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Der Einsatz von ILF-Neurofeedback bei Parkinson - Hintergründe und Fallstudien

11. April 2024

Im Rahmen der Studie - Managing intractable symptoms of Parkinson’s Disease: A nonsurgical approach employing infralow frequency neuromodulation - argumentieren die Autoren, weshalb ILF Neurofeedback positive Auswirkungen auf die Symptome von Parkinson haben kann. Außerdem werden drei Fallbeispiele erläutert.

Legarda, S.B.; Michas-Martin, P.A.; McDermott, D. (2022): Managing intractable symptoms of Parkinson’s disease: A Nonsurgical approach employing infralow frequency neuromodulation. Frontiers in Human Neuroscience, 16:894781.

Die vollständige Studie können Sie hier lesen. 

 

Einführung

Die Prävalenz von Parkinson ist in den letzten Jahren gestiegen. (Garcia-Ruiz/ Espay 2017). Kennzeichnend für Morbus Parkinson im Frühstadium sind eine Hyposmie (Störung des Geruchssinns) sowie Obstipation (Verstopfungen). Den klassischen Trias für eine Parkinson Erkrankung bilden Tremor, Rigor und Akinese. Der Tremor beschreibt ein zunehmend unkontrolliertes Zittern in Ruhephasen, der Rigor stellt eine muskuläre Steifheit dar und die Akinese nimmt Bezug auf eine stetig zunehmende Bewegungsarmut, welche sich in langsamen und erschwerten motorischen Abläufen zeigt. Dem progressiven Verlauf der Erkrankung geschuldet, nimmt die Krankheitslast der Betroffenen konsequent zu. Patient:innen zeigen eine zunehmend instabile Körperhaltung, Störungen der Bewegungskoordination sowie ein auffälliges Gangbild. Weitere Symptome sind Artikulationsstörungen sowie ausdruckslose Gesichter der Patient:innen (O’Keefa et al. 2011).

Die zunehmende Prävalenz der Parkinson Erkrankung kann u.a. auf die steigende Lebenserwartung und die besseren Überlebenschancen der Betroffenen durch medizinisch-technologische Innovationen zurückgeführt werden. Körperliche Betätigung fördert die Freisetzung neuroprotektiver Botenstoffe im Gehirn. Im Vergleich zu unseren Vorfahren ist die körperliche Betätigung der Menschen jedoch enorm gesunken. Unter anderem stellen Medikation oder der chirurgische Weg der tiefen Hirnstimulation (DBS) Möglichkeiten der Behandlung dar.

Older men - Parkinson

ILF-Gehirntraining bei Morbus Parkinson

Legarda et al. nennen außerdem as ILF-Gehirntraining als eine nicht-pharmakologische und nicht-operative Option zur Therapie der motorischen Symptome. Mit dieser Form des Neurofeedbacks können ebenfalls kognitive Komorbiditäten, wie z.B. Aufmerksamkeitsstörungen, Angstzustände, Gedächtnisverlust, etc., adressiert werden. Des Weiteren gehen die Autor:innen davon aus, dass neben einer gesteigerten Belastbarkeit des Gehirns auch posturale Instabilitäten durch das ILF-Neurofeedback Training verbessert werden können.

Den innovativen Charakter erhält das ILF-Training dadurch, dass es überwiegend die subkortikalen Netzwerke anvisiert, um neuromodulatorische Effekte in Richtung einer Homöostase anzuregen und erfordert demnach keine bewusste Anstrengungen, welche bei traditionellen Neurofeedback-Methoden erforderlich sind. Auf diese Weise fördert das ILF-Gehirntraining die “Automatisierung motorischer Systeme” auf natürliche Weise. Die Patient:innen vernehmen positive Auswirkungen unmittelbar nach der ersten Trainingseinheit, welche ca. 48-72 Stunden anhalten. Nichtsdestotrotz seien regelmäßige Trainingseinheiten erforderlich, um die erzielten Trainingseffekte sowie die verringerte Symptomlast zu konsolidieren.


Fallstudien

Um darzustellen, wie ILF-Neurofeedback Personen mit einer diagnostizierten Parkinson Erkrankung helfen kann, stellen die Autor:innen weiterhin drei Fallbeispiele von Patient:innen dar:

Das erste Profil präsentiert eine 77-jährige Frau, die aufgrund enormer Gehschwierigkeiten und unkontrolliertem Zittern zur Mobilisierung eine Gehhilfe benötigt. Nachdem sie insgesamt 40 ILF-Neurofeedback-Sitzungen absolviert hat, haben sich sowohl ihr Tremor als auch ihre Gehschwierigkeiten reduziert.

Die zweite genannte Person ist eine 63-jährige Hochschullehrerin mit Sprech- und Schluckstörungen. Ihre Symptome konnte sie durch eine konsequente Sprachtherapie gut kontrollieren. Innerhalb der nächsten 10 Jahren entwickelte sie allerdings sowohl einen Tremor als auch eine ausgeprägte Dysgraphie, weswegen eine medikamentöse Therapie eingeleitet wurde. Nachdem sie mit dem ILF-Gehirntraining begonnen hatte, konnte eine Verbesserung der Schreibfähigkeiten festgestellt werden. Nach 50 Neurofeedback-Sitzungen konnte sie die Verbesserungen ihrer Schreibfähigkeiten selbstständig erhalten.

Das dritte Patientenprofil präsentiert den Fall eines 76-jährigen Rechtsanwalts, welcher aufgrund einer zerebralen Amyloidangiopathie eine Hirnblutung erlitten hat. Durch eine medikamentöse Behandlung konnte der Patient gut eingestellt werden. Im Laufe der nächsten fünf Jahre verschlechterte sich sein Zustand zunehmend und er wurde immobil und war vollständig auf einen Rollstuhl angewiesen. Nachdem er mit Neurofeedback angefangen hat, konnte er sich mit Hilfe von Gehhilfen fortbewegen. Durch eine regelmäßige Teilnahme an Neurofeedback Sitzungen, soll eine Konsolidierung der erlernten Effekte angestrebt werden.

 

 

Quellen: 

Booth, H., Hirst, W., and Wade-Martins, R. (2017). The role of astrocyte dysfunction in Parkinson’s disease pathogenesis. Trends Neurosci. 40, 358–370. doi: 10.1016/j.tins.2017.04.001
Garcia-Ruiz, P., and Espay, A. (2017). Parkinson disease: an evolutionary perspective. Front. Neurol. 8, 157. doi: 10.3389/fneur.2017.00157.
DeMaagd, G., and Phlip, A. (2015). Parkinson’s disease and its management. Pharm. Therap. 40, 504-510, 532.
O’Keefea, J., Vogelb, R., Laviec, C., and Cordain, L. (2011). Exercise like a huntergatherer: a prescription for organic physical fitness. Prog. Cardiovasc. Dis. 53, 471–479. doi: 10.1016/j.pcad.2011.03.009.

 


 

 

Customer Highlight: Dashunda Washington, M.A., MFT

12. März 2024

Lernen Sie Dashunda Washington kennen, Geschäftsführerin von Life Healing Therapy, LLC & Neurotherapy in Chesapeake, VA!


Dashunda ist eine vorlizensierte Assistenzärztin für Ehe-, Familien- und Paartherapie. Sie lernte Neurofeedback zum ersten Mal als Praktikantin bei Fly Family Therapy unter der Aufsicht von Dr. Lanier Fly, Kristen Fly (LMFT) und Dr. David Fly kennen.

Customer Highlight: Dashunda

"Neurofeedback ist eine wirksame Behandlung für die psychische Gesundheit. [...] Das Highlight für mich ist es, die Veränderung bei meinen Klienten zu sehen und dass meine Klienten in der Lage sind, ein gutes Leben zu führen.

Im Vergleich zu anderen Neurofeedback-Geräten habe ich festgestellt, dass BEE Medic-Geräte für die Neurofeedback-Behandlung effektiver sind. Die BEE Medic-Ausrüstung ermöglicht es mir, meinen Klienten Echtzeit-Feedback auf der Grundlage ihrer Gehirnwellenaktivität zu geben. Das Feedback kann in verschiedenen Formen erfolgen, z. B. als akustische Hinweise, visuelle Anzeigen oder taktile Empfindungen. Die BEE Medic-Software bietet maßgeschneiderte Trainingsprotokolle, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele meiner Kunden zugeschnitten sind. Mit der BEE Medic-Software kann ich die Trainingshäufigkeit und die Belohnungsschwellen anpassen, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Mit der BEE Medic Software kann ich die Fortschritte meiner Kunden über einen längeren Zeitraum verfolgen. Die BEE Medic Software bietet meinen Klienten, die gerne spielen, ein individuelles Erlebnis, indem sie das Gehirn belohnt, um Fähigkeiten in Bezug auf Konzentration, Stressmanagement und emotionale Regulierung zu entwickeln."

 

Kontakt aufnehmen

Telefon: 757-387-9492
E-Mail: [email protected]
Website: lifehealingtherapy.net

 

Customer Highlight: Dze L K'ant Friendship Centre Society

09. April 2024

Lernen Sie die Dze L K'ant Friendship Centre Society in British Columbia kennen!


Die Dze L K'ant Friendship Centre Society ist eine Organisation, die sich an den Werten der Aborigines orientiert und Aktivitäten, Dienstleistungen und Informationen für alle Menschen anbietet. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Fähigkeiten und Stärken unter Einbeziehung des spirituellen, emotionalen, geistigen und körperlichen Wohlbefindens, um den Menschen zu helfen, sich selbst zu versorgen und auf eigenen Füßen zu stehen. Das Friendship Centre hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein aller Menschen zu fördern.

Dze L K'ant Friendship Centre Society

"Die Dze L K'ant Friendship Centre Society hat sich verpflichtet, innovative Hilfsmittel wie Neurofeedback und BEE Medic-Geräte einzusetzen, um das Wohlbefinden aller von uns betreuten Personen zu fördern. Durch die Einbeziehung dieser Technologien in unsere Dienstleistungen haben wir bemerkenswerte Veränderungen im allgemeinen Wohlbefinden unserer Kunden festgestellt.

 

Unsere Klienten berichten, dass sie nach Neurofeedback-Sitzungen ein neues Glücksgefühl, bessere soziale Interaktionen und ein stärkeres Selbstbewusstsein verspüren. Sie brachten ihre Dankbarkeit darüber zum Ausdruck, dass sie in der Lage sind, ihre Emotionen besser zu steuern und negative Gedankenmuster zu überwinden. Darüber hinaus berichteten einige Klienten von signifikanten Verbesserungen bei der Bewältigung chronischer Schmerzen, besserem Schlaf und einem höheren Energieniveau.

 

Durch die Integration von Neurofeedback- und BEE Medic-Geräten wollen wir das ganzheitliche Wohlbefinden fördern und ein Gefühl der Selbstbestimmung in unserer Gemeinschaft unterstützen. Wir sind dankbar für die Gelegenheit, diese Erfolgsgeschichten miterleben zu dürfen, und freuen uns darauf, unsere Kunden weiterhin auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu unterstützen."

 

Kontakt aufnehmen
Telefon: 250-847-5211
E-Mail:
[email protected]
Website: http://www.dzelkant.com/

In Gedenken an Barry Sterman

01. Februar 2024

Dr. Barry Sterman war einer der Pioniere des Neurofeedbacks und bekannt für seine wegweisenden Arbeiten zur Erforschung der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. 

Nach seiner Promotion 1963 in Psychologie und Neurowissenschaften an der University of California Los Angeles begann Barry Sterman mit seiner Forschung. Unter anderem untersuchte er im Auftrag der NASA die Wirkung einer Substanz aus Raketentreibstoff an Katzen. Fast alle Katzen erlitten epileptische Anfälle, außer denjenigen, deren Gehirne zuvor darauf trainiert worden waren, mehr SMR-Rhythmen zu produzieren. Eine Mitarbeiterin Stermans, die ebenfalls an Epilepsie litt, ließ sich auf das Experiment ein, ihr Gehirn mit belohnendem Feedback auf die gewünschte EEG-Aktivität zu trainieren, und konnte so ihre Anfälle reduzieren. Dieser Selbstversuch wurde 1972 publiziert und gilt als die Geburtsstunde des klinischen Neurofeedbacks.
 

Barry Sterman

Barry Sterman ebnete mit dieser Entdeckung den Weg für das Neurofeedback in seiner heutigen Form. Seine Entdeckungen und seine unermüdliche Arbeit haben nicht nur unser Verständnis des Gehirns erweitert, sondern auch zahlreiche Anwendungen in der Medizin ermöglicht.

Barry verstarb im Dezember letzten Jahres im Alter von 87 Jahren. Wir gedenken ihm und seinem Vermächtnis mit größter Anerkennung und Wertschätzung.

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: LinkedIn

Fallstudie zeigt den Einsatz von ILF-Neurofeedback bei Patient: innen mit Dravet-Syndrom

12. Februar 2024

Diese Fallstudie untersucht, wie sich eine Intervention mit ILF-Neurofeedback Training (ILF-NFT) auf die Symptomatik eines achtjährigen Patienten mit Dravet-Syndrom (DS), einer seltenen und stark beeinträchtigenden Form der Epilepsie, auswirken kann.

Schmidt, C.; Laugesen, H. (2023): Infra-low frequency training in Dravet Syndrome: a case study. Epilepsy and Behaviour reports. Science Direct; 1-10.

Die vollständige Studie können Sie hier lesen.

 

Hintergrund

Das Dravet-Syndrom (DS) ist eine seltene und schwere Form der Epilepsie, welche bei einem von 40.000 Epilepsie Patient:innen auftritt (Dhamija et al. 2014). Ausgelöst wird das Dravet-Syndrom durch die Mutation eines Gens, das für die Kodierung von Natriumkanälen im Zentralnervensystem verantwortlich ist. Diese genetische Mutation geht mit schwerwiegenden neurologischen Beeinträchtigungen in mehreren Gehirnbereichen einher (Wheless et al. 2020).  Besonders herausfordernd für die DS-Patient:innen sind die häufig auftretenden epileptischen Anfälle,welche weitestgehend behandlungsresistent sind. Außerdem sind Schlafstörungen eine erhebliche Herausforderung bei DS. Darüber hinaus zeichnet sich DS durch ein hohes Maß an Heterogenität des EEGs aus. Nach dem internationalen Konsens zur Diagnose und Behandlung von DS sind die Therapiemöglichkeiten begrenzt. (Bureau/ Bernardina 2011). Dies hat zur Folge, dass nur selten Anfallsremissionen erreicht werden können, weswegen anhaltende Entwicklungsstörungen und Schlafprobleme wahrscheinlich sind (Wheless et al. 2020).

Klinisch wird im Rahmen einer DS-Erkrankung insbesondere die Kernsymptomatik therapiert. Allerdings gibt es trotz der zahlreichen pharmakologischen Behandlungsmöglichkeiten immer noch keine ausreichend wirksame Behandlung für DS-Patient: innen, um die neurologischen Entwicklungsstörungen, Schlafstörungen und epileptischen Anfälle zu reduzieren (Moore 2022; Lyons et al. 2020).

 

Fallstudie

In dieser Fallstudie wird eine 8-jährige DS-Patientin vorgestellt, die mit Fieberkrämpfen im Alter von 5 Monaten mit zunehmender Anfallshäufigkeit, bis zu 3 mal pro Woche und einer Anfallsdauer von bis zu 30 Minuten. Im Laufe ihrer Erkrankung wurden die epileptischen Anfälle zunehmend nicht ausschließlich durch Fieber ausgelöst, sondern auch durch niedrige Temperaturen, körperliche Aktivität sowie durch eine sensorische Stimulation. Bis zum Beginn der ILF-Neurofeedback Therapie hat die Patientin zunehmend Schlafprobleme und war in fünf Nächten pro Woche zwei bis vier Stunden pro Nacht wach. Im Rahmen einer neuropsychologischen Untersuchung in einem dänischen Epilepsie Krankenhaus wurde die psychische Entwicklung des Mädchens als um etwa ein Jahr verzögert eingeschätzt. Das Mädchen hat verschiedene pharmakologische Therapien ausprobiert, wodurch bereits erste Schädigungen der Leberfunktionen auftraten. Durch die Einnahme von Benzodiazepinen wurden ebenfalls lethargische Gemütszustände häufiger.

Methoden

Das ILF-Neurofeedback-Training wurde im Dezember 2019 begonnen. Seitdem trainierte die Patientin fast täglich für ca. 30 Min. pro Sitzung. Dabei werden der NeuroAmp II sowie die Software Cygnet verwendet.

 

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Fallstudie bestehen in erster Linie aus Beobachtungen der Eltern, einschließlich ihrer Aufzeichnungen der Anfälle in der digitalen App, die sie mit dem dänischen Epilepsie Krankenhaus teilen.

Nach den ersten drei Trainingseinheiten zeigte sich eine deutliche Verbesserung des Schlafs, auch die Wachphasen während der Nacht sind deutlich kürzer geworden.
Hinsichtlich der epileptischen Anfälle konnte festgestellt werden, dass diese sowohl in Ihrer Frequenz als auch in ihrer Intensität reduziert werden konnten. Ganz grundsätzlich hat sich das Mädchen seit dem Beginn der ILF-NFT positiv entwickelt. Ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten entwickeln sich ebenfalls gut, auch wenn sie nicht altersgemäß sind. 
 

Quellen

Dhamija, R.; Erickson, MK.; St. Louis, EK.; Wirrell, E.; Kotagal, S. Sleep abnormalities in children with Dravet syndrome, Pediatr. Neurol 2014; 50(5): 474-478.
Wheless, JW.; Fulton, SP.; Mudigoudar, BD. Dravet syndrome: a review of current management. Pediatr Neurol 2020; 107: 28-40.
Bureau, M.; Bernardina, BD. Electroencophalographic characteristics of Dravet syndrome. Epilepsia 2011; 52: 13-23.
Moore, PT. Infra-low frequency neurofeedback and insomnia as a model of CNS dysregulation. Front Hum Neurosci 2022; 514. 
Lyons, L.; Schoeler, NE.; Langan, D.; Cross, JH. Use of ketogenic diet therapy in infants with epilepsy: a systematic review meta-analysis. Epilepsia 2020; 61(6): 1261-1281.

 

Annual Conference for Applied Neurofeedback (ACAN) 2024

18. Januar 2024

Wir freuen uns,  dass die Annual Conference for Applied Neurofeedback auch in diesem Jahr wieder stattfindet!

 

Die Konferenz, die vom 7.-8. Juni in Bukarest, Rumänien, stattfindet, verspricht erneut eine Plattform für Wissensaustausch, Zusammenarbeit und Innovation zu werden. Führende internationale Experten wie Siegfried Othmer und Roxana Sasu werden ihr Wissen weitergeben und verschiedene Themen aus dem Bereich Neurofeedback präsentieren und diskutieren. Die Konferenz bietet ein breites Spektrum an Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen - für jeden geeignet, egal ob Sie bereits Experte auf dem Gebiet sind oder einfach neugierig auf das Potenzial von Neurofeedback.


 

 

acan2024

Experten, Forscher und Enthusiasten werden zusammenkommen, um die neuesten Fortschritte in diesem schnell wachsenden Bereich zu erkunden. Darüber hinaus bietet die Konferenz reichlich Gelegenheit zum Networking. Die Teilnehmenden werden die Möglichkeit haben, mit gleichgesinnten Fachkollegen in Kontakt zu treten, Ideen auszutauschen und Kooperationen zu fördern.

 

Werden Sie Teil dieser besonderen Neurofeedback-Community und sichern Sie sich hier Ihr Ticket. Verpassen Sie außerdem nicht die Chance auf Ihr Early Bird Ticket - dieses ist noch bis zum 7. März erhältlich.


Weitere Informationen zu Referenten und Themen werden in Kürze veröffentlicht - behalten Sie also unsere Website im Auge!

 

“STUDIEN-UPDATE 2023” - HIER FINDEN SIE EINE AUSWAHL AN AKTUELLEN NEUROFEDBACK-STUDIEN

09. November 2023


Hier finden Sie eine Auswahl an aktuellen Neurofeedback-Studien


ILF-Neurofeedback Mechanismen und Neurophysiologie 

Dobrushina, O. et al. (2020). Modulation of Intrinsic Brain Connectivity by Implicit Electroencephalographic Neurofeedback. Frontiers in Human Neuroscience, 14: 192. 
Grin-Yatsenko, V., Kara, O., Evdokimov, S., Gregory, M., Othmer, S. & Kropotov, J. (2020). Infra-Low Frequency Neurofeedback Modulates Infra-Slow Oscillations of Brain Potentials: A Controlled Study. Journal of Biomedical Engineering and Research, 4, 1-11.
Grin-Yatsenko, V. A., Ponomarev, V. A., Kara, O., Wandernoth, B., Gregory, M., Ilyukhina, V. A., & Kropotov, J. D. (2018). Effect of Infra-Low Frequency Neurofeedback on Infra-Slow EEG Fluctuations. In Biofeedback. IntechOpen
Dobrushina, O. R. et al. (2018) Exploring the brain contour of implicit infra-low frequency EEG neurofeedback: a resting state fMRI study. Int. J. Psychophysiol. 131, S76 (2018).
Arina, G., Osina, E., Dobrushina, O. & Aziatskaya, G. (2017). Sham-neurofeedback as an intervention: Placebo or nocebo? European Psychiatry, 41, 253-254. 
Altan, S., Berberoglu, B., Canan, S. & Dane, S. (2016). Effects of neurofeedback therapy in healthy young subjects. Clin invest Med 39, 27–30. 
Dobrushina, O. et al. (2015). The effect of Infra-Low Frequency Neurofeedback on default mode network of the brain. Conference paper at Applied Neuroscience and Social Well being, Moscow. (in Russian).
Othmer S., Othmer S.F., Kaiser D. & Putman J. (2013). Endogenous Neuromodulation at Infra-Low Frequencies. Seminars in Paediatric Neurology, 20(4), 246-257.
Legarda S., McMahon D., Othmer S. & Othmer SF. (2011). Clinical Neurofeedback: Case Studies, Proposed Mechanism and Implication for Paediatric Neurology Practice. Journal of Child Neurology, 26(8), 1045-1051.
Othmer S., Othmer SF. & Legarda S. (2011). Clinical Neurofeedback: Training Brain Behavior. Pediatric Neurology and Psychiatry, 2, 67-73.
Seuß S, Riederle J. Erfahrungen mit Neurofeedback in der therapeutischen Praxis. Prax Ergotherapie. 2021;2:75–81. 
Fleischman, M. J. (2022). Documenting the Impact of Infra Low Frequency Neurofeedback on Underserved Populations With Complex Clinical Presentations. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–9.
Bazzana F, Finzi S, Di Fini G and Veglia F (2022) Infra-Low Frequency Neurofeedback: A Systematic Mixed Studies Review. Front. Hum. Neurosci. 16:920659. doi: 10.3389/fnhum.2022.920659
Kropotov JD (2022) The enigma of infra-slow fluctuations in the human EEG Front. Hum. Neurosci. 16:928410. doi: 10.3389/fnhum.2022.928410

 

ILF Neurofeedback in neuester klinischer Anwendung

 

Sucht
Corominas-Roso, M. et al. (2020). Benefits of EEG-Neurofeedback on the Modulation of Impulsivity in a Sample of Cocaine and Heroin Long-Term Abstinent Inmates: A Pilot Study. International Journal of Offender Therapy and Comparative Criminology, 64(12), 1275-1298.

ADHS
Schneider, H., Riederle, J. & Seuss, S. (2021). Therapeutic Effect of Infra-Low_Frequency Neurofeedback Training on Children and Adolescents with ADHD. In: Brain-Computer Interface, Vahid Asadpour ed., IntechOpen Limited, 2021:13, doi: 10.5772/intechopen.97938
Ahlstrand, P. & Grattbeck, M. Neurofeedback - ett behandlingsalternativ vid ADHD. (2013).
Prinz, W. (2015). Neurofeedbacktherapie als Spezialtherapieangebot. Psychopraxis. Neuropraxis 18, 180–183.
Flatz, T. & Gleußner, M. (2014). Neurofeedbacktherapie bei ADHS und Autismus. Pädiatrie & Pädologie 49, 22–27.

Älterwerden und Parkinson
Dobrushina, O. R. et al. (2022). Enhancing Brain Connectivity With Infra-Low Frequency Neurofeedback During Aging : A Pilot Study. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–12.
Legarda SB, Michas-Martin PA and McDermott D (2022) Managing Intractable Symptoms of Parkinson's Disease: A Nonsurgical Approach Employing Infralow Frequency Neuromodulation. Front. Hum. Neurosci. 16:894781. doi: 10.3389/fnhum.2022.894781

Autismus-Spektrum-Störung
Rauter, A., Schneider, H. & Prinz, W. (2022). Effectivity of ILF Neurofeedback on Autism spectrum disorder – a Case Study. Front. Hum. Neurosci. 16.
Prinz, W. (2015). Neurofeedbacktherapie als Spezialtherapieangebot. psychopraxis. neuropraxis 18, 180-183. (in German) 
Flatz, T. & Gleußner, M. (2014). Neurofeedbacktherapie bei ADHS und Autismus. Pädiatrie & Pädologie 49, 22–27.
Othmer S. & Othmer S.F. (2011). Neurofeedback for the Autism Spectrum. In K. Siri and T. Lyons (Eds.), Cutting-Edge Therapies for Autism (262-267). Skyhorse Publishing.
Rauter, A., Schneider, H., Prinz, W. & Study, C. (2022). Effectivity of ILF Neurofeedback on Autism Spectrum Disorder — A Case Study. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–6.

Hirnverletzungen
Carlson, J. & Ross, G. (2021). Neurofeedback Impact on Chronic Headache, Sleep and Attention Disorders Experienced by Veterans with Mild Traumatic Brain Injury: A Pilot Study. Biofeedback, 49(1), 2-9. 
Annaheim C, Hug K, Stumm C, Messerli M, Simon Y and Hund-Georgiadis M (2022) Neurofeedback in patients with frontal brain lesions: A randomized, controlled double-blind trial. Front. Hum. Neurosci. 16:979723. doi: 10.3389/fnhum.2022.979723

Depression
Grin-Yatsenko, V. A. et al. (2018) Infra-low frequency neurofeedback in depression: Three case studies. NeuroRegulation 5, 30–42.
Grin-Yatsenko, V. A., & Kropotov, J. D. (2020). Effect of infra-low frequency neurofeedback on the functional state of the brain in health and depressed individuals. In H. W. Kirk (Ed.), Restoring the brain: Neurofeedback as an integrative approach to health (2nd ed.). Routledge, pp. 244-255.
Tschiesner, R. Infra-Low-Frequency Neurofeedback Treatment in Dysthymia : A Case Study. Behav. Sci. (Basel). 13, (2023).

Essstörungen
Chirita-Emandi, A., & Puiu, M. (2014). Outcomes of neurofeedback training in childhood obesity management: A pilot study. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 20(11), 831–837. 
Leong, S. L., Vanneste, S., Lim, J., Smith, M., Manning, P., & De Ridder, D. (2018). A randomised, double-blind, placebo-controlled parallel trial of closed-loop infraslow brain training in food addiction. Scientific reports, 8(1), 1-9.
Winkeler, A., Winkeler, M. & Imgart, H. (2022). Infra-Low Frequency Neurofeedback in the Treatment of Patients With Chronic Eating Disorder and Comorbid Post-Traumatic Stress Disorder. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–11.

Fibromyalgie, Multiple Sklerose, Gehirnerschütterung
Borchert, N. et al. Learning from Läklabbet : An integrative transdisciplinary eco therapeutic treatment approach designed to promote resource capacity in people recovering from chronic ill health . 1–9 (2023).
Ingvaldsen, S. H. (2019). QEEG and Infra-Low Frequency Neurofeedback Training in Fibromyalgia: A Pilot Study (Master's thesis, NTNU).
Lamprecht, C. E. (2019). The effect of neurofeedback in post-concussion syndrome. Doctoral dissertation, Stellenbosch University. 
Legarda, S. B., Lahti, C. E., Mcdermott, D. & Michas-martin, A. (2022). Use of Novel Concussion Protocol With Infralow Frequency Neuromodulation Demonstrates Significant Treatment Response in Patients With Persistent Postconcussion Symptoms , a Retrospective Study. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–16.
Dobrushina, O. R., Varako, N. A., Kovyazina, M. S. & Zinchenko, Y. P. (2016). Combination of Neurofeedback and cognitive training in attention deficit due to multiple sclerosis. Int. J. Psychophysiol. 108, 118. 

Schlafstörungen
Orakpo N, Yuan C, Olukitibi O, Burdette J and Arrington K (2022) Does Virtual Reality Feedback at Infra-Low Frequency Improve Centralized Pain With Comorbid Insomnia While Mitigating Risks for Sedative Use Disorder?: A Case Report. Front. Hum. Neurosci. 16:915376. doi: 10.3389/fnhum.2022.915376
Moore PT (2022) Infra-low frequency neurofeedback and insomnia as a model of CNS dysregulation. Front. Hum. Neurosci. 16:959491. doi: 10.3389/fnhum.2022.959491.

Migräne und Kopfschmerzen
Dobrushina, O., Arina, G., Osina, E. & Aziatskaya, G. (2017). Clinical and psychological confirmation of stabilizing effect of neurofeedback in migraine. European Psychiatry, 41.
Arina, G. A. et al. (2022). Infra-Low Frequency Neurofeedback in Tension-Type Headache : A Cross-Over Sham-Controlled Study. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–9.
Legarda SB, Michas-Martin PA and McDermott D (2022) Remediating Intractable Headache: An Effective Nonpharmacological Approach Employing Infralow Frequency Neuromodulation. Front. Hum. Neurosci. 16:894856. doi: 10.3389/fnhum.2022.894856

Schmerzen
Orakpo N, Yuan C, Olukitibi O, Burdette J and Arrington K (2022) Does Virtual Reality Feedback at Infra-Low Frequency Improve Centralized Pain With Comorbid Insomnia While Mitigating Risks for Sedative Use Disorder?: A Case Report. Front. Hum. Neurosci. 16:915376. doi: 10.3389/fnhum.2022.915376.

Anhaltender postural-perzeptiver Schwindel
Sasu R (2022) Infra-low frequency neurofeedback in persistent postural-perceptual dizziness—Case report. Front. Hum. Neurosci. 16:959579. doi: 10.3389/fnhum.2022.959579.

Posttraumatische Belastungsstörungen
Gerge, A. (2020). A multifaceted case-vignette integrating neurofeedback and EMDR in the treatment of complex PTSD. European Journal of Trauma & Dissociation, 4(3), 100157.
Nilsson, R. M. & Nilsson, V. (2014). Neurofeedback Treatment for Traumatized Refugees-A Pilot Study. Lund University, Department of Psychology.
Othmer, S., Othmer, S. F. & Legarda, S. B. (2011). Clinical Neurofeedback: Training Brain Behavior. Treat. Strateg. Pediatr. Neurol. Psychiatry 2, 67–73. 
Othmer, S. & Othmer, S. F. (2009). Post Traumatic Stress Disorder—The Neurofeedback Remedy. Biofeedback 37, 24–31.
Dahl, M. G. (2020). Neurofeedback with PTSD and traumatic brain injury. In H. W. Kirk (Ed.), Restoring the brain:Neurofeedback as an integrative approach to health (2nd ed.). New York, NY: Routledge, pp.256-284.
Spreyermann, R. (2022). Case Report : Infra-Low-Frequency Neurofeedback for PTSD : A Therapist ’ s Perspective. Front. Hum. Neurosci. 16.
Winkeler, A., Winkeler, M. & Imgart, H. (2022). Infra-Low Frequency Neurofeedback in the Treatment of Patients With Chronic Eating Disorder and Comorbid Post-Traumatic Stress Disorder. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–11.
Kirk HW and Dahl MG (2022) Infra Low Frequency Neurofeedback Training for Trauma Recovery: A Case Report. Front. Hum. Neurosci. 16:905823. doi: 10.3389/fnhum.2022.905823.

Refraktäre neurologische Erkrankungen (Epilepsie, zerebrale Kinderlähmung)
Legarda, S. B., McMahon, D., Othmer, S. S. & Othmer, S. S. (2011). Clinical neurofeedback: Case studies, proposed mechanism, and implications for pediatric neurology practice. J. Child Neurol. 26, 1045–1051. 
Schmidt, C. & Laugesen, H. Infra-low frequency neurofeedback training in Dravet syndrome : a case study. Epilepsy Behav. Reports 100606 (2023). doi:10.1016/j.ebr.2023.100606.

Schizophrenie
Nestoros JN and Vallianatou NG (2022) Infra-Low Frequency Neurofeedback rapidly ameliorates schizophrenia symptoms: A case report of the first session. Front. Hum. Neurosci. 16:923695. doi: 10.3389/fnhum.2022.923695.

Tinnitus
Güntensperger, D. (2018). Treatment of chronic tinnitus with neurofeedback. (Doctoral Dissertation, University of Zurich). (Attn: they have primarily used frequency band NFB training in their studies and are (just) referring to ILF-NFB) 
Güntensperger, D., Thüring, C., Meyer, M., Neff, P. Kleinjung, T. (2017). Neurofeedback for Tinnitus Treatment - Review and Current Concepts. Frontiers in Aging Neuroscience, 9,386.  (Attn: they have primarily used frequency band NFB training in their studies and are (just) referring to ILF-NFB) 

Tourette
Solberg B and Solberg E (2022) Infra-low frequency neurofeedback in application to Tourette syndrome and other tic disorders: A clinical case series. Front. Hum. Neurosci. 16:891924. doi: 10.3389/fnhum.2022.891924
Virtual Reality NFB in der Schmerzbehandlung 
Orakpo, N., Vieux, U. & Castro-Nunez, C. (2021). Case Report: Virtual Reality Neurofeedback Therapy as a Novel Modality for Sustained Analgesia in Centralized Pain Syndromes. Frontiers in Psychiatry, 12, 418. DOI: 10.3389/fpsyt.2021.660105.
Orakpo, N., Yuan, C., Olukitibi, O., Burdette, J. & Arrington, K. (2022).Does Virtual Reality Feedback at Infra-Low Frequency Improve Centralized Pain With Comorbid Insomnia While Mitigating Risks for Sedative Use Disorder ?: A Case Report. Front. Hum. Neurosci. 16, 1–5.
 

 

Buch und Buchkapitel über ILF Neurofeedback

Othmer S. (2019). Protocol Guide for Neurofeedback Clinicians, 7th Edition. EEG Info
Kirk H. (2015) Restoring the Brain: Neurofeedback as an Integrative Approach to Health. CRC Press, Taylor and Francis Group.
Othmer, S. & Othmer, S. F. (2011). Performance Enhancement Applications of Neurofeedback. In Case Studies in Applied Psychophysiology: Neurofeedback and Biofeedback Treatments for Advances in Human Performance 17–30. Wiley-Blackwell.
Kirk, H. W. (2020) Restoring the Brain: Neurofeedback as an Integrative Approach to Health. Second Edition, Routledge, Taylor and Francis Group.  

Was ist eigentlich Neurofeedback? Was versteht man unter Biofeedback? Und wie läuft eine Neurofeedback Sitzung eigentlich ab? - Ein Überblick über die wichtigsten Begriffe im Neurofeedback

13. Oktober 2023

Neurofeedback wird immer bekannter und viele Begriffe werden immer geläufiger. Aber was bedeuten diese eigentlich? Wir möchten euch die wichtigsten dieser Begriffe in diesem Blogbeitrag erklären. 


Was ist Neurofeedback?
Neurofeedback ist ein computergestütztes Therapieverfahren für den klinischen Einsatz, bei welchem ausgewählte Parameter der eigenen Gehirnaktivität wahrnehmbar gemacht werden. Dazu werden an der Kopfoberfläche Gehirnströme in Echtzeit gemessen (Neuro), die eine audiovisuelle Animation, oft einem Computerspiel ähnlich beeinflussen (Feedback). Neurofeedback ist wie eine Art Spiegel für das Gehirn. Das direkte Feedback auf Basis erprobter Behandlungsprotokolle und Elektrodenpositionen zielt darauf ab,  die Selbstregulierungsfähigkeit des Gehirns zu verbessern. Auf diese Weise können Symptome von Erkrankungen gelindert werden.
 

Was ist Biofeedback?
Beim Biofeedback werden periphere physiologische Parameter gemessen und als Feedback auf den Bildschirm zurückgemeldet. Die Parameter können beispielsweise die Atmung, die Herzratenvariabilität oder der Hautleitwert sein. Durch das Feedback können Rückschlüsse auf das aktuelle Stresslevel des Patienten gezogen werden. Biofeedback kann in der Therapie von psychischen und physischen Krankheiten, als auch im Leistungs- und Konzentrationstraining eingesetzt werden. Vor allem beim symptombasierten ILF - Neurofeedback, kann Biofeedback eine gute Ergänzung darstellen. Vor allem für Patienten, welche die Veränderung ihres Stress- oder Entspannungszustand nicht gut wahrnehmen oder verbalisieren können, stellt Biofeedback eine Möglichkeit dar, die Veränderungen besser wahrzunehmen und zu erleben. Auch für Therapeuten kann dies Vorteile bringen. So kann skeptischen Patienten der Zusammenhang zwischen Psyche und Physiologie sichtbar gemacht werden. Außerdem können Therapeuten Anzeichen für Stress und Entspannung ableiten und die Therapie entsprechend optimieren.

Wie funktioniert die Selbstregulierung im Neurofeedback?
Beim Neurofeedback wird die Selbstregulierungsfähigkeit des Gehirns trainiert. Dazu werden an der Kopfoberfläche EEG-Signale abgeleitet. Auf Basis einer gründlichen Erhebung der Symptome der zu behandelnden Person, werden bestimmte Frequenzbereiche der Gehirnaktivität gemessen und ausgewertet, um in Echtzeit das Feedback in Form einer Animation auf einem Bildschirm zu steuern. Das Gehirn „erkennt“, dass es die Animation beeinflussen kann und das Bild zum Beispiel klarer und schärfer wird oder die Musik lauter und leiser. Durch diesen kontinuierlichen Prozess können die behandelten Personen lernen ihre Selbstregulationsfähigkeit zu verbessern. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen können so oftmals damit verbundene begleitende Stresssymptome, Schlafstörungen oder Störungen des Aufmerksamkeits- und Konzentrationsspektrums deutlich verbessert werden. Wichtig zu wissen ist, dass es keine optimale Frequenz gibt, die für jede Person gleich ist. Stattdessen ist die optimale Frequenz sehr individuell und hängt sowohl von der Person als auch von der gegebenen Situation ab. Durch die Selbstregulierung lernt das Gehirn, die für sich optimale Erregungsfrequenz zu finden, um Über- und Untererregung, sowie damit einhergehende Symptome zu vermeiden.
 

Herzrate und Herzratenvariabilität im Biofeedback
Der Puls ist ein biologischer Parameter, der sich je nach äußerlichen und inneren Anforderungen verändert. Nicht nur ein gleichmäßiger Puls, sondern auch die Anpassungsfähigkeit der Herzrate an verschiedene Anforderungen - die sogenannten Herzratenvariabilität (HRV) -  ist ein zentraler Parameter im Biofeedback. 
Als Herzratenvariabilität wird die Variation des zeitlichen Abstands zweier Herzschläge bezeichnet (auch: beat to beat intervall). Diese ist in Zeiten der Entspannung länger als bei körperlichen oder emotionalen Stress. Eine hohe Herzratenvariabilität spricht für eine gute (periphere) Selbstregulation, denn sie indiziert, dass der Organismus die Herzrate je nach Anforderungen anpassen kann und die optimale Frequenz für die jeweilige Situation findet. Eine niedrige Herzratenvariabilität hängt oft mit einem Problemen im Umgang mit stressvollen Situationen, Erinnerungen oder Stress im Allgemeinen zusammen. 
Gerade bei Patienten mit Angststörungen, Depressionen oder chronischen Schmerzen kann ein Biofeedback mit dem Training der Herzratenvariabilität hilfreich sein. Oft ist diesen Patienten die Verbindung zwischen ihren emotionalen Belastungen und den körperlichen Reaktionen nicht bewusst und die Wahrnehmung des eigenen Körpers funktioniert nicht gut, da sie dauerhaft einen sehr hohen Stresslevel haben. Hier zu trainieren, zentrale Parameter wie Herzschlag und Atmung wahrzunehmen, zu beeinflussen, zu synchronisieren und so das allgemeine Stressniveau zu senken, kann in der Therapie ein Schlüsselerlebnis darstellen und den Patienten vor Augen führen, dass sie durchaus Kontrolle über ihren körperlichen und psychischen Zustand haben.


Die Atmung im Biofeedback
Sie kennen sicher den Tipp, den Laien-Literatur und Großmütter gerne immer dann geben, wenn jemand gestresst ist: Dreimal tief durchatmen. Hilft das wirklich? Ein kleines Experiment: Legen Sie Ihre Hand auf den Bauch. Atmen Sie tief in Ihren Bauch ein, spüren Sie, wie die Hand sich hebt, wie sich ihr Bauch wölbt, halten Sie, wenn der Bauch maximal gewölbt ist, kurz die Luft an und atmen Sie dann langsam und gleichmäßig wieder aus. Spüren Sie, wie die Luft erst aus dem Bauch und dann aus den Spitzen der Lungen, über die beiden Lungenflügel und die Atemwege nach draußen strömt. Wiederholen Sie dies dreimal. Was fällt Ihnen auf? Wie führen Sie sich? Wie hat sich ihr Herzschlag verändert? 
Der Herzschlag?! Genau - Atmung und Herzschlag hängen physiologisch eng miteinander zusammen. In einem entspannten Zustand korrelieren Herz- und Atemrate, dies nennen wir auch “respiratorische Sinusarrhythmie”. Beim Einatmen wird die Herzrate dabei höher, das sympathische Nervensystem wird aktiviert und beim Ausatmen wird die Herzrate niedriger, das parasympathische Nervensystem wird aktiviert. In Stresssituationen dreimal tief ein und aus zu atmen kann so dabei helfen, nicht nur bessere Bewusstsein und Kontrolle über die eigene Atmung zu erlangen, sondern in der Folge auch die Korrelation von Atmung und Herzschlag zu synchronisieren. 
 

Was ist eigentlich der Hautleitwert?
Die Haut auf unserer Handfläche ist durch besonders viele Schweißdrüsen gekennzeichnet. Bei hohem Stress steigt auch die Drüsenaktivität schnell an. Da es sich bei Schweiß um eine salzhaltige Flüssigkeit handelt, steigt der Hautleitwert dadurch an. Gemessen wird dies durch zwei Elektroden an den Fingern. Bei gesunden Menschen ist der Hautleitwert im Ruhezustand konstant und niedrig. Wenn der Hautleitwert durch die Präsentation eines Stressors ansteigt, erreicht dieser gewöhnlich nach 1 - 2 Minuten wieder seinen Ausgangswert. Bleibt der Wert lange auf hohem Niveau, deutet dies auf Probleme mit der emotionalen Regulierung hin. Schwankungen ohne ersichtlichen Grund können ein Hinweis darauf sein, dass selbst eigentlich neutrale Reize stressig empfunden werden. Da der Hautleitwert schnell auf stressvolle Reize anspringt und einfach zu messen ist, eignet er sich in der Therapie besonders gut als psychophysiologischer Spiegel - und gibt den Wechsel von An- und Entspannung wieder. Er kann aber auch als Unterstützung im Entspannungstraining oder beim Erlernen verschiedener Entspannungstechniken eingesetzt werden.

Die Körpertemperatur im Biofeedback
Die Temperatur wird in der Regel über einen Sensor am Finger gemessen. In einem entspannten Zustand entspannt sich in der Regel auch die glatte Muskulatur in den Wänden der Blutgefäße, was dazu führt, dass mehr Blut in die Extremitäten fließt - wir erkennen das häufig daran, dass sich ein Wärmegefühl in den Händen einstellt. Eine einsetzende Entspannung geht also mit einer Erhöhung der Temperatur in den Extremitäten einher. Unter Stress oder Anspannung zieht sich die Muskulatur in den Gefäßwänden zusammen, die Gefäße werden enger und weniger Blut gelangt in die Extremitäten und es kommt oft zu einem Absinken der Körpertemperatur. Die Körpertemperatur reagiert dabei meistens etwas verzögert, von Beginn der Stressreaktion bis zu einem Absinken der Körpertemperatur in den Extremitäten können durchaus 1-2 Minuten vergehen. Die Körpertemperatur Hautleitwert kann in der Therapie beispielsweise eingesetzt werden, um den Einfluss von Gedanken und Vorstellungen auf die Physiologie zu demonstrieren, manchen Patienten gelingt es nämlich durch die Vorstellung von Wärme/Kälte eine Veränderung der Temperatur zu erreichen, und auch im Entspannungstraining kann die Körpertemperatur eine Rolle spielen. 

Die Kombination von Bio- und Neurofeedback
Beim symptombasierten Infra Low Frequency (ILF) Neurofeedback sind die Symptome und die Zustandsänderungen des Patienten die zentralen Komponenten. Viele dieser Symptome beziehen sich ebenfalls auf Korrelate von Stress und Entspannung. Die Hinzunahme von Biofeedback Parametern kann entsprechend eine sinnvolle Ergänzung für ILF Neurofeedback darstellen. So wird es für Patient und Therapeut möglich, auch die physiologischen Korrelate der Zustandsänderungen in die Therapie einzubeziehen. Patienten, die Veränderungen in ihrem Stress - und Entspannungszustand nicht gut wahrnehmen oder verbalisieren können, erhalten darüber eine weitere Möglichkeit, Veränderungen durch das Neurofeedback nachzuvollziehen und zu erleben. Auch Veränderungen, die teilweise unter der Wahrnehmungsschwelle liegen, können durch die Messung peripherer Signale sichtbar gemacht werden und Eingang in die Therapie finden. Bei skeptischen oder angespannten Patienten kann der Einbezug der Biofeedback Parameter im Sinne der Psychoedukation auch dabei helfen, die Verbindung von Psyche und Physiologie sicht- und erlebbar zu machen, den Patienten das Setting mit Elektroden näher zu bringen und die mögliche Angst vor Veränderungen durch die Therapie schrittweise zu nehmen, um de Patienten so sanft an Neurofeedback heranzuführen. Der Therapeut kann in den physiologischen Parametern Anzeichen für Stress und Entspannung ableiten und entsprechend die Therapie optimieren, beispielsweise durch eine Frequenzänderung.

Was ist Alpha-Theta Neurofeedback/ Synchronie-Training?
Bei Alpha-Theta Neurofeedback und Synchronie-Training handelt es sich um zwei spezielle Arten des Neurofeedbacks. Beim Alpha-Theta Neurofeedback geht es vor allem darum, kortikale Aktivität zu beruhigen und physisch wie psychisch besser “runterfahren” zu können. Das Synchronie-Training bezeichnen wir gerne als “Achtsamkeitstraining” geleitet von der eigenen Gehirnaktivität. Beide Verfahren ergänzen ideal das ILF Neurofeedback und kommen vor allem bei Posttraumatischen Belastungsstörungen, Angst- und Schlafstörungen aber auch im Peak Performance zum Einsatz.

 

Neurofeedback Info-Webinar für Psychotherapeutinnen und -therapeuten 29.09.2026

Sie interessieren sich für Neurofeedback, möchten sich aber vor einer Investition in einen Kurs und ein System unverbindlich informieren?

Die kostenlosen Neurofeedback Webinare der BEE Medic GmbH sind hierfür die ideale Möglichkeit.

Im Rahmen der ca. einstündigen Veranstaltung, welche speziell auf Psychotherapeuten ausgelegt ist, erhalten Sie durch eine erfahrene Dozentin, welche selbst als Psychotherapeutin tätig ist, einen fundierten Überblick zu den Grundlagen, der Entwicklung und der Anwendung des Neurofeedbacks. Außerdem werden die Evidenz sowie Studien zum Thema Neurofeedback ausführlich behandelt. Wir stellen Ihnen das Neurofeedback-Setting und dessen Anwendung in der Praxis vor und es besteht ausreichend Raum für alle Ihre Fragen rund um Neurofeedback.

Agenda

  • Wie funktioniert Neurofeedback?
  • Wie hat sich Neurofeedback bis heute entwickelt?
  • Wie unterscheiden sich die gängigen Neurofeedback-Verfahren?
  • Wie ist die Studienlage zu Neurofeedback
  • Für welche Indikationen und Symptome eignet sich Neurofeedback?
  • Wie wird Neurofeedback in der Praxis angewendet?
  • Wo findet modernes Neurofeedback Einsatz?
  • Was sind die fachlichen, therapeutischen und technischen Anforderungen?

Nach der Infoveranstaltung

  • Haben Sie einen fundierten Überblick zur Evidenz und Studienlage von Neurofeedback
  • Wissen Sie, worin sich die wesentlichen Neurofeedback-Verfahren unterscheiden und wie effektives ILF Neurofeedback nach Othmer funktioniert
  • Sie wissen, wie Sie Neurofeedback in Praxis und Klinik einsetzen können und wie das Behandlungssetting aussieht
  • Haben Sie viele neue Erkenntnisse und Hinweise zu Literatur und Studien, die Ihnen den weiteren Einstieg ins Neurofeedback erleichtert

Online

Zeitraum / Dauer

29.09.2026 18:00 – 19:00
Local time: Europe/Berlin

Bitte wählen Sie hier Ihre Zeitzone, um die Kurszeiten in Ihrer lokalen Zeit angezeigt zu bekommen

Veranstalter

Für die EU:

BEE Medic GmbH
Max-Porzig-Str. 1, 78224 Singen, Deutschland

Für CH, UK und andere Nicht-EU-Länder:

BEE Medic GmbH, Schweiz
BEE Systems Ltd. Vereinigtes Königreich

  • [email protected]
  • Telefon: +49 7731 96969-70
  • Telefon: +41 71 575 79 62
  • Telefon: +44 1702 8200 06

Sprache

  • Deutsch

Weitere Hinweise

Dieses Webinar ist speziell auf Psychotherapeuten ausgelegt, alle Personen mit heilberuflichem und therapeutischem Hintergrund sind jedoch natürlich herzlich willkommen.

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