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Infra-Low-Frequency-Neurofeedback und Peak Performance: Ein neurophysiologischer Ansatz für Stabilität, Regulation und menschliches Potenzial

07. April 2026

Ein Beitrag von Kasia McCartney

Abstract
Höchstleistung in unterschiedlichen Bereichen – vom Spitzensport bis hin zu anspruchsvollen Führungspositionen – hängt nicht nur von erlernten Fähigkeiten und mentalem Training ab, sondern ganz wesentlich von der Stabilität und Anpassungsfähigkeit der zugrunde liegenden neurophysiologischen Systeme. Infra-Low-Frequency (ILF) Neurofeedback ist ein vergleichsweise neuer Ansatz, der gezielt die Selbstregulation auf Ebene der Gehirnnetzwerke unterstützt.
Dieser Artikel beleuchtet den Einsatz von ILF-Neurofeedback bei leistungsorientierten Zielgruppen und verbindet dabei Erkenntnisse aus Neuropsychologie, Leistungspsychologie und Sportmedizin. Klinische Erfahrungen zeigen, dass ILF-Training unter anderem die Aufmerksamkeitssteuerung, die sensomotorische Integration, die Emotionsregulation sowie Erholungsprozesse verbessern kann – und damit sowohl die Leistungsfähigkeit als auch die Belastbarkeit unter Druck stärkt.

Einleitung
Der Weg zur Höchstleistung wurde lange vor allem über körperliches Training, den Erwerb technischer Fertigkeiten und psychologische Strategien wie Visualisierung oder kognitive Umstrukturierung definiert. Diese Faktoren sind nach wie vor zentral. Gleichzeitig rückt zunehmend ein weiterer Aspekt in den Fokus: die neurophysiologische Regulation als Grundlage für stabile und anpassungsfähige Leistung.
Menschen, die auf hohem Niveau performen – ob im Sport oder in Führungspositionen – bewegen sich in Umfeldern mit konstant hohen Anforderungen, großem Druck und wiederkehrendem Stress. Häufig wird Leistung dabei über erhöhte Aktivierungszustände aufrechterhalten, etwa durch Anspannung, Nervosität oder adrenalingetriebene Energie. Kurzfristig kann das hilfreich sein, langfristig geht es jedoch oft mit eingeschränkter Erholung, schlechteren Entscheidungen unter Druck und einem erhöhten Risiko für Erschöpfung oder Burnout einher.
ILF-Neurofeedback setzt genau hier an: Es ermöglicht, direkt auf die Selbstregulationsmechanismen des Gehirns einzuwirken – insbesondere im Hinblick auf die Stabilität großer neuronaler Netzwerke und das Gleichgewicht im autonomen Nervensystem.

Die neurophysiologischen Grundlagen von ILF-Neurofeedback
ILF-Neurofeedback arbeitet mit extrem langsamen Gehirnaktivitäten unterhalb von 0,1 Hz. Diese stehen in engem Zusammenhang mit sogenannten langsamen kortikalen Potenzialen sowie mit der Regulation großräumiger Netzwerke im Gehirn – etwa thalamokortikaler Systeme und dem Default Mode Network.

Diese langsamen Rhythmen spielen vermutlich eine zentrale Rolle dabei, die Erregbarkeit der Großhirnrinde zu steuern, neuronale Prozesse zeitlich zu koordinieren und die Stabilität des Gesamtsystems aufrechtzuerhalten.
Kommt es hier zu Störungen – wie sie im Modell der thalamokortikalen Dysrhythmie beschrieben werden – kann die Informationsverarbeitung ineffizient werden und es entsteht eine Art „neuronales Rauschen“. Bei leistungsorientierten Menschen zeigt sich das häufig in Form von gedanklicher Überaktivität, inkonsistenten Bewegungen, emotionaler Reizbarkeit oder Schwierigkeiten, in erholsame Zustände wie Schlaf zu finden.
Das Ziel von ILF-Neurofeedback ist es, diese grundlegende Stabilität wiederherzustellen, ohne dabei die notwendige Flexibilität einzuschränken. Dadurch werden fließendere Übergänge zwischen Aktivierung und Erholung möglich. Es geht also nicht um einzelne Symptome, sondern um die Regulation des gesamten Systems, das Leistung überhaupt erst ermöglicht.

Anwendung im sportlichen Kontext
Sportliche Leistung basiert wesentlich auf dem Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung. Studien zeigen, dass Neurofeedback die Koordination, Reaktionsgeschwindigkeit und Wahrnehmungsgenauigkeit verbessern kann – Hinweise auf eine optimierte sensomotorische Integration.
In der Praxis berichten viele Athletinnen und Athleten nach ILF-Training von präziseren Bewegungsabläufen und besserem Timing – besonders in Sportarten, in denen Feinmotorik entscheidend ist.
Ein weiterer Schlüssel zur Leistung ist die Fähigkeit, unter Druck fokussiert zu bleiben. Neurofeedback kann dazu beitragen, die Aufmerksamkeit zu stabilisieren und Schwankungen zu reduzieren. Häufig verschwindet das Gefühl des „Blockierens“ oder Überdenkens in entscheidenden Momenten. Stattdessen beschreiben viele ein erleichtertes, automatisches Handeln – ein Zeichen dafür, dass kognitive Steuerung und motorische Abläufe besser zusammenspielen.

Auch mentale Techniken wie Visualisierung profitieren offenbar davon: Viele berichten, dass innere Bilder klarer, stabiler und leichter kontrollierbar werden. Das macht mentales Training effektiver und deutet auf eine bessere Vernetzung der beteiligten Gehirnareale hin.
Nicht zuletzt spielt Regeneration eine zentrale Rolle – insbesondere Schlaf. Schlechter Schlaf beeinträchtigt nachweislich Reaktionszeit, kognitive Leistung und erhöht das Verletzungsrisiko. ILF-Neurofeedback wird häufig mit verbessertem Einschlafen, stabilerem Schlaf und insgesamt höherer Schlafqualität in Verbindung gebracht. Das unterstützt sowohl die körperliche Erholung als auch die mentale Widerstandskraft.

Anwendung im Führungskontext (Executive Performance)
Im beruflichen Kontext äußern sich hohe Anforderungen oft als mentale Überlastung: Gedanken springen, die Aufmerksamkeit ist zersplittert und Informationen werden weniger effizient verarbeitet. Viele beschreiben das Gefühl, nicht mehr „abschalten“ zu können.
Neurofeedback kann hier helfen, indem es Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilität stärkt. Das führt häufig zu klareren, strukturierteren Denkprozessen.
In der Praxis berichten viele von besserer Entscheidungsfähigkeit und einer größeren Leichtigkeit, Aufgaben zu beginnen und abzuschließen. Dahinter steht nicht nur mehr „mentale Kapazität“, sondern vor allem eine bessere Regulation der zugrunde liegenden neuronalen Prozesse.
Auch die Emotionsregulation spielt eine wichtige Rolle – besonders in Führungspositionen. ILF-Neurofeedback kann dazu beitragen, dass emotionale Reaktionen stabiler werden, ohne an Anpassungsfähigkeit zu verlieren. Das zeigt sich in gelassenerem Verhalten, weniger Impulsivität und konsistenterem Auftreten.
Dauerstress ist in vielen Arbeitsumfeldern zur Normalität geworden. Obwohl er oft als notwendig angesehen wird, führt eine dauerhafte Aktivierung des Stresssystems langfristig zu Belastung und Erschöpfung. ILF-Training unterstützt ein ausgewogeneres Zusammenspiel im autonomen Nervensystem – und damit Erholung, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.

Klinische Überlegungen bei Menschen in Hochleistungsrollen
Ein wichtiger Punkt in der Arbeit mit High-Performern ist ihr Umgang mit Aktivierung. Viele sind es gewohnt, auf einem hohen Spannungsniveau zu funktionieren und sehen genau darin die Grundlage ihres Erfolgs.
Deshalb kann sich mehr Ruhe oder Stabilität zunächst ungewohnt anfühlen – manchmal sogar wie ein Leistungsabfall.
Hier ist Aufklärung entscheidend: Es gilt, den Unterschied zwischen ineffizienter, stressgetriebener Aktivierung und einem optimal regulierten Zustand zu verstehen. Letzterer ermöglicht fokussierte, nachhaltige Leistung.
Phasen mit mehr Ruhebedarf, längerem Schlaf oder vorübergehender Müdigkeit sind dabei oft kein Rückschritt, sondern ein Zeichen dafür, dass sich das Nervensystem neu organisiert.

Reflexion
Der Einsatz von ILF-Neurofeedback im Leistungskontext steht für einen grundlegenden Perspektivwechsel: weg von isolierten Maßnahmen, hin zu einem ganzheitlichen Verständnis von Leistung.
Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Fähigkeiten, sondern die Systeme, die diese überhaupt ermöglichen. Höchstleistung bedeutet in diesem Sinne nicht nur Output, sondern die Fähigkeit, stabil und gleichzeitig flexibel zu bleiben – auch unter Druck, und ohne dauerhaft auf Stress als Antrieb angewiesen zu sein.
ILF-Neurofeedback passt damit gut zu modernen Ansätzen, die Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Erholung als zentrale Faktoren nachhaltiger Leistungsfähigkeit verstehen.
Als Methode, die direkt an den Selbstregulationsprozessen des Gehirns ansetzt, bietet ILF-Neurofeedback großes Potenzial – sowohl zur Leistungssteigerung als auch für das langfristige Wohlbefinden von Menschen in anspruchsvollen Rollen.

 

 

 

 

Quellen:
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Gruzelier, J. H. (2014). EEG-neurofeedback for optimising performance. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 44, 124–141.
He, B. J., & Raichle, M. E. (2009). The fMRI signal, slow cortical potentials and consciousness. Trends in Cognitive Sciences, 13(7), 302–309.
Llinás, R. R., Ribary, U., Jeanmonod, D., Kronberg, E., & Mitra, P. P. (1999). Thalamocortical dysrhythmia. Proceedings of the National Academy of Sciences, 96(26), 15222–15227.
McEwen, B. S. (2007). Physiology and neurobiology of stress and adaptation. Physiological Reviews, 87(3), 873–904.
Othmer, S., Othmer, S. F., & Kaiser, D. A. (2013). Endogenous neuromodulation at infra-low frequencies. Seminars in Pediatric Neurology, 20(4), 246–257.
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Neurofeedback im Unternehmenskontext: Prävention und Performance

16. Februar 2026

In der heutigen schnelllebigen Unternehmenswelt ist das psychische Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu einem entscheidenden Faktor für den organisatorischen Erfolg geworden. Da die Burnout-Raten steigen und die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen, gewinnen innovative neurologische Interventionen wie Neurofeedback als leistungsstarke Instrumente sowohl zur Prävention als auch zur Optimierung an Interesse.

Burnout wird zunehmend als ein Zustand chronischer Dysregulation des autonomen Nervensystems anerkannt (1). Auf neurophysiologischer Ebene korreliert Burnout häufig mit einer verminderten Kontrolle der kortikalen Erregung und einer gestörten Konnektivität innerhalb von Ruhe zustandsnetzwerken, insbesondere dem Default Mode Network (DMN). Betroffene Personen zeigen häufig die Unfähigkeit, von einem Zustand hoher sympathischer Erregung in einen parasympathischen Erholungsmodus zu wechseln (2). Der anhaltende Stress am Arbeitsplatz führt zu Erschöpfung, aber auch zu einer verringerten Leistungsfähigkeit. Neurofeedback ist eine Methode, die helfen kann, das Nervensystem zu stabilisieren und damit Symptome von Burnout zu reduzieren oder zu verhindern. Zwei grundlegende Studien untersuchten die Anwendung von ILF-Neurofeedback bei gesunden Erwachsenen. Eine fMRT-Untersuchung nach einer Sitzung ILF-Neurofeedback ergab eine erhöhte Konnektivität im Gehirn (3,4).

Burnout, aber auch Stress im Allgemeinen, können zu Schlafproblemen wie einer verlängerten Einschlaflatenz oder einer Verringerung der Tiefschlafphasen führen, die beide für die neurokognitive Regeneration unerlässlich sind (5). Viele Menschen haben Schwierigkeiten, ihren Geist zur Ruhe zu bringen und nachts angemessenen Schlaf zu finden. Dies führt zu einer verminderten Lebensqualität und kann in verschiedenen anderen gesundheitlichen Problemen resultieren. Es wurde berichtet, dass Neurofeedback die Anzahl der nächtlichen Wachphasen reduziert und die Schlafqualität steigert (6). Es gibt auch Studien, die über eine verkürzte Einschlaflatenz berichten (7,8). Auch im Fall von Burnout, bei dem Schlafprobleme mit anderen Symptomen einhergehen, konnte gezeigt werden, dass Neurofeedback hilft, die Probleme zu lindern (9). Eine im Jahr 2022 veröffentlichte Übersichtsarbeit diskutiert das Modell der Dysregulation des zentralen Nervensystems und fasst die positiven Auswirkungen von Neurofeedback auf Insomnie zusammen (10).

Neurofeedback wurde eingesetzt, um die Schlafqualität und Stressmodulation bei medizinischem Fachpersonal während der COVID-19-Pandemie signifikant zu verbessern (11). Ähnlich zeigt die Forschung von Liu & Cha, dass Neurofeedback-Training ein wirksames Instrument zur Reduzierung von berufsbedingtem Stress speziell bei Mitarbeitern im Finanzsektor ist, was seinen Nutzen in betrieblichen Wellness-Programmen unterstreicht (12). Durch den Einsatz von Neurofeedback-Training war es möglich, biologische Stressmarker signifikant zu beeinflussen (13). Für Personen in Führungspositionen ist Stressmanagement untrennbar mit Leistung verbunden. Es wurde nachgewiesen, dass Top-Manager, die Selbstregulation durch Neurofeedback lernten, eine verbesserte Entscheidungsfindung unter Stress zeigten (14). Dies deckt sich mit einem breiteren Rahmenkonzept, das Neurofeedback als Eckpfeiler des modernen Stressmanagements positioniert, der in der Lage ist, die kognitive Klarheit des Gehirns unter physiologischem Druck aufrechtzuerhalten (15). Neurofeedback wurde auch eingesetzt, um das Management der kognitiven Arbeitsbelastung bei Strahlentherapeuten zu verbessern, indem die mentale Anstrengung stabilisiert wurde, wodurch Ermüdung reduziert und die Sicherheit bei Hochpräzisionsaufgaben erhöht wurde (16). Eine Studie zeigte, dass Neurofeedback Burnout bei chirurgischen Assistenzärzten reduziert, indem es die Selbstregulation und Resilienz gegenüber den Stressoren der medizinischen Ausbildung stärkt (9).

Auch im Hinblick auf Spitzenleistungen (Peak Performance) zeigt Neurofeedback vielversprechende Ergebnisse. Es ist möglich, Selbstregulation zu erlernen, die direkt zu einer verbesserten Aufmerksamkeitsleistung führt (17). In einer anderen Studie konnten die exekutiven Funktionen und die kognitive Kontrolle von Piloten effektiv gesteigert werden (18). Bei medizinischem Fachpersonal wurden Stresslevel gesenkt und die chirurgische Leistung durch Neurofeedback-Training gesteigert (19). Während des Weltmeisterschaftssieges Italiens im Jahr 2006 nutzten die Spieler einen „Mind Room“ mit Neurofeedback, um Fokus und Gelassenheit zu stärken (20). Diese Technologie wird auch erfolgreich in der Formel 1, in olympischen Trainingszentren und von der NASA eingesetzt, die spezielle Smart-Glasses entwickelte, um Astronauten dabei zu helfen, ihre Spitzenaufmerksamkeit aufrechtzuerhalten (21).

Neurofeedback ist eine evidenzbasierte Intervention, die das betriebliche Wohlbefinden unterstützt, indem sie strategisch die Fähigkeit des Gehirns zur Selbstregulation stärkt. Die Integration in den Arbeitsplatz bietet drei Kernvorteile: Es stabilisiert das Nervensystem und hilft den Mitarbeitern, chronischen Stress zu bewältigen und effizient in Erholungszustände zu wechseln, wodurch das Burnout-Risiko aktiv gemindert wird. Darüber hinaus verbessert es wesentliche Parameter wie die Schlafqualität und steigert Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen sowie mentale Klarheit, die für eine nachhaltige Produktivität entscheidend sind. Schließlich stärkt Neurofeedback durch die Entwicklung von Selbstregulationsfähigkeiten die Resilienz und optimiert die Entscheidungsfindung, was es Mitarbeitern in Hochstress-Funktionen ermöglicht, ihre Spitzenleistung aufrechtzuerhalten.

 

 

Neurofeedback session

Quellen:

1.    Kanthak, M. K. et al. Autonomic dysregulation in burnout and depression: evidence for the central role of exhaustion. Scand. J. Work. Environ. Health 43, 475–484 (2017). 
2.    Golkar, A. et al. The influence of work-related chronic stress on the regulation of emotion and on functional connectivity in the brain. PloS One 9, e104550 (2014). 
3.    Dobrushina, O. R. et al. Modulation of Intrinsic Brain Connectivity by Implicit Electroencephalographic Neurofeedback. Front. Hum. Neurosci. 14, (2020). 
4.    de Matos, N. M. P., Stämpfli, P., Seifritz, E. & Brügger, M. Disassembling infra-low-frequency neurofeedback: A neurophysiological investigation of its feedback components. NeuroImage 325, 121647 (2026). 
5.    Akerstedt, T. Psychosocial stress and impaired sleep. Scand. J. Work. Environ. Health 32, 493–501 (2006). 
6.    Schabus, M. et al. Enhancing sleep quality and memory in insomnia using instrumental sensorimotor rhythm conditioning. Biol. Psychol. 95, 126–134 (2014). 
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9.    Kratzke, I. M. et al. Reducing Residents’ Burnout Using Neurofeedback. J. Am. Coll. Surg. 231, S254 (2020). 
10.    Othmer, S., Kara, O., Bechtereva, N. P. & Moore, P. T. Infra-Low Frequency Neurofeedback and Insomnia as a Model of CNS Dysregulation. 
11.    Benatti, B. et al. INTENSIVE NEUROFEEDBACK PROTOCOL: AN ALPHA TRAINING TO IMPROVE SLEEP QUALITY AND STRESS MODULATION IN HEALTH CARE PROFESSIONALS DURING THE COVID-19 PANDEMIC. A PILOT STUDY. Clin. Neuropsychiatry 20, 61–66 (2023). 
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13.    Shahyad, S. et al. Effectiveness of Neurofeedback on Psychological Stress, Salivary Cortisol and α-amylase Level in Students: A Randomized and Parallel-Group Clinical Trial. Iran. J. Psychiatry Behav. Sci. 18, (2024). 
14.    Iodice, P., Cannito, L., Chaigneau, A. & Palumbo, R. Learned self-regulation in top-level managers through neurobiofeedback training improves decision making under stress. Sci. Rep. 12, (2022). 
15.    Thompson, M. & Thompson, L. Neurofeedback for stress management. in Principles and practice of stress management, 3rd ed 249–287 (The Guilford Press, New York, NY, US, 2007). 
16.    Campbell, A. M., Mattoni, M., Yefimov, M. N., Adapa, K. & Mazur, L. M. Improving Cognitive Workload in Radiation Therapists: A Pilot EEG Neurofeedback Study. Front. Psychol. 11, (2020). 
17.    Egner, T. & Gruzelier, J. H. COGNITIVE NEUROSCIENCE AND NEUROPSYCHOLOGY NEUROREPORT Learned Self-Regulation of EEG Frequency Components Affects Attention and Event-Related Brain Potentials in Humans. Lippincott Williams & Wilkins vol. 12. 
18.    Lafont, A., Enriquez-Geppert, S., Roy, R., Leloup, V. & Dehais, F. Theta Neurofeedback and Pilots’ Executive Functioning. 
19.    Vernon, D. et al. The Effect of Training distinct Neurofeedback protocols on aspects of cognitive performance. Int. J. Psychophysiol. 47, 75–85 (2003). 
20.    Wilson, V., Peper, E. & Moss, D. ‘The Mind Room’ in Italian Soccer Training: The Use of Biofeedback and Neurofeedback for Optimum Performance Health Computing View Project Pathways Model for Healthcare View Project. https://www.researchgate.net/publication/259558691. 
21.    Smart Glasses Focus Attention with NASA Neurofeedback Technology - NASA. https://www.nasa.gov/technology/tech-transfer-spinoffs/smart-glasses-focus-attention-with-nasa-neurofeedback-technology/ (2020).

 

Neue NeuroImage-Studie liefert mechanistische Grundlage für ILF-Neurofeedback

22. Dezember 2025

fMRT-Untersuchung zeigt stabile Hirnnetzwerkveränderungen nur für das vollständige ILF-Protokoll

Neurofeedback wird seit vielen Jahren in der klinischen Praxis eingesetzt. Gleichzeitig wird immer wieder diskutiert, über welche neurophysiologischen Mechanismen unterschiedliche Neurofeedback-Ansätze tatsächlich wirken. Für Infra-Low-Frequency (ILF) Neurofeedback fehlten bislang insbesondere bildgebende Untersuchungen, die über subjektive Effekte hinausgehen und objektive Veränderungen im Gehirn sichtbar machen.

Eine im Dezember 2025 in der Fachzeitschrift NeuroImage veröffentlichte Studie adressiert genau diese Fragestellung. Ziel der Arbeit war nicht, die klinische Wirksamkeit von Neurofeedback zu bewerten, sondern die neurophysiologischen Effekte der Signalbestandteile eines etablierten ILF-Neurofeedback-Protokolls mechanistisch zu untersuchen.


ILF-Neurofeedback als kombinierter Ansatz

ILF-Neurofeedback ist kein Einzelsignalverfahren, sondern basiert auf der Kombination mehrerer EEG-Zeitskalen. Dazu gehören:

  • klassische EEG-Frequenzband-Signale mit schnellen zeitlichen Dynamiken
  • Infra-Low-Frequency-Signale, die sehr langsame regulatorische Prozesse abbilden

Diese Kombination entspricht der klinischen ILF-Neurofeedback-Konfiguration, wie sie in der therapeutischen Praxis eingesetzt wird.

Um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen, wurden die im ILF-Neurofeedback kombinierten Signalbestandteile in der Studie gezielt getrennt untersucht und sowohl einzeln als auch in ihrer kombinierten Form analysiert. Die getrennte Betrachtung diente der mechanistischen Einordnung innerhalb des bestehenden ILF-Ansatzes.

 

Studiendesign: mechanistische Analyse eines bestehenden Protokolls

Die Studie umfasste drei randomisierte, doppelblinde, sham-kontrollierte Crossover-Experimente mit insgesamt 135 gesunden Proband:innen. In jeder Teilstudie wurde eine einzelne 30-minütige Neurofeedback-Sitzung durchgeführt, begleitet von funktionellen MRT-Messungen vor und nach der Sitzung.
Untersucht wurden drei Bedingungen:

  • klassische EEG-Frequenzband-Signale allein
  • Infra-Low-Frequency-Signale allein
  • die Kombination aus Frequenzband- und Infra-Low-Frequency-Signalen (entsprechend der klinischen ILF-Neurofeedback-Konfiguration)
     

Die Auswertung der Ruhe-fMRT-Daten erfolgte mittels multivariater funktioneller Konnektivitätsanalyse (fc-MVPA), einem etablierten Verfahren zur Untersuchung großskaliger Hirnnetzwerke.

Neurofeedback setting

Zentrales Ergebnis der Studie

Das zentrale Ergebnis der Studie ist eindeutig:
Robuste und statistisch belastbare Veränderungen der funktionellen Hirnkonnektivität traten ausschließlich bei der kombinierten Anwendung der Frequenzband- und Infra-Low-Frequency-Signale auf. Die isolierte Anwendung der einzelnen Signalbestandteile führte nach statistischer Korrektur nicht zu vergleichbar stabilen Effekten. Damit zeigt die Studie, dass erst die Kombination der unterschiedlichen EEG-Zeitskalen zu konsistenten neurophysiologischen Veränderungen führt. Entscheidend ist dabei: Die Studie zeigt keine neuartige Kombination, sondern die neurophysiologische Relevanz des vollständigen ILF-Neurofeedback-Protokolls, so wie es klinisch eingesetzt wird.

 

Bedeutung der Ergebnisse für ILF-Neurofeedback von BEE Medic

Die Ergebnisse liefern erstmals eine bildgebende mechanistische Grundlage für genau den ILF-Neurofeedback-Ansatz, den BEE Medic als einziger Hersteller in dieser konsistenten klinischen Konfiguration entwickelt und technisch umsetzt. Die Studie macht deutlich, dass nicht einzelne EEG-Signale für die beobachteten Effekte entscheidend sind, sondern die gezielte Kopplung schneller und sehr langsamer neuronaler Dynamiken, wie sie das ILF-Neurofeedback realisiert. Damit wird ein Ansatz neurophysiologisch eingeordnet, der bislang vor allem durch klinische Erfahrung geprägt war.

 

Einordnung der Studie

Die Studie ist als neurophysiologische Grundlagenarbeit konzipiert. Sie macht keine Aussagen zu klinischer Wirksamkeit, zu spezifischen Symptomen oder zu Langzeiteffekten. Ihr Beitrag liegt in der objektiven, bildgebenden Analyse der zugrunde liegenden Mechanismen.

 

Fazit

Die in NeuroImage veröffentlichte fMRT-Studie zeigt, dass das vollständige ILF-Neurofeedback-Protokoll, also die Kombination aus klassischen EEG-Frequenzband-Signalen und Infra-Low-Frequency-Signalen, zu stabilen und messbaren Veränderungen funktioneller Hirnnetzwerke führt.
Damit liefert die Arbeit erstmals eine bildgebende mechanistische Grundlage für genau den ILF-Neurofeedback-Ansatz, wie er klinisch eingesetzt wird und technisch durch die Geräte von BEE Medic realisiert wird.

 

Die gesamte Studie lesen Sie hier.
 

„STUDIEN-UPDATE“ – HIER FINDEN SIE EINE AUSWAHL AKTUELLER NEUROFEEDBACK-STUDIEN

29. Oktober 2025

ILF-Neurofeedback-Mechanismen und Neurophysiologie

Dobrushina, O. R., Dobrynina, L.A., Arina, G.A., Kremneva, E., Novikova, E.S., Gubanova. M.V., Pechenkova, E.V., Suslina, A.D., Aristova, V.V., Trubitsyna, V.V. & Krotenkova, M.V. (2022). Enhancing Brain Connectivity With Infra-Low Frequency Neurofeedback During Aging: A Pilot Study. Front. Hum. Neurosci. 16:891547. doi: 10.3389/fnhum.2022.891547

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ILF Neurofeedback in der neuesten klinischen Anwendung

 

Sucht

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ADHS

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Altern und Demenz

Dobrushina, O. R., Dobrynina, L.A., Arina, G.A., Kremneva, E., Novikova, E.S., Gubanova. M.V., Pechenkova, E.V., Suslina, A.D., Aristova, V.V., Trubitsyna, V.V. and rotenkova, M.V. (2022). Enhancing Brain Connectivity With Infra-Low Frequency Neurofeedback During Aging: A Pilot Study. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–12.

Legarda, S.B., Michas-Martin, P. A. & McDermott, D. (2022). Managing Intractable Symptoms of Parkinson's Disease: A Nonsurgical Approach Employing Infralow Frequency Neuromodulation. Front. Hum. Neurosci. 16:894781. doi: 10.3389/fnhum.2022.894781

 

Angststörung

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Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

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Esmaeilzadeh Kanafgourabi S. N., Shabani, M., Mirchi, Z., Aliyari, H. & Mahdavi, P. (2023): The impact of ILF neurofeedback on inhibitory control in high-functioning adolescents with autism spectrum disorder: Preliminary evidence of a randomized controlled trial, Applied Neuropsychology: Child 14(2), 1-19. doi: 10.1080/21622965.2023.2258247

Saleem, S. & Habib, S. H. (2023). Neurofeedback Recuperates Cognitive Functions in Children with Autism Spectrum Disorders (ASD). Journal of Autism and Developmental Disorders 54(8), 1-11. doi: 10.1007/s10803-023-06037-7

Rauter, A., Schneider, H. & Prinz, W. (2022): Effectivity of ILF Neurofeedback on Autism spectrum disorder – a Case Study. Front. Hum. Neurosci. 16, 1-6.

Prinz, W. (2015): Neurofeedbacktherapie als Spezialtherapieangebot. psychopraxis. neuropraxis 18, 180-183. 

Flatz, T. & Gleußner, M. (2014): Neurofeedbacktherapie bei ADHS und Autismus. Pädiatrie & Pädologie 49, 22–27. 

Othmer S. & Othmer S.F. (2011): Neurofeedback for the Autism Spectrum. In K. Siri and T. Lyons (Eds.), Cutting-Edge Therapies for Autism (262-267). Skyhorse Publishing.

 

Hirnverletzung und traumatische Hirnverletzung (TBI)

Carlson, J., Webster Ross, G, Tyrrell, C., Fiame, B., Nunokawa, C., Siriwardhana, C.,Schaper, K. (2025). Infra-low frequency neurofeedback impact on post-concussive symptoms of headache, insomnia and attention disorder: Results of a randomized control trial. Explore 21, 103137. doi: 10.1016/j.explore.2025.103137

Annaheim C, Hug K, Stumm C, Messerli M, Simon Y and Hund-Georgiadis M (2022): Neurofeedback in patients with frontal brain lesions: A randomized, controlled double-blind trial. Front. Hum. Neurosci. 16:979723. doi: 10.3389/fnhum.2022.979723

Carlson, J. & Ross, G. (2021): Neurofeedback Impact on Chronic Headache, Sleep and Attention Disorders Experienced by Veterans with Mild Traumatic Brain Injury: A Pilot Study. Biofeedback, 49(1), 2-9.

 

Chronische Erkrankungen

Borchert, N., Eliasson, H., Hamne, G., Hodgson, K., Lyche, T., Mayer-Pelinski, R., Praesto, F., Radu, G., Sandström, U. & Stapleton, P.B. (2023). Learning from Läklabbet: An integrative transdisciplinary eco therapeutic treatment approach designed to promote resource capacity in people recovering from chronic ill health . Open Access Digital archive, 2023, 1–9.

 

Depression

Grin-Yatsenko, V. A., & Kropotov, J. D. (2020): Effect of infra-low frequency neurofeedback on the functional state of the brain in healthy and depressed individuals. In H. W. Kirk (Ed.), Restoring the brain: Neurofeedback as an integrative approach to health (2nd ed.). Routledge, pp. 244-255.

Grin-Yatsenko, V. A. et al. (2018): Infra-low frequency neurofeedback in depression: Three case studies. NeuroRegulation 5, 30–42.

Tschiesner, R. (2023). Infra-Low-Frequency Neurofeedback Treatment in Dysthymia : A Case Study. Behav. Sci. (Basel). 13(9), 711. doi: 10.3390/bs13090711.

 

Essstörung

Winkeler, A., Winkeler, M. & Imgart, H. (2022): Infra-Low Frequency Neurofeedback in the Treatment of Patients With Chronic Eating Disorder and Comorbid Post-Traumatic Stress Disorder. Front. Hum. Neurosci. 16:890682. doi: 10.3389/fnhum.2022.890682

Leong, S. L., Vanneste, S., Lim, J., Smith, M., Manning, P., & De Ridder, D. (2018): A randomised, double-blind, placebo-controlled parallel trial of closed-loop infraslow brain training in food addiction. Scientific reports, 8(1), 1-9.

Chirita-Emandi, A., & Puiu, M. (2014): Outcomes of neurofeedback training in childhood obesity management: A pilot study. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 20(11), 831–837.

 

Fibromyalgie, Multiple Sklerose, Gehirnerschütterung

Legarda, S. B., Lahti, C. E., Mcdermott, D. & Michas-martin, A. (2022): Use of Novel Concussion Protocol With Infralow Frequency Neuromodulation Demonstrates Significant

Treatment Response in Patients With Persistent Postconcussion Symptoms, a Retrospective Study. Front. Hum. Neurosci. 16:894758. doi: 10.3389/fnhum.2022.894758

Ingvaldsen, S. H. (2019): QEEG and Infra-Low Frequency Neurofeedback Training in Fibromyalgia: A Pilot Study Master’s thesis in Psychology. Norwegian University of Science and Technology, Dept. of Psychology, NTNU. Lamprecht, C. E. (2019): The effect of neurofeedback in post-concussion syndrome. Doctoral dissertation, Stellenbosch University.

Dobrushina, O. R., Varako, N. A., Kovyazina, M. S. & Zinchenko, Y. P. (2016): Combination of Neurofeedback and cognitive training in attention deficit due to multiple sclerosis. Int. J. Psychophysiol. 108, 118.

 

Insomnia

Orakpo N, Yuan C, Olukitibi O, Burdette J and Arrington K (2022): Does Virtual Reality Feedback at Infra-Low Frequency Improve Centralized Pain With Comorbid Insomnia While Mitigating Risks for Sedative Use Disorder?: A Case Report. Front. Hum. Neurosci. 16:915376. doi: 10.3389/fnhum.2022.915376

Moore, P.T. (2022): Infra-low frequency neurofeedback and insomnia as a model of CNS dysregulation. Front. Hum. Neurosci. 16:959491. doi: 10.3389/fnhum.2022.959491

 

Migräne und Spannungskopfschmerzen

Arina, G.A., Dobrushina, O.R., Shvetsova, E.T., Osina, E.D., Meshkov, G.A., Aziatskaya, G.A., Trofimova, A.K., Efremova, I.N., Martunov, S.E. & Nikolaeva, V.V. (2022). Infra-Low Frequency Neurofeedback in Tension-Type Headache: A Cross-Over Sham-Controlled Study. Front. Hum. Neurosci. 16:891323. doi: 10.3389/fnhum.2022.891323

Legarda, S.B., Michas-Martin, P. A. & McDermott, D. (2022). Remediating Intractable Headache: An Effective Nonpharmacological Approach Employing Infralow Frequency

Neuromodulation. Front. Hum. Neurosci. 16:894856. doi: 10.3389/fnhum.2022.894856

Dobrushina, O., Arina, G., Osina, E. & Aziatskaya, G. (2017): Clinical and psychological confirmation of stabilizing effect of neurofeedback in migraine. European Psychiatry, 41(S1), p253. doi: 10.1016/j.eurpsy.2017.02.045

 

Peak Performance

Bakhtafrooz, S., Kavyani, M., Farsi, A. & Alboghebeish, S. (2025). The effect of infra low frequency – neurofeedback training on pistol shooting performance and attention in

semi-skilled players. Front. Hum. Neurosci. 19:1487737. doi: 10.3389/fnhum.2025.1487737

Othmer, S. F. S. & Othmer, S. F. S. (2011). Performance Enhancement Applications of Neurofeedback. In: Case Studies in Applied Psychophysiology: Neurofeedback and Biofeedback Treatments for Advances in Human Performance, 17–30. doi:10.1002/9781119959984.ch2

 

Anhaltender postural-perzeptiver Schwindel

Sasu R (2022). Infra-low frequency neurofeedback in persistent postural-perceptual dizziness. Case report. Front. Hum. Neurosci. 16:959579. doi: 10.3389/fnhum.2022.959579

 

PTBS

Kirk, H.W. & Dahl, M.G. (2022): Infra Low Frequency Neurofeedback Training for Trauma Recovery: A Case Report. Front. Hum. Neurosci. 16:905823. doi: 10.3389/fnhum.2022.905823

Spreyermann, R. (2022). Case Report : Infra-Low-Frequency Neurofeedback for PTSD : A Therapist`s Perspective. Front. Hum. Neurosci. 16:893830. doi: 10.3389/fnhum.2022.893830

Winkeler, A., Winkeler, M. & Imgart, H. (2022). Infra-Low Frequency Neurofeedback in the Treatment of Patients With Chronic Eating Disorder and Comorbid Post-Traumatic Stress Disorder. Front. Hum. Neurosci. 16:890682, 1–11. doi: 10.3389/fnhum.2022.890682

Gerge, A. (2020). A multifaceted case-vignette integrating neurofeedback and EMDR in the treatment of complex PTSD. European Journal of Trauma & Dissociation, 4(3), 100157.

Dahl, M. G. (2020). Neurofeedback with PTSD and traumatic brain injury. In H. W. Kirk (Ed.), Restoring the brain:Neurofeedback as an integrative approach to health (2nd ed.). New York, NY: Routledge, pp.256-284.

Nilsson, R. M. & Nilsson, V. (2014). Neurofeedback Treatment for Traumatized Refugees - A Pilot Study. Master thesis, Dept. of Psychology, Lund University.

Kelson, C. Y. (2013). The Impact of EEG Biofeedback on Veterans’ Symptoms of Posttraumatic Stress Disorder (PTSD)..The Chicago School of Professional Psychology ProQuest Dissertations & Theses, 2013. 3606174.

Othmer, S., Othmer, S. F. & Legarda, S. B. (2011). Clinical Neurofeedback: Training Brain Behavior. Treat. Strateg. Pediatr. Neurol. Psychiatry 2, 67–73.

Othmer, S. & Othmer, S. F. (2009). Post Traumatic Stress Disorder—The Neurofeedback Remedy. Biofeedback 37, 24–31.

 

Refraktäre neurologische Störungen (Epilepsie, Zerebralparese)

Legarda, S. B., McMahon, D., Othmer, S. S. & Othmer, S. S. (2011): Clinical neurofeedback: Case studies, proposed mechanism, and implications for pediatric neurology practice. J. Child Neurol. 26, 1045–1051.

Schmidt, C. & Laugesen, H. (2023). Infra-low frequency neurofeedback training in Dravet syndrome: a case study. Epilepsy Behav. Reports 100606. doi:10.1016/j.ebr.2023.100606
 

Schizophrenie

Nestoros, J.N. and Vallianatou N.G. (2022). Infra-Low Frequency Neurofeedback rapidly ameliorates schizophrenia symptoms: A case report of the first session. Front. Hum. Neurosci. 16:923695. doi: 10.3389/fnhum.2022.923695

 

Tinnitus

Güntensperger, D. (2018). Treatment of chronic tinnitus with neurofeedback. (Doctoral Dissertation, University of Zurich). (Attn: The authors have primarily used frequency band NFB training in their studies and are (just) referring to ILF-NFB)

Güntensperger, D., Thüring, C., Meyer, M., Neff, P. Kleinjung, T. (2017). Neurofeedback for Tinnitus Treatment - Review and Current Concepts. Frontiers in Aging Neuroscience, 9,386.(Attn: The authors have primarily used frequency band NFB training in their studies and are (just) referring to ILF-NFB)

 

Tourette-Syndrom/Tic-Störungen

Solberg, B. & Solberg, E. (2022). Infra-low frequency neurofeedback in application to Tourette syndrome and other tic disorders: A clinical case series. Front. Hum. Neurosci. 16:891924. doi: 10.3389/fnhum.2022.891924

 

Virtual Reality NFB in der Schmerztherapie

Orakpo, N., Yuan, C., Olukitibi, O., Burdette, J. & Arrington, K. (2022). Does Virtual Reality Feedback at Infra-Low Frequency Improve Centralized Pain With Comorbid Insomnia While Mitigating Risks for Sedative Use Disorder? A Case Report. Front. Hum. Neurosci. 16:915376. doi: 10.3389/fnhum.2022.915376.

Orakpo, N., Vieux, U. & Castro-Nunez, C. (2021). Case Report: Virtual Reality Neurofeedback Therapy as a Novel Modality for Sustained Analgesia in Centralized Pain

Syndromes. Frontiers in Psychiatry, 12, 418. doi: 10.3389/fpsyt.2021.660105

 

ILF Neurofeedback-Therapie – Praktische Erfahrungen und Fallberichte

Wührer, G., Kolbe, S., Bolduan, U., Icking, A., Schneider, H. (2025). Klinisches ILF-Neurofeedback mit Kindern und Jugendlichen. Training bei psychischen Störungsbildern - Studienlage, Anwendungsbeispiele und Kostenerstattung. Forum für Kinder- und Jugendpsychiatrie 1, 42–68. 

Wührer, G. & Kolbe, S. (2024). Klinisches ILF-Neurofeedback mit Kindern und Jugendlichen. Gehirnfunktions-Training bei psychischen Störungsbildern – eine Übersicht mit Anwendungsbeispielen. Forum für Kinder- und Jugendpsychiatrie 4, 62–87. (In German language)

Knežević, B. (2024). Neurofeedback Treatment – Application in Speech and Language Therapy, Logopedija, 14(1), 23-31. doi: 10.31299/log.14.1.3 (auf Kroatisch)

Theis T, Bolduan U, Seuß S, Spallek J, Wandernoth B and Mayer-Pelinski R (2025) ILF-neurofeedback in clinical practice: examining symptom change and performance metrics across diagnostic groups. Front. Hum. Neurosci. 19:1601187. doi: 10.3389/fnhum.2025.1601187

 

Reviews

Bazzana, F., Finzi, S., Di Fini, G. & Veglia, F. (2022). Infra-Low Frequency Neurofeedback:

A Systematic Mixed Studies Review. Front. Hum. Neurosci. 16:920659. doi:10.3389/fnhum.2022.920659

 

Bücher und Buchkapitel zum Thema ILF-Neurofeedbac

Haus, K.-M. et al. (2015). Praxisbuch Biofeedback und Neurofeedback. Springer Berlin, Heidelberg. doi:10.1007/978-3-662-59720-0 (In German language)

Kirk, H. W. (2020). Restoring the Brain: Neurofeedback as an Integrative Approach to Health. Second Edition, Routledge, Taylor and Francis Group.

Othmer S. (2019). Protocol Guide for Neurofeedback Clinicians, 7th Edition. EEG Info. ISBN: 0989543277.

Othmer, S. & Othmer, S. F. (2011). Performance Enhancement Applications of Neurofeedback. In Case Studies in Applied Psychophysiology: Neurofeedback and Biofeedback Treatments for Advances in Human Performance 17–30. Wiley-Blackwell. 

Sidiropoulos, K. (ed.) (2023). EEG-Neurofeedback bei ADS und ADHS. Innovative Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Springer-Verlag GmbH Deutschland. ISBN: 978-3-662-65725-6. doi: 10.1007/978-3-662-65726-3 

Ströhle, G. (2023): Infra-Low Frequency Training. In: Sidiropoulos, K. (ed.) (2023): EEG-Neurofeedback bei ADS und ADHS. Kapitel 17, 237-271. Springer-Verlag GmbH Deutschland. doi: 10.1007/978-3-662-65726-3_17

Wiedemann, M. & Segler, K. (2017): Neurofeedback - Wie eine spielerisch leichte Therapie dem Gehirn hilft, Probleme zu überwinden. Kösel, ISBN: 3466346827. 

Wiedemann, M. & Segler, K. (2024). Neurofeedback - A gentle therapy to help the brain help itself. BoD - Books on Demand. ISBN: 9783758375095.

Die Wirksamkeit von ILF-Neurofeedback bei verschiedenen Diagnosegruppen – Ergebnisse einer neuen Studie

01. August 2025

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Theis et al. (2025) untersucht die Wirksamkeit von ILF-Neurofeedback bei verschiedenen Diagnosegruppen und untersucht, ob subjektive Symptomveränderungen mit objektiven Leistungsmessungen korrelieren.


Einleitung
Weltweit nehmen psychiatrische Erkrankungen zu, was zu einem steigenden Behandlungsbedarf führt. Die beiden dominierenden Therapieoptionen, die sich bei der Behandlung von psychiatrischen Störungen als wirksam erwiesen haben, sind Psychotherapie auf der Grundlage von Lernprozessen und Pharmakotherapie, die auf chemische Ungleichgewichte abzielt. Allerdings ist Psychotherapie nicht immer verfügbar, die Wartezeiten können mehrere Monate betragen und die Abbruchquoten sind hoch. Pharmakotherapie ist zwar weit verbreitet, aber in vielen Fällen können auch Nebenwirkungen auftreten, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Darüber hinaus führt sie nicht zu lang anhaltenden Effekten, sodass die positiven Wirkungen nach Absetzen der Medikamente wieder verschwinden können. In einigen Fällen führt die Medikation auch nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Daher steigt die Nachfrage nach neuen, ergänzenden Ansätzen. Neurofeedback ist einer davon. Es basiert auf der Idee, Dysregulationen in der Gehirnaktivität zu überwinden, die zur Entstehung psychischer Störungen beitragen. Verschiedene (Fall-)Studien haben die Wirksamkeit von Neurofeedback gezeigt.

 

Studiendesign
In einer Beobachtungsstudie wurden Daten von 256 Probanden in einer Gruppe von therapeutischen Kliniken erhoben. Die Probanden wurden gemäß ihren ICD-10-F-Codes in vier Kategorien eingeteilt:
F3 – Affektive Störungen (MO)
F4 – Neurotische, stressbezogene und somatoforme Störungen (NS)
F8 – Störungen der psychischen Entwicklung (PD)
F9 – Verhaltensstörungen und emotionale Störungen, die in der Regel im Kindes- und Jugendalter auftreten (BE)
Subjektive Maßnahmen zur Symptomverfolgung und objektive kontinuierliche Leistungstests wurden ausgewertet und auf Korrelationen überprüft.


Symptomverfolgung
Die Symptomverfolgung ist eine häufig verwendete Methode in der Neurofeedback-Therapie. Dabei werden die relevanten Symptome über den Verlauf der Therapie hinweg überwacht. In dieser Studie wurde die Symptomverfolgung nach jeder ILF-Neurofeedback-Sitzung durchgeführt. Es zeigte sich, dass der durchschnittliche Symptomwert im Laufe der Zeit signifikant abnahm. Der größte Rückgang konnte innerhalb der ersten zehn Sitzungen beobachtet werden.
 

Graphic
Graphs

Die statistische diskriminante Korrespondenzanalyse der Symptomverfolgungsdaten ergab die folgende Grafik: Es ist zu erkennen, dass es für die verschiedenen Störungsgruppen unterschiedliche Symptomprofile gibt, durch die sich eine Gruppe von den anderen Gruppen unterscheidet.


Kontinuierlicher Leistungstest
Der QIK-Test (Kontinuierlicher Leistungstest) ist ein objektives Messverfahren, mit dem sich Informationen wie Reaktionszeit oder Fehlleistungen erfassen lassen. Er wurde vor und nach der ILF-Neurofeedback-Therapie durchgeführt. Die Analyse der Daten ergab eine signifikante Verkürzung der Reaktionszeit nach der Therapie, unabhängig von der Diagnosegruppe.
Dasselbe gilt für Auslassungs- und Ausführungsfehler. Nach der Therapie konnte eine signifikante Verringerung beider Fehlerquoten beobachtet werden, und zwar unabhängig von der Diagnosegruppe.

Korrelation zwischen den beiden Messgrößen
Die Korrelation zwischen objektiven und subjektiven Messgrößen wurde bewertet. Für die Gruppe der Patienten mit affektiven Störungen konnte eine Korrelation zwischen den Veränderungen der Symptomverfolgung und den Ausführungsfehlern festgestellt werden. In der PD-Gruppe konnte darüber hinaus eine Korrelation zwischen den Symptomverfolgungsmessungen und den richtigen Antworten sowie den Auslassungsfehlern festgestellt werden.


Zusammenfassung
Diese praxisnahe Studie hat die Wirksamkeit von ILF-Neurofeedback auf Selbstberichte und Leistung in vier diagnostischen Gruppen gezeigt. Es wurde sowohl eine Abnahme der Symptome als auch eine Leistungssteigerung gemessen, die mit dem QIK-Test ermittelt wurde. Obwohl in einigen diagnostischen Gruppen eine Korrelation zwischen Symptomreduktion und Leistungsverbesserung beobachtet wurde, deutet dies darauf hin, dass subjektive Bewertungen und objektive Leistungsmessungen entweder unabhängig oder bedingt abhängig von der spezifischen diagnostischen Gruppe oder den Symptomen sein könnten.
 


Lesen Sie die gesamte Studie hier:
Theis, T., Bolduan, U., Seuß, S., Spallek, J., Wandernoth, B., & Mayer‑Pelinski, R. (2025). ILF‑Neurofeedback in der klinischen Praxis: Untersuchung von Symptomveränderungen und Leistungsmetriken über Diagnosegruppen hinweg. Frontiers in Human Neuroscience, 19, Artikel 1601187. https://doi.org/10.3389/fnhum.2025.1601187
https://www.frontiersin.org/journals/human-neuroscience/articles/10.3389/fnhum.2025.1601187/full

Klinisches ILF-Neurofeedback mit Kindern und Jugendlichen - Teil 2

20. Februar 2025

In der aktuellen Ausgabe (1/2025) des Forum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des bkjpp (Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V.) ist nun der zweite Teil des Artikels „Klinisches ILF-Neurofeedback mit Kindern und Jugendlichen“ erschienen.

Aufbauend auf Teil 1 des Artikels, welcher sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen des (ILF) Neurofeedbacks befasst, beleuchten unsere Dozentinnen und Dozenten Ute Bolduan (Ergotherapeutin), Andrea Icking (Diplom-Psychologin), Horst Schneider (Diplom-Biologe und Doktor der Neurophysiologie) und Gernot Wührer (Diplom-Psychologe) in diesem zweiten Teil des Artikels die aktuelle Studienlage sowie verschiedene Fallbeispiele zum Einsatz von ILF Neurofeedback in der ergotherapeutischen Praxis. Der Artikel präsentiert ein ausführliches Fallbeispiel eines 11-jährigen Jungen mit posttraumatischer Belastungsstörung und erläutert detailliert sowohl den individuellen Trainingsplan als auch den Verlauf der Therapie. Zudem wird die Behandlung zweier 17-jähriger Mädchen mit Angststörung beschrieben. Abschließend bietet der Beitrag einen Überblick über die Möglichkeiten der Verordnung sowie die Kostenerstattung von Neurofeedback im Rahmen der Ergo- und Verhaltenstherapie.


Den kompletten Artikel können Sie auf der Webseite des forum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie lesen: https://www.kinder-psychiatrie.de/wp-content/uploads/2025/01/web_forum_1-25_.pdf

Infra-Low Frequency Neurofeedback zur Behandlung post-kommotioneller Symptome: Erkenntnisse einer neuen Studie

04. April 2025

Gehirnerschütterungen, auch als mildes Schädel-Hirn-Trauma (mTBI) bezeichnet, gelten oft als vorübergehende Verletzung. Doch viele Betroffene, insbesondere Veteraninnen und Veteranen, leiden noch Jahre nach dem ursprünglichen Ereignis an chronischen Kopfschmerzen, Schlafstörungen und kognitiven Beeinträchtigungen. Trotz bestehender Therapieansätze bleibt die Behandlung dieser Symptome eine Herausforderung.
Eine kürzlich veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie von Carlson et al. untersuchte die Wirksamkeit von Infra-Low Frequency Neurofeedback (ILF NFB) als mögliche nicht-invasive Behandlungsmethode. Dabei wurden Veteraninnen und Veteranen mit langanhaltenden post-kommotionellen Symptomen über mehrere Wochen mit ILF NFB behandelt. Die Ergebnisse zeigen deutliche Verbesserungen in mehreren zentralen Bereichen.

Was ist Infra-Low Frequency Neurofeedback?
Neurofeedback ist eine Form des Biofeedbacks, bei der Patientinnen und Patienten durch Echtzeit-Visualisierung ihrer Gehirnaktivität ihre Selbstregulierungsfähigkeit verbessern können. Über Elektroden werden elektrische Signale des Gehirns erfasst und in Form von Tönen oder visuellen Elementen zurückgespielt. Auf diese Weise können die Aktivität des Gehirns und die Symptome von Krankheiten besser reguliert werden.
Infra-Low Frequency Neurofeedback (ILF NFB) konzentriert sich dabei auf extrem langsame Gehirnwellen unter 0,1 Hz.

Die Studie: Design, Methodik und Ablauf
Um zu untersuchen, ob ILF NFB tatsächlich zur Linderung post-kommotioneller Symptome beitragen kann, führten Forschende eine randomisierte kontrollierte Studie mit 87 Veteraninnen und Veteranen durch, die unter anhaltenden Beschwerden litten.

Die Teilnehmenden der Studie wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt.
Die Interventionsgruppe erhielt 20 Sitzungen ILF NFB, jeweils 30 Minuten, über einen Zeitraum von 8 bis 10 Wochen.
Die Kontrollgruppe erhielt stattdessen acht kurze Gesundheitsgespräche, in denen allgemeine Themen wie Stressmanagement und Schlafhygiene behandelt wurden. Während der Studie setzten alle Teilnehmenden ihre regulären medizinischen Behandlungen fort.

Messung der Symptome
Um die Auswirkungen der Behandlung zu bewerten, wurden verschiedene standardisierte Testverfahren eingesetzt:

  • Kopfschmerzen: Headache Impact Test (HIT-6)
  • Schlafqualität: Insomnia Severity Index (ISI)
  • Kognitive Leistungsfähigkeit: Aufmerksamkeitstests (QIK-Test)
  • Psychische Belastung: Fragebögen zu Depressionen, PTSD und Lebensqualität

Messungen wurden vor der Behandlung, nach 4-6 Wochen, nach Abschluss der Therapie (nach 8-10 Wochen) und zwei Monate nach Ende der Behandlung  durchgeführt.

Ergebnisse: Klinisch relevante Verbesserungen
Nach Abschluss der Behandlung zeigte sich, dass Teilnehmende, die ILF NFB erhielten, deutliche Verbesserungen in mehreren Bereichen erlebten.

Kopfschmerzen und Schmerzempfinden
Die ILF NFB-Gruppe berichtete über eine spürbare Reduktion der Kopfschmerzintensität und -häufigkeit. Der durchschnittliche Wert im Headache Impact Test (HIT-6) sank um 12,6 Punkte, während in der Kontrollgruppe nur eine Verbesserung von 1,9 Punkten gemessen wurde.

Schlafqualität
Teilnehmer der ILF NFB-Gruppe schliefen schneller ein, hatten weniger nächtliche Wachphasen und berichteten über eine höhere Schlafqualität.
Der Insomnia Severity Index (ISI) verbesserte sich um 11,7 Punkte – ein deutlicher Unterschied zur Kontrollgruppe, die nur eine Verbesserung von 1,4 Punkten zeigte.

Kognitive Leistungsfähigkeit
Auch in Tests zur Aufmerksamkeit und Impulskontrolle schnitten Teilnehmenden der ILF NFB-Gruppe signifikant besser ab als jene der Kontrollgruppe.

Psychische Belastung und Lebensqualität
Die ILF NFB-Gruppe verzeichnete eine spürbare Verbesserung von depressiven Symptomen und posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD).
Die allgemeine Lebensqualität stieg signifikant, was sich in besseren Bewertungen im QOLIBRI-Test widerspiegelte.

Fazit
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass ILF NFB eine vielversprechende nicht-medikamentöse Therapieoption für post-kommotionelle Symptome sein kann. Besonders bemerkenswert sind die Verbesserungen bei Kopfschmerzen, Schlafqualität und kognitiver  Leistungsfähigkeit, die über den Studienzeitraum hinweg stabil blieben. Die sekundären Ergebnisse der vorliegenden Studie weisen außerdem darauf hin, dass ILF Neurofeedback eine wirksame Therapiemethode bei Symptomen im Zusammenhang mit Depressionen und PTBS sein kann. Darüber hinaus hat sie einen signifikant positiven Einfluss auf die subjektive Lebensqualität von Veteraninnen und Veteranen mit mTBI.


Die ausführliche Erläuterung, die Durchführung und die daraus gewonnenen Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

Klinisches ILF-Neurofeedback mit Kindern und Jugendlichen - Teil 1

16. Dezember 2024

In der aktuellen Ausgabe des forum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des bkjpp (Ausgabe 4/2024) ist der erste Teil des Artikels „Klinisches ILF-Neurofeedback mit Kindern und Jugendlichen“ erschienen.
Unsere erfahrenen Dozenten Gernot Wührer und Stephan Kolbe, beide Diplom-Psychologe, geben darin spannende Einblicke in die wissenschaftlichen Grundlagen des Neurofeedbacks, mit einem besonderen Fokus auf das Infra-Low-Frequency (ILF) Neurofeedback. Sie beleuchten die Funktionsweise dieser Methode und deren Potenzial im therapeutischen Kontext. Anschließend berichten sie von zwei Fallbeispielen aus der Praxis, die die Anwendung von ILF-Neurofeedback bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) veranschaulichen.


Den kompletten Artikel können Sie hier auf der Webseite des forum für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie lesen.


Im zweiten Teil des Artikels wird die empirische Studienlage von Neurofeedback betrachete sowie Fallbeispiele zur Anwendung bei Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und bei Angststörungen vorgestellt. Ein weiterer Fokus des Artikels liegt auf dem Einsatz von Neurofeedback in der Ergotherapie die Möglichkeiten der Kostenerstattung durch Krankenkassen. Mehr Informationen zum zweiten Teil des Artikels finden Sie bei Erscheinen hier auf dem Kopfsache-Blog.

 

Studie zeigt: Der Einsatz von ILF Neurofeedback hat einen signifikant positiven Effekt auf die Behandlung einer Essstörung

07. August 2024

Die Studie befasst sich mit der Frage, ob Infra-Low Frequency (ILF) Neurofeedback positive Auswirkungen auf Erwachsene hat, welche an einer Essstörung leiden. Um das herauszufinden, wurden die Teilnehmenden der Studie in zwei Gruppen unterteilt, wobei eine Gruppe ILF Neurofeedback erhielt und die andere Gruppe lediglich ein Placebo. Die Studie “Infra-Low Frequency Neurofeedback in the Treatment of Patients With Chronic Eating Disorder and Comorbid Post-Traumatic Stress Disorder” von Winkler et al. zeigt, dass der positive Effekt bei einer Neurofeedback Behandlung bereits nach 12 Sitzungen messbar ist.

Hintergrund / Diagnose:

Essstörungen (ES) sind mit schweren Beeinträchtigungen sowie einer reduzierten Lebenserwartung verbunden. Die Sterblichkeitsraten sind bei Anorexia nervosa mehr als fünfmal und bei Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung etwa 1,5-mal höher als in der jeweiligen Altersgruppe der Allgemeinbevölkerung (Fichter und Quadflieg, 2016). Zudem leiden 9 % bis 24 % der Betroffenen einer ES an einer komorbiden posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) (Rijkers et al., 2019). PTBS kann Symptome wie Flashbacks, Albträume, erhöhte Reizbarkeit und emotionale Taubheit verursachen, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt (National Institute of Mental Health, 2020).

Die Autorinnen und Autoren haben die klinische Erfahrung gemacht, dass die Behandlung von Personen mit Essstörungen und (komplexer) PTBS besonders herausfordernd ist. Die Symptome der Essstörung verbessern sich in der Regel langsamer als bei Betroffenen ohne schwerwiegende Komorbiditäten, selbst in einem intensiv unterstützenden stationären Behandlungssetting. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sie Hunger, Essanfälle oder Erbrechen gezielt einsetzen, um belastende, traumaassoziierte Emotionen wie Scham, Wut und Ekel zu lindern oder kurzzeitig zu unterdrücken, was es ihnen besonders schwer macht, auf die Symptome der Essstörung zu verzichten.
 

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Die Studie:

In der randomisierten Kontrollstudie wurde untersucht, ob ILF-Neurofeedback die Symptome bei Personen mit Essstörungen und komorbider posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) in einem stationären Behandlungsprogramm verbessern kann. Die Interventionsgruppe erhielt zusätzlich zur regulären Therapie ILF-Neurofeedback, während die Kontrollgruppe eine Placebo-Intervention in Form von mediengestützter Entspannung bekam. Vor und nach der Behandlung bewerteten die Teilnehmenden ihre Essstörungssymptome mit dem Eating Disorder Examination Questionnaire (EDE-Q) und ihre posttraumatischen Stresssymptome mit der Impact of Event Scale-Revised (IES-R).

Die Studie umfasste Personen ab 18 Jahren, die zwischen Mai 2019 und April 2021 in der Parkland-Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie wegen Essstörungen stationär behandelt wurden. Beide Gruppen erhielten 12 Einzelsitzungen von etwa 40 Minuten. Jede Sitzung begann mit einem kurzen Gespräch über den Verlauf der Symptome seit der letzten Sitzung, gefolgt von 30 Minuten ILF-Neurofeedback oder einer Placebo-Intervention. Alle Sitzungen wurden von geschultem Personal in einem ruhigen Raum durchgeführt und fanden zweimal pro Woche über einen Zeitraum von 6 Wochen statt. Die Teilnehmenden saßen in einem bequemen Sessel vor einem Monitor mit Lautsprechern. Nach 30 Minuten wurden sie gefragt, wie sich ihr Zustand während der Sitzung verändert hatte.


Ergebnisse und Implikationen:

Die Studie zeigt, dass ILF-Neurofeedback in einem stationären Umfeld die Symptome von Essstörungen und traumabedingtem Stress verbessern kann. Patienten mit Essstörungen und PTBS, die 12 Sitzungen ILF-Neurofeedback erhielten, zeigten signifikante Verbesserungen im Essverhalten im Vergleich zu denen, die ein Placebo erhielten. Untergewichtige Patientinnen und Patienten in der ILF-Neurofeedback-Gruppe nahmen tendenziell mehr zu als in der Placebo-Gruppe.

Zudem wurde festgestellt, dass die behandelten Personen das Neurofeedback gut annahmen. Es gab weniger schwere Komplikationen und eine tendenziell bessere Bewertung des Behandlungsergebnisses. Personen, welche ILF-Neurofeedback erhielten, stuften sich am Ende ihrer Behandlung häufiger als „leicht verbessert“ ein, was auf eine spürbare positive Veränderung hindeutet (vgl. Haase et al., 2021).
 

 

Quellen

Fichter, M. M., and Quadflieg, N. (2016). Mortality in eating disorders - results of a large prospective clinical longitudinal study. Int. J. Eat. Disord. 49, 391–401. doi: 10.1002/eat.22501 

Haase, I., Winkeler, M., and Imgart, H. (2021). Ascertaining minimal clinically meaningful changes in symptoms of depression rated by the 15-item centre for epidemiological studies depression scale. J. Eval. Clin. Pract. doi: 10.1111/jep. 13629. 

National Institute of Mental Health. (2020). Post-traumatic stress disorder (PTSD). https://www.nimh.nih.gov/health/topics/post-traumatic-stress-disorder-ptsd

Rijkers, C., Schoorl, M., van Hoeken, D., and Hoek, H. W. (2019). Eating disorders and posttraumatic stress disorder. Curr. Opin. Psychiatry     32,510–517. doi: 10.1097/YCO.0000000000000545 

Der Einsatz von ILF-Neurofeedback bei Parkinson - Hintergründe und Fallstudien

11. April 2024

Im Rahmen der Studie - Managing intractable symptoms of Parkinson’s Disease: A nonsurgical approach employing infralow frequency neuromodulation - argumentieren die Autoren, weshalb ILF Neurofeedback positive Auswirkungen auf die Symptome von Parkinson haben kann. Außerdem werden drei Fallbeispiele erläutert.

Legarda, S.B.; Michas-Martin, P.A.; McDermott, D. (2022): Managing intractable symptoms of Parkinson’s disease: A Nonsurgical approach employing infralow frequency neuromodulation. Frontiers in Human Neuroscience, 16:894781.

Die vollständige Studie können Sie hier lesen. 

 

Einführung

Die Prävalenz von Parkinson ist in den letzten Jahren gestiegen. (Garcia-Ruiz/ Espay 2017). Kennzeichnend für Morbus Parkinson im Frühstadium sind eine Hyposmie (Störung des Geruchssinns) sowie Obstipation (Verstopfungen). Den klassischen Trias für eine Parkinson Erkrankung bilden Tremor, Rigor und Akinese. Der Tremor beschreibt ein zunehmend unkontrolliertes Zittern in Ruhephasen, der Rigor stellt eine muskuläre Steifheit dar und die Akinese nimmt Bezug auf eine stetig zunehmende Bewegungsarmut, welche sich in langsamen und erschwerten motorischen Abläufen zeigt. Dem progressiven Verlauf der Erkrankung geschuldet, nimmt die Krankheitslast der Betroffenen konsequent zu. Patient:innen zeigen eine zunehmend instabile Körperhaltung, Störungen der Bewegungskoordination sowie ein auffälliges Gangbild. Weitere Symptome sind Artikulationsstörungen sowie ausdruckslose Gesichter der Patient:innen (O’Keefa et al. 2011).

Die zunehmende Prävalenz der Parkinson Erkrankung kann u.a. auf die steigende Lebenserwartung und die besseren Überlebenschancen der Betroffenen durch medizinisch-technologische Innovationen zurückgeführt werden. Körperliche Betätigung fördert die Freisetzung neuroprotektiver Botenstoffe im Gehirn. Im Vergleich zu unseren Vorfahren ist die körperliche Betätigung der Menschen jedoch enorm gesunken. Unter anderem stellen Medikation oder der chirurgische Weg der tiefen Hirnstimulation (DBS) Möglichkeiten der Behandlung dar.

Older men - Parkinson

ILF-Gehirntraining bei Morbus Parkinson

Legarda et al. nennen außerdem as ILF-Gehirntraining als eine nicht-pharmakologische und nicht-operative Option zur Therapie der motorischen Symptome. Mit dieser Form des Neurofeedbacks können ebenfalls kognitive Komorbiditäten, wie z.B. Aufmerksamkeitsstörungen, Angstzustände, Gedächtnisverlust, etc., adressiert werden. Des Weiteren gehen die Autor:innen davon aus, dass neben einer gesteigerten Belastbarkeit des Gehirns auch posturale Instabilitäten durch das ILF-Neurofeedback Training verbessert werden können.

Den innovativen Charakter erhält das ILF-Training dadurch, dass es überwiegend die subkortikalen Netzwerke anvisiert, um neuromodulatorische Effekte in Richtung einer Homöostase anzuregen und erfordert demnach keine bewusste Anstrengungen, welche bei traditionellen Neurofeedback-Methoden erforderlich sind. Auf diese Weise fördert das ILF-Gehirntraining die “Automatisierung motorischer Systeme” auf natürliche Weise. Die Patient:innen vernehmen positive Auswirkungen unmittelbar nach der ersten Trainingseinheit, welche ca. 48-72 Stunden anhalten. Nichtsdestotrotz seien regelmäßige Trainingseinheiten erforderlich, um die erzielten Trainingseffekte sowie die verringerte Symptomlast zu konsolidieren.


Fallstudien

Um darzustellen, wie ILF-Neurofeedback Personen mit einer diagnostizierten Parkinson Erkrankung helfen kann, stellen die Autor:innen weiterhin drei Fallbeispiele von Patient:innen dar:

Das erste Profil präsentiert eine 77-jährige Frau, die aufgrund enormer Gehschwierigkeiten und unkontrolliertem Zittern zur Mobilisierung eine Gehhilfe benötigt. Nachdem sie insgesamt 40 ILF-Neurofeedback-Sitzungen absolviert hat, haben sich sowohl ihr Tremor als auch ihre Gehschwierigkeiten reduziert.

Die zweite genannte Person ist eine 63-jährige Hochschullehrerin mit Sprech- und Schluckstörungen. Ihre Symptome konnte sie durch eine konsequente Sprachtherapie gut kontrollieren. Innerhalb der nächsten 10 Jahren entwickelte sie allerdings sowohl einen Tremor als auch eine ausgeprägte Dysgraphie, weswegen eine medikamentöse Therapie eingeleitet wurde. Nachdem sie mit dem ILF-Gehirntraining begonnen hatte, konnte eine Verbesserung der Schreibfähigkeiten festgestellt werden. Nach 50 Neurofeedback-Sitzungen konnte sie die Verbesserungen ihrer Schreibfähigkeiten selbstständig erhalten.

Das dritte Patientenprofil präsentiert den Fall eines 76-jährigen Rechtsanwalts, welcher aufgrund einer zerebralen Amyloidangiopathie eine Hirnblutung erlitten hat. Durch eine medikamentöse Behandlung konnte der Patient gut eingestellt werden. Im Laufe der nächsten fünf Jahre verschlechterte sich sein Zustand zunehmend und er wurde immobil und war vollständig auf einen Rollstuhl angewiesen. Nachdem er mit Neurofeedback angefangen hat, konnte er sich mit Hilfe von Gehhilfen fortbewegen. Durch eine regelmäßige Teilnahme an Neurofeedback Sitzungen, soll eine Konsolidierung der erlernten Effekte angestrebt werden.

 

 

Quellen: 

Booth, H., Hirst, W., and Wade-Martins, R. (2017). The role of astrocyte dysfunction in Parkinson’s disease pathogenesis. Trends Neurosci. 40, 358–370. doi: 10.1016/j.tins.2017.04.001
Garcia-Ruiz, P., and Espay, A. (2017). Parkinson disease: an evolutionary perspective. Front. Neurol. 8, 157. doi: 10.3389/fneur.2017.00157.
DeMaagd, G., and Phlip, A. (2015). Parkinson’s disease and its management. Pharm. Therap. 40, 504-510, 532.
O’Keefea, J., Vogelb, R., Laviec, C., and Cordain, L. (2011). Exercise like a huntergatherer: a prescription for organic physical fitness. Prog. Cardiovasc. Dis. 53, 471–479. doi: 10.1016/j.pcad.2011.03.009.

 


 

 

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