regulation durch das ILF-HD-Training. Patient:innen, die sehr beladen sind, sei es mit emotionalen Problemen oder mit neurologischen Instabilitäten, so etwas wie Migräneattacken oder Kopfschmerz-Symptomen, können durch das Alpha-Theta-Training wieder getriggert werden. Oder wenn ich mit Menschen mit traumatischen Erlebnissen ein Alpha-Theta-Training ohne ILF-Training mache, dann kann es passieren, dass sie sich mit ihrem ganzen Erleben in diesem Trauma befinden. Ist jemand noch extrem ängstlich und kontrolliert, dann wird er oder sie sich auch nicht auf ein Alpha-Theta-Training einlassen können. Was dann passieren könnte ist, dass die Patient:innen die Augen aufreißen und sagen “das mach ich nicht!”, weil sie spüren, dass sie die Kontrolle verlieren. Das Loslassen und der entspannte Zustand wird dann als gefährlich und zu überwältigend empfunden, dadurch können unnötige Ängste getriggert werden.
Deshalb braucht es eine gute Vorbereitung, einerseits mit dem ILF-Training und andererseits natürlich auch eine entsprechend gute Beziehung zu dem/r Therapeut:in.

BEE Medic: Mit welchen Patient:innen machst du das Alpha-Theta-Training?
Meike: Alpha-Theta-Training kann die Effekte vom ILF-HD-Training nochmal richtig festigen. Bei Patient:innen, welche nach dem ILF-Training “noch nicht fertig” sind, kann das Alpha-Theta-Training nochmal einen Schwung in ihrer Weiterentwicklung erzielen. Die Person sollte es nur gut vertragen oder genügend vorbereitet sein, durch ILF-Training oder andere Selbstregulierungsmethoden. Ich hatte schon Patient:innen im Training, bei denen ich gesagt habe “Prima, die Kopfschmerzen sind weg, jetzt können wir das Training ausschleichen lassen”. Und die Patient:innen haben dann gesagt:“Nein, jetzt fangen wir erst richtig an. Ich hätte nie gedacht, dass ich in meinem Leben überhaupt so weit komme und jetzt habe ich noch diesen und jenen Wunsch.” Alpha-Theta-Training wird auch häufig im Bereich Peak Performance eingesetzt. Zum Beispiel kann ein:e Skifahrer:in gewisse Strecken durchlaufen oder ein:e Schauspieler:in  oder Sänger:in kann sich in diesem Zustand auf die Aufführung oder die Prüfung vorbereiten.

 

BEE Medic: Welchen Vorteil bietet das Alpha-Theta-Training deinen Patient:innen?
Meike: Das Alpha-Theta-Training kann einen weiteren Schub in der Veränderungsarbeit geben, in dem ganzen Therapieprozess und erlaubt eine Verarbeitung auf einer tieferen Ebene. Wenn ich das Alpha-Theta trainiere, dann trainiere ich auch für die Zukunft: Wie kann ich mich auf solche Zustände einlassen? Man kann dann viel mehr auf Ressourcen, die im Unterbewusstsein liegen, einen Zugriff schaffen und mehr davon nutzen.

BEE Medic: Warum macht man das Alpha-Theta-Training mit geschlossenen Augen? Und wie funktioniert dann eigentlich das Feedback?
Meike: Beim Alpha-Theta-Training ist es wichtig, die Augen zu schließen, damit man überhaupt in diesen tiefen Zustand gelangt. Das Alpha-Theta-Training ermöglicht in diesem Zustand, Dinge in einer Art Dissoziation noch einmal zu erleben. Das heißt es ermöglicht, sich selbst in einem sicheren Zustand zu fühlen, um Dinge nochmal unter einem anderen Blickwinkel verarbeiten zu können. Es ist wie eine “nach-innen-Schau”. Man richtet den Fokus weg von der Außenwelt und in die Innenwelt hinein. Und das ist natürlich schwer, wenn man von außen durch Bilder abgelenkt ist. Erst mit geschlossenen Augen tauchen die Alphawellen in dem Maß auf, in dem man in sich hineinschauen kann. Das Trickreiche beim Neurofeedback ist: Alles Feedback, das man braucht, also wie verhalten sich gerade die Alphaamplituden, Thetaamplituden, steile Anstiege in Amplituden, das wird alles auditiv zurückgemeldet. Man muss keine Angst haben, dass man mit geschlossenen Augen irgendein Feedback verpasst. Nichtsdestotrotz haben wir die Möglichkeit am Anfang bei dem Software Modul Alpha-Theta-Reflections, auch ein visuelles Feedback zu geben. Das erleichtert den Patient:innen oft den Einstieg. Das sind sogenannte guided imagery, die man in verschiedenen Sprachen zuschalten kann, sodass die Patient:innen unterstützt werden, in einen solchen Zustand zu gelangen. 

BEE Medic: Was sind deine bisherigen Erfahrungen mit Alpha-Theta-Training?
Meike: Ich habe auch schon in früheren Zeiten an der Uni mit Alpha-Theta-Training gearbeitet. Die Erfahrung ist, dass Patient:innen relativ schnell in solche Trancezustände kommen ohne, dass sie groß angeleitet werden müssen. Im therapeutischen Sinn ist es eine fantastische Möglichkeit für Patient:innen auf unbewusster Ebene psychodynamischen Prozessen zu unterstützen, zu verarbeiten, umzulernen und wirklich diesen Tiefenzustand zu nutzen, wie man das mit anderen Methoden auch macht. Ich arbeite auch mit Hypnosetherapie. Da gibt es relativ viele Parallelen dazu. 

BEE Medic: Kann man Alpha-Theta-Training als Therapeut:in auch an sich selbst anwenden?
Meike: Ich würde es jedem/r Therapeut:in ans Herz legen, selbst zu trainieren und selbst diese Tools zu nutzen. Und nicht nur in dem Sinn, dass man eine Selbsterfahrung macht, sondern damit man weiß, was die Patient:innen währenddessen erleben. Für mich selbst sind die Gewinnbringendsten das Synchronie und das Alpha-Theta-Training. Es gibt verschiedene Methoden für Selbstfürsorge, aber wenn ich Neurofeedback mache, dann sind Synchronie und Alpha-Theta meine Favoriten. Das bringt einen wirklich von dem Alltag herunter, auf eine andere Ebene, wie eine angenehme tiefe Meditation. Und es ist super einfach. Man muss nichts machen, außer sich die Elektroden aufkleben, das Programm starten und sich dann sozusagen berieseln lassen. Ich kann dann auch richtig abtauchen in diesen tiefen Zustand. Das finde ich sehr gewinnbringend und der Ablauf vom Rest des Tages ist dann ein komplett anderer, viel entspannter und gelassener, ruhiger. So gesehen finde ich das Alpha-Theta-Training, wenn man ein Neurofeedback-System zur Verfügung hat, eine relativ einfache Art der Selbstfürsorge. 

Erste Annual Conference for Applied Neurofeedback - vom 16. bis 17. Juni 2023 in Birmingham, UK

31. Mai 2023

In diesem Jahr findet die erste Annual Conference for Applied Neurofeedback, kurz: ACAN, in Birmingham statt. Vom 16. bis 17. Juni geben internationale Expert:innen in Vorträgen und Diskussionsrunden Einblicke in die moderne Neurofeedback-Forschung und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, wobei das Thema Trauma im Fokus steht. In praktischen Neurofeedback-Workshops werden innovative Technologien wie Virtual Reality, QEEG, Neurofeedback im Bereich der Peak Performance und Biofeedback behandelt. 


“Wir freuen uns sehr, dass einige namhafte Persönlichkeiten wie Sebern Fisher und Siegfried Othmer an der Konferenz teilnehmen und ihre Expertise teilen. Die Konferenz bietet geballtes Fachwissen und die optimale Möglichkeit, neue Impulse und Anregungen für die Praxis zu erhalten. Ich bin mir sicher, dass die Konferenz einen großen Mehrwert für alle Teilnehmenden bietet.”, so Alan Beresford, UK Manager von BEE Systems Limited. Teilnehmende der Konferenz erwarten Einblicke in die tägliche klinische Praxis sowie die Integration von innovativen Technologien wie Virtual Reality Neurofeedback und Biofeedback-Anwendungen in die Neurofeedback-Praxis. Renommierte Expert:innen legen in Impulsvorträgen dar, wie und warum Neurofeedback im Bereich der Traumatherapie eine zunehmend relevante Rolle spielt. Zudem werden aktuelle Erfahrungen mit Neurofeedback-Behandlungen bei Long Covid diskutiert.

 

An der ACAN nehmen Fachleute für psychische Gesundheit aus der ganzen Welt teil. Die Konferenz bietet damit auch eine wertvolle Plattform für intensiven Austausch und ermöglicht allen Teilnehmenden neue Impulse für verbesserte Praxis und eine optimierte Anwendung von Neurofeedback zu erhalten sowie ihr Netzwerk international zu erweitern. “Mit ACAN möchten wir eine internationale Plattform für anwendungsorientiertes Neurofeedback schaffen.”, so Johannes Spallek, Geschäftsführer der BEE Medic GmbH und weiter “Teilnehmende können nicht nur in persönlichen Kontakt mit Fachkolleg:innen treten und sich von Gleichgesinnten inspirieren lassen, sondern verlassen die Konferenz mit einem Bündel an Wissen und umsetzbaren Ideen, um mit Neurofeedback noch mehr zu erreichen”.

 

Weitere Informationen und Details zur Konferenz sowie zum Ticketkauf finden Sie hier.
 

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