Neurofeedback
Definition, Vorteile & Ablauf
ILF Neurofeedback vs Frequenzbandtraining
Was ist ILF-Neurofeedback?
BEE Medic ist auf Infra-Low-Frequency-Neurofeedback, kurz ILF-Neurofeedback, spezialisiert. ILF-Neurofeedback hat sich aus dem klassischen Frequenzband-Neurofeedback weiterentwickelt und bezieht sowohl Frequenzbandanteile als auch sehr langsame EEG-Aktivität (Infra Low Frequencies unter 0,01 Hertz) in das Feedback ein. Diese sehr langsamen Frequenzen beeinflussen nicht die situative Erregung, sondern die grundsätzliche Erregbarkeit des Gehirns.
Beim ILF-Neurofeedback steht die Selbstregulationsfähigkeit des zentralen Nervensystems im Mittelpunkt. Die Trainingsparameter werden individuell an die zu behandelnde Person angepasst. So unterscheiden sich beispielsweise die Elektrodenplatzierungen, die Reihenfolge und Dauer, in der bestimmte Areale trainiert werden, sowie die individuelle Trainingsfrequenz. Grundlage dafür sind die Symptome und die Reaktionen der behandelten Person während des Trainings und in den Tagen danach. Wie diese individuelle Anpassung funktioniert, lernen Sie in unserem 5-tägigen Grundkurs.
Das Besondere beim ILF-Neurofeedback: Es funktioniert auf einer unterbewussten Ebene und es ist keine Anstrengung nötig. Die behandelte Person muss dabei nicht bewusst versuchen, ihren eigenen Zustand zu verändern oder das Feedback gezielt zu steuern.
Eine 2026 in NeuroImage veröffentlichte Studie von de Matos et al. mit 135 gesunden Probandinnen und Probanden zeigte bereits nach einer einzelnen Sitzung mit dem vollständigen ILF-Neurofeedback-Protokoll statistisch signifikante Veränderungen der funktionellen Konnektivität von Hirnnetzwerken.
Was ist Frequenzband-Neurofeedback?
Beim Frequenzband-Neurofeedback, auch klassisches Neurofeedback genannt, werden bestimmte Frequenzbereiche der EEG-Aktivität trainiert. Die Aktivität in verschiedenen Frequenzbereichen bzw. -bändern steht dabei mit unterschiedlichen Aktivierungs- und Erregungszuständen des Gehirns in Zusammenhang.
Produziert das Gehirn beispielsweise überwiegend sogenannte SMR-Wellen im Frequenzbereich von 12 bis 15 Hertz, ist die Person körperlich entspannt, konzentriert und aufmerksam. Durch operante Konditionierung wird das Gehirn dazu gebracht, mehr von diesen Wellen zu produzieren, und die Person verändert dadurch ihren Erregungszustand. Je nach Trainingsziel wird die Aktivität ausgewählter Frequenzbänder über das Feedback zurückgemeldet und gezielt trainiert.
Mit den Systemen von BEE Medic ist sowohl Frequenzband- als auch ILF-Neurofeedback möglich.
Was ist ILF-Neurofeedback?
Was ist Frequenzband-Neurofeedback?
| Merkmal | Neurofeedback | Andere Biofeedback-Verfahren |
|---|---|---|
| Gemessenes Signal | Gehirnaktivität | Körperliche Funktionen wie Herzaktivität, Muskelaktivität, Atmung oder Hautleitfähigkeit |
| Sensoren | Meist EEG-Elektroden auf der Kopfhaut | EKG-Elektroden, EMG-Elektroden, Atemsensoren, Hautleitfähigkeitssensoren |
| Beispiel-Parameter | EEG-Frequenzbänder, Infra-Low-Frequency-Aktivität (ILF), langsame kortikale Potenziale (SCP) | Herzratenvariabilität (HRV), Muskelaktivität (EMG), Atemfrequenz, Hautleitfähigkeit, Hauttemperatur |
| Trainingsziel | Selbstregulation bestimmter Merkmale der Gehirnaktivität | Selbstregulation der gemessenen körperlichen Funktionen |
| Trainingsprinzip | Rückmeldung von Gehirnaktivität, je nach Verfahren auch ohne bewusste Steuerungsstrategie | Rückmeldung physiologischer Signale, häufig kombiniert mit bewussten Regulationsstrategien |
Häufige Fragen zu Neurofeedback
1. Wo kann Neurofeedback eingesetzt werden?
Neurofeedback wird überwiegend im therapeutischen Kontext eingesetzt, findet aber auch außerhalb der Behandlung von Erkrankungen Anwendung, beispielsweise im Peak-Performance-Training.
2. Wie lange dauert eine Neurofeedback-Sitzung?
Eine Neurofeedback-Sitzung dauert in der Regel etwa 45 Minuten. Darin enthalten sind die Vor- und Nachbesprechung, das Anbringen der Elektroden, das eigentliche Training und das Entfernen der Elektroden.
3. Wie viele Neurofeedback-Sitzungen sind nötig?
Eine Neurofeedback-Therapie umfasst in der Regel 20 bis 30 Sitzungen, idealerweise ein- bis zweimal pro Woche. Die genaue Anzahl hängt von der individuellen Situation, dem Behandlungsziel und dem Verlauf ab. Danach wird häufig eine Pause empfohlen, um zu sehen, ob und welche Symptome noch vorhanden sind. Danach können weitere Sitzungen sinnvoll sein. Bei einigen Erkrankungen kann eine dauerhafte Behandlung ohne größere Pausen nötig sein.
4. Was misst Neurofeedback?
Neurofeedback misst die elektrische Aktivität des Gehirns mithilfe eines EEG. Eine Software verarbeitet die EEG-Signale und wandelt sie in Echtzeit in eine Rückmeldung über Bild, Ton oder Vibration um.
5. Tut Neurofeedback weh?
Nein, Neurofeedback tut nicht weh, da dabei nur die Gehirnaktivität gemessen wird. Das Verfahren ist nicht invasiv und es wird kein Strom in das Gehirn geleitet.
6. Was sind die Voraussetzungen für den Kauf von BEE-Medic-Geräten?
Für den Kauf unserer Neurofeedback-Geräte ist ein Grundkurs bei BEE Medic oder einem autorisierten Lehrpartner Voraussetzung. So ist sichergestellt, dass die Systeme fachkundig und sicher eingesetzt werden. Die Neurofeedback-Kurse richten sich an Fachpersonen mit medizinischem oder therapeutischem Hintergrund. Wenn Sie Neurofeedback zunächst unverbindlich kennenlernen möchten, ist ein kostenloses Webinar ein guter Einstieg.