Direkt zum Inhalt
Young woman receiving neurofeedback brain training with EEG sensors guided by a therapist

Neurofeedback

Definition, Vorteile & Ablauf

Elderly patient with EEG electrodes on his head during a neurofeedback therapy session with a therapist in front of a screen

Was bringt Neurofeedback?

Mit Neurofeedback können je nach Verfahren beispielsweise Aufmerksamkeit und Konzentration, bestimmte Muster der EEG-Aktivität oder Regulationsprozesse des zentralen Nervensystems trainiert werden.

EEG-Neurofeedback macht ausgewählte Aspekte der Gehirnaktivität unmittelbar für ein Training nutzbar. Was damit erreicht werden soll, hängt vom jeweiligen Ansatz und dem individuellen Behandlungsziel ab. 

ILF Neurofeedback vs Frequenzbandtraining

Was ist ILF-Neurofeedback?

BEE Medic ist auf Infra-Low-Frequency-Neurofeedback, kurz ILF-Neurofeedback, spezialisiert. ILF-Neurofeedback hat sich aus dem klassischen Frequenzband-Neurofeedback weiterentwickelt und bezieht sowohl Frequenzbandanteile als auch sehr langsame EEG-Aktivität (Infra Low Frequencies unter 0,01 Hertz) in das Feedback ein. Diese sehr langsamen Frequenzen beeinflussen nicht die situative Erregung, sondern die grundsätzliche Erregbarkeit des Gehirns. 

Beim ILF-Neurofeedback steht die Selbstregulationsfähigkeit des zentralen Nervensystems im Mittelpunkt. Die Trainingsparameter werden individuell an die zu behandelnde Person angepasst. So unterscheiden sich beispielsweise die Elektrodenplatzierungen, die Reihenfolge und Dauer, in der bestimmte Areale trainiert werden, sowie die individuelle Trainingsfrequenz. Grundlage dafür sind die Symptome und die Reaktionen der behandelten Person während des Trainings und in den Tagen danach. Wie diese individuelle Anpassung funktioniert, lernen Sie in unserem 5-tägigen Grundkurs.

Das Besondere beim ILF-Neurofeedback: Es funktioniert auf einer unterbewussten Ebene und es ist keine Anstrengung nötig. Die behandelte Person muss dabei nicht bewusst versuchen, ihren eigenen Zustand zu verändern oder das Feedback gezielt zu steuern. 

Eine 2026 in NeuroImage veröffentlichte Studie von de Matos et al. mit 135 gesunden Probandinnen und Probanden zeigte bereits nach einer einzelnen Sitzung mit dem vollständigen ILF-Neurofeedback-Protokoll statistisch signifikante Veränderungen der funktionellen Konnektivität von Hirnnetzwerken. 

Was ist Frequenzband-Neurofeedback?

Beim Frequenzband-Neurofeedback, auch klassisches Neurofeedback genannt, werden bestimmte Frequenzbereiche der EEG-Aktivität trainiert. Die Aktivität in verschiedenen Frequenzbereichen bzw. -bändern steht dabei mit unterschiedlichen Aktivierungs- und Erregungszuständen des Gehirns in Zusammenhang. 

Produziert das Gehirn beispielsweise überwiegend sogenannte SMR-Wellen im Frequenzbereich von 12 bis 15 Hertz, ist die Person körperlich entspannt, konzentriert und aufmerksam. Durch operante Konditionierung wird das Gehirn dazu gebracht, mehr von diesen Wellen zu produzieren, und die Person verändert dadurch ihren Erregungszustand. Je nach Trainingsziel wird die Aktivität ausgewählter Frequenzbänder über das Feedback zurückgemeldet und gezielt trainiert.

Mit den Systemen von BEE Medic ist sowohl Frequenzband- als auch ILF-Neurofeedback möglich.

Young female patient with EEG electrodes during a neurofeedback training session facing her therapist
Therapist attaching EEG electrodes to a young girl with a NeuroAmp 2 device visible on the table

Was ist ILF-Neurofeedback?

Was ist Frequenzband-Neurofeedback?

Neurofeedback session

Anwendungsgebiete: Wo wird ILF-Neurofeedback eingesetzt?

Da ILF-Neurofeedback darauf abzielt, die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns zu verbessern, ist das Behandlungsspektrum im medizinischen Bereich breit. Es kann daher bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern zum Einsatz kommen. Unter anderem berichten Anwenderinnen und Anwender von positiven Effekten in der unterstützenden Therapie von:

• ADHS
 • Epilepsie
 • Angststörungen
 • Depressionen
 • Schlafstörungen
 • Migräne
 • Tinnitus
 • Autismus-Spektrum-Störungen
 • Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)

Ob Neurofeedback im individuellen Fall geeignet ist, sollte durch entsprechend qualifizierte Fachpersonen beurteilt werden.

darts target

Neurofeedback & Peak Performance

Darüber hinaus wird Neurofeedback auch im Peak-Performance-Training eingesetzt, beispielsweise mit dem Ziel, Aufmerksamkeit und Konzentration zu trainieren.

Ist Neurofeedback wissenschaftlich belegt? Stand der Forschung

Neurofeedback wird seit vielen Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht. Die Forschung beschäftigt sich sowohl mit klinischen Anwendungen als auch mit den neurophysiologischen Mechanismen verschiedener Neurofeedback-Ansätze.

Die Neurofeedback-Studienlage unterscheidet sich je nach Verfahren und Anwendungsgebiet. Deshalb ist es wichtig, wissenschaftliche Ergebnisse im Kontext des untersuchten Neurofeedback-Verfahrens zu betrachten.

Eine Auswahl wissenschaftlicher Publikationen zu verschiedenen Anwendungsgebieten finden Sie in unserem Neurofeedback-Studienüberblick.

Close-up of therapist's hands carefully placing EEG electrodes on a young woman's head for neurofeedback training
Neurofeedback und andere Biofeedback-Methoden im Vergleich
Merkmal Neurofeedback Andere Biofeedback-Verfahren
Gemessenes Signal Gehirnaktivität Körperliche Funktionen wie Herzaktivität, Muskelaktivität, Atmung oder Hautleitfähigkeit
Sensoren Meist EEG-Elektroden auf der Kopfhaut EKG-Elektroden, EMG-Elektroden, Atemsensoren, Hautleitfähigkeitssensoren
Beispiel-Parameter EEG-Frequenzbänder, Infra-Low-Frequency-Aktivität (ILF), langsame kortikale Potenziale (SCP) Herzratenvariabilität (HRV), Muskelaktivität (EMG), Atemfrequenz, Hautleitfähigkeit, Hauttemperatur
Trainingsziel Selbstregulation bestimmter Merkmale der Gehirnaktivität Selbstregulation der gemessenen körperlichen Funktionen
Trainingsprinzip Rückmeldung von Gehirnaktivität, je nach Verfahren auch ohne bewusste Steuerungsstrategie Rückmeldung physiologischer Signale, häufig kombiniert mit bewussten Regulationsstrategien

Häufige Fragen zu Neurofeedback

Neurofeedback wird überwiegend im therapeutischen Kontext eingesetzt, findet aber auch außerhalb der Behandlung von Erkrankungen Anwendung, beispielsweise im Peak-Performance-Training.

Eine Neurofeedback-Sitzung dauert in der Regel etwa 45 Minuten. Darin enthalten sind die Vor- und Nachbesprechung, das Anbringen der Elektroden, das eigentliche Training und das Entfernen der Elektroden.

Eine Neurofeedback-Therapie umfasst in der Regel 20 bis 30 Sitzungen, idealerweise ein- bis zweimal pro Woche. Die genaue Anzahl hängt von der individuellen Situation, dem Behandlungsziel und dem Verlauf ab. Danach wird häufig eine Pause empfohlen, um zu sehen, ob und welche Symptome noch vorhanden sind. Danach können weitere Sitzungen sinnvoll sein. Bei einigen Erkrankungen kann eine dauerhafte Behandlung ohne größere Pausen nötig sein.

Neurofeedback misst die elektrische Aktivität des Gehirns mithilfe eines EEG. Eine Software verarbeitet die EEG-Signale und wandelt sie in Echtzeit in eine Rückmeldung über Bild, Ton oder Vibration um.

Nein, Neurofeedback tut nicht weh, da dabei nur die Gehirnaktivität gemessen wird. Das Verfahren ist nicht invasiv und es wird kein Strom in das Gehirn geleitet.

Für den Kauf unserer Neurofeedback-Geräte ist ein Grundkurs bei BEE Medic oder einem autorisierten Lehrpartner Voraussetzung. So ist sichergestellt, dass die Systeme fachkundig und sicher eingesetzt werden. Die Neurofeedback-Kurse richten sich an Fachpersonen mit medizinischem oder therapeutischem Hintergrund. Wenn Sie Neurofeedback zunächst unverbindlich kennenlernen möchten, ist ein kostenloses Webinar ein guter Einstieg.

Haben Sie gewusst?

Die Entwicklung des ILF-Neurofeedbacks geht maßgeblich auf die klinische Arbeit von Siegfried und Susan Othmer zurück. Seit 2004 arbeitet Bernhard Wandernoth, der Gründer von BEE Medic, eng mit ihnen zusammen. Wandernoth gründete BEE Medic 2005 und hat den Ansatz durch die Entwicklung spezialisierter EEG-Verstärker und die Neurofeedback-Software Cygnet technologisch weiterentwickelt.

Therapist working at a computer monitor to configure and analyze neurofeedback software data